Lead
In der analytischen Metaphysik der letzten fünfzehn Jahre hat das Interesse an den Themen Fundamentalität und ontologische Priorität einen beispiellosen Aufschwung erfahren, und gleichzeitig hat es auch ein vermehrtes Interesse an der Metaphysik der Relationen gegeben. Fundamentalität und ontologische Priorität sind üblicherweise auf der Grundlage des Begriffs der „Fundierung“ (engl. grounding) behandelt worden. Jedoch ist dieser Ansatz nach wie vor recht kontrovers, und auch in Bezug auf die Metaphysik der Relationen hat sich bisher noch kein allgemeiner Konsens eingestellt. Zum Beispiel ist es noch immer weitgehend unklar, wie genau Relationen zur Konstitution relationaler Sachverhalte beitragen.

Lay summary

Ein übergeordnetes Ziel des gegenwärtigen Forschungsprojekts ist es, die beiden ebengenannten Themengebiete gewinnbringend miteinander zu verknüpfen. Wir werden hierbei so vorgehen, dass wir zunächst einen innovativen Ansatz zu Fragestellungen der Fundamentalität und ontologischen Priorität erarbeiten. Dieser Ansatz wird es uns dann erlauben, neues Licht in die Metaphysik der Relationen zu bringen. Besonderes Augenmerk wird dabei der bisher noch wenig diskutierten Frage gelten, ob solche Satzverknüpfungen wie „es ist besser, dass … als dass …“ und „es ist wahrscheinlicher, dass … als dass …“ Relationen zwischen Sachverhalten ausdrücken, oder ob derartige Verknüpfungen besser so aufgefasst werden, dass sie eine eigene Art von Entität ausdrücken.

Das gegenwärtige Interesse an Themen der Fundamentalität und ontologischen Priorität ist verständlicherweise hoch und wird auf absehbare Zeit kaum erlahmen. Von unserem Projekt erhoffen wir uns unter anderem, dem in der Diskussion dieser Themen zurzeit noch dominierenden (auf dem Fundierungsbegriff basierenden) Ansatz eine leistungsfähige Alternative zur Seite zu stellen. Wenn es darüber hinaus gelingt, auf der Grundlage dieses alternativen Ansatzes zur Aufklärung der Metaphysik der Relationen beizutragen, wird durch diese Anwendung die Leistungsfähigkeit unseres Ansatzes zumindest zu einem gewissen Grade bestätigt worden sein.