Lead
Strassen-, Bahn-, und Luftverkehrslärm gehören zu den häufigsten Stressoren und Gesundheitsrisiken in unserer Umwelt. Dennoch ist noch wenig bekannt wie wichtig die Expositionsdauer, der Zeitpunkt der Lärmexposition und die Art des Lärms für die Gesundheit der Bevölkerung ist. Auch gibt es noch viele Forschungslücken zu den Auswirkungen bei Jugendlichen.

Lay summary

Die folgenden Forschungsfragen werden angegangen:

  1. Wie wichtig sind die Ereignishaftigkeit sowie stille Phasen zwischen Lärmereignissen für die Sterblichkeit wegen Herz-Kreislauferkrankungen bei Erwachsenen sowie die Lebensqualität, das Verhalten und die Gedächtnisleistung von Jugendlichen?
  2. An welchen Tages- und Nachtzeiten ist die Lärmexposition besonders kritisch für diese Effekte?
  3. Wie relevant ist die Lärmexposition in der Schule versus zuhause für die Lebensqualität, das Verhalten, die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung von Jugendlichen?
  4. Sind lärminduzierte Risiken für das Herz-Kreislaufsystem reversibel, wenn die Lärmexposition reduziert wird? Falls ja, wie lange dauert es?
  5. Können einzelne Lärmereignisse akute kardiovaskuläre Todesfälle auslösen (triggern)?

Für dieses Forschungsprojekt werden die Daten der Nationalen Kohortenstudie der gesamten Schweizer Bevölkerung und der HERMES Kohortenstudie mit Jugendlichen genutzt. Mittels nationaler Modelle für Strassen-, Bahn-, und Luftverkehrslärm sowie Luftschadstoffen (NO2) wird die Exposition an jeder Adresse in der Schweiz für 2001 und 2011 abgeschätzt. Bei den Jugendlichen wird untersucht, ob die Veränderung der Lebensqualität, des Verhaltens, der Konzentrationsfähigkeit und der Gedächtnisleistung innerhalb von einem Jahr durch die Lärmexposition am Schul- und am Wohnort beeinflusst wird. Bei Erwachsenen, die nach 2010 gezügelt sind, wird anhand der Nationalen Kohortenstudie geprüft, ob eine damit allfällig verbundene Zu- oder Abnahme der Lärmbelastung das Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen zu sterben, verändert. Da die Flugrouten unter anderem wetterbedingt von Tag zu Tag variieren, wird zusätzlich um den Flughafen Zürich untersucht, ob akute kardiovaskuläre Sterbefälle unter den geflogenen Flugrouten häufiger als erwartet auftreten.