Lead
Der Schweizerische Nationalfonds und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördern das aus vier Teilprojekten bestehende länderübergreifende Forschungsprojekt «Soziale Gruppen und religiöse Identitäten in ziviler Gesellschaft», um Forschern der Universitäten Luzern, Leipzig und Göttingen die Untersuchung der Potentiale identitäts- und wertgeleiteter gesellschaftlicher Integration in der Gegenwart zu ermöglichen.

Lay summary
Das internationale Verbundprojekt von zwei eng miteinander verbundenen Forschungsprojekten fragt nach den Integrations- und Konfliktpotentialen religiöser Gemeinschaften in den demokratischen Zivilgesellschaften Deutschlands und der Schweiz. Es besteht aus einem quantitativen Teil von Prof. Dr. Gert Pickel (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Antonius Liedhegener (Universität Luzern) mit der Durchführung einer umfangreichen Survey-Erhebung und einem qualitativen Teil von Prof. Dr. Alexander Nagel und Prof. Dr. Martin Baumann mit der exemplarischen Untersuchung ausgewählter religiöser Gemeinschaften. Das qualitative Projekt fragt insbesondere nach den Anpassungen und Veränderungen von gemeinschaftlichen Identitäts- und Selbstbildern religiöser Gemeinschaften von Immigranten und den damit zusammenhängenden Auswirkungen für die Zivilgesellschaften der zwei Länder. So verändern sich Selbstbilder von Immigrantengruppen durch die Fremdbilder und Kategorisierungen der Mehrheitsgesellschaft und durch bewusste Anpassungen und Orientierungen an gesellschaftliche Vorstellungen von «guter», sozial erwünschter Religion. Die Durchführung der Untersuchung erfolgt anhand des Vergleichs von bosnischen Muslimen und kroatischen Katholiken und ihren in Deutschland und der Schweiz neu gegründeten Moschee- und Kirchengemeinschaften. Durchgeführt wird das Projekt mittels Gruppendiskussionen und Leitfadeninterviews in ausgewählten Regionen Deutschlands und der Schweiz, ergänzt um Daten und Resultate des quantitativen Teilprojekts. Ziel des Gesamtprojekts ist es, auf der Grundlage breiter empirischer Erhebungen die Zusammenhänge von gesellschaftlichen Vorstellungen sozial erwünschter Religion und bewussten Anpassungen von Immigrantengruppen an solche Vorstellungen zu analysieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung der Potentiale identitäts- und wertgeleiteter gesellschaftlicher Integration in der Gegenwart zu leisten.