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Risikopräferenz wird als ein grundlegender Baustein von menschlichem Verhalten angesehen. Doch wie generalisierbar ist (durch Fragebogen oder Verhaltenstests) gemessene Risikopräferenz auf Risikoentscheidungen im Alltag?

Lay summary
Menschen unterscheiden sich stark in ihrer Risikopräferenz, was sich z.B. in unvorteilhaften Finanzentscheidungen, Glücksspiel, Substanzmissbrauch, und riskanten Entscheidungen im Freizeitbereich oder bezüglich der Gesundheit ausdrücken kann. Risikopräferenz kann deshalb den Verlauf einzelner Menschenleben substantiell beeinflussen, hat aber auch Konsequenzen für die Gesellschaft (Prä- und Intervention). Deshalb wurden verschiedene Instrumente entwickelt, um Risikopräferenz systematisch messen.

Bis vor Kurzem war aber unklar, ob die verschiedenen Instrumente alle tatsächliche das gleiche Konstrukt "Risikopräferenz" messen, und wie reliabel diese Messungen über die Zeit hinweg bleiben. Mit einer umfangreichen Studie, in der 1,507 Personen 39 Messinstrumente bearbeiten haben, konnten wir substantielle Fortschritte bezüglich dieser Fragen machen.

Erstaunlicherweise gibt es aber nach wie vor kaum Forschung zu den tatsächlichen Risikoentscheidungen, die Menschen im Alltag treffen – obwohl die moderne Welt mit den technologischen, ökonomischen, und gesellschaftlichen Entwicklungen ganz neue Risiken und Möglichkeiten mit sich bringt. Während wir nun also relativ gut verstehen, wie man Risikoeinstellung messen kann, wissen wir vergleichsweise wenig darüber, welche "Kriterien" im Alltag diese Messinstrumente überhaupt vorhersagen sollten.

In einem ersten Teilprojekt werden wir deshalb das Risikoverhalten im modernen Leben erfassen (mit repräsentativen Studien und mobilen Assessments per Smartphone); in einem zweiten Schritt werden wir offene Fragen zur Messung von Risikopräferenz adressieren; und in einem dritten Schritt werden wir testen, wie gut das Konstrukt Risikopräferenz Verhalten im Alltag vorhersagen kann.