Lead
Quecksilber (Hg) ist ein Schadstoff von globaler Bedeutung für die Gesundheit von Mensch und Ökosystemen. Quecksilber wird hauptsächlich aus anthropogenen Quellen in Form von gasförmigem elementaren Hg(0) in die Atmosphäre emittiert. In der Atmosphäre verteilt sich Hg(0) rund um den Globus bevor es schlussendlich wieder auf der Erdoberfläche deponiert wird, wo es sich in der Nahrungskette anreichern kann. Die internationale Minamata Konvention über Quecksilber, die 2017 in Kraft tritt, hat zum Ziel anthropogene Hg Emissionen zu reduzieren und dadurch die Risiken für Mensch und Umwelt zu senken. Um den Effekt von reduzierten Hg Emissionen auf die Quecksilberkonzentrationen in der Umwelt vorhersagen zu können, muss man den globalen Quecksilberkreislauf verstehen. Heute bestehen jedoch noch grosse Wissenslücken darüber, wie und wo Quecksilber aus der Atmosphäre zurück auf die Erdoberfläche gelangen.

Lay summary

Das Ziel unseres Forschungsprojekts ist, die Aufnahme von Hg(0) aus der Atmosphäre durch Pflanzen zu untersuchen und die Auswirkungen dieses Prozesses auf den globalen Quecksilberkreislauf zu verstehen. Bisher war die allgemeine Forschungmeinung, das Hg(0) in der Atmosphäre oxidiert wird und diese oxidierte Form (Hg(II)) mit dem Regen auf die Erdoberfläche gewaschen wird. Jüngste Studien basierend auf stabilen Isotopenanalysen haben jedoch gezeigt, dass die direkte Aufnahme von Hg(0) durch Pflanzen einen wichtigen bisher unterschätzten Depositionsprozess darstellt. In diesem Forschungsprojekt werden wir (i) Fingerabdrücke in Form von stabilen Isotopensignaturen analysieren um den Effekt von der Pflanzenaufnahme auf die Hg(0) Konzentrationen in der Atmosphäre zu verstehen, (ii) den Fluss von Hg(0) in die Pflanzen quantifizieren, und (iii) den Prozess der Hg(0) Aufnahme durch Pflanzen in globale Hg Modelle implementieren.

Dieses Forschungsprojekt wird zum ersten Mal quantitative Erkenntnisse über die Auswirkung von Hg(0) Aufnahme durch Pflanzen auf atmosphärische Quecksilberkonzentrationen liefern. Die Resultate werden dazu beitragen bestehende Unsicherheiten in der Deposition von Quecksilber auf die Erdoberfläche zu reduzieren und dadurch eine besseren Implementierung der Minamata Konvention ermöglichen.