Lead
In der Medizin ist die Verbesserung der Patientensicherheit ein zentrales Anliegen. Ein besonderes Anliegen dabei ist die Förderung von Speaking Up - das offene Äussern von Bedenken, Vorschlägen und Ideen und das Nachfragen bei Zweifeln. Ohne Speaking Up können potentielle Fehler am Patienten weniger gut vermieden werden. In diesem Projekt untersuchen wir die sozialen Dynamiken von Speaking Up in der Medizin. Basierend auf aktuellen Entwicklungen in sensoren-basierter Messmethodik ist das Ziel des Projekts, mehr über die Prozessdynamiken und sozialen und Verhaltenskorrelate von Speaking Up zu erfahren. Dadurch sollen wirksame und nachhaltige Interventionen zur Förderung von Speaking Up entwickelt werden können.

Lay summary

In der Medizin ist die Verbesserung der Patientensicherheit ein zentrales Anliegen. Ein besonderes Anliegen dabei ist Speaking Up – das offene Äussern von Bedenken, Vorschlägen und Ideen und das Nachfragen bei Zweifeln. Die Forschung hat gezeigt, dass Speaking Up wesentlich seltener als erwünscht geschieht. Das ist problematisch, denn ohne Speaking Up können potentielle Fehler am Patienten weniger gut vermieden werden. In komplexen Disziplinen wie im Operationsaal oder Schockraum ist das besonders relevant, da dort schlechte Teamarbeit schnell zum Verlust von Menschenleben führen kann. In diesen Disziplinen arbeiten anstatt stabilen, traditionellen Teams vor allem ad-hoc zusammengesetzte, dynamische Teams (Acute Care Teams). Diese Teams können sich nicht auf Speaking Up-Teamnormen verlassen.

In diesem Projekt untersuchen wir die sozialen Dynamiken von Speaking Up in Acute Care Teams. Basierend auf aktuellen Entwicklungen in sensoren-basierter Messmethodik ist das Ziel des Projekts, mehr über die Prozessdynamiken und sozialen und Verhaltenskorrelaten von Speaking Up zu erfahren. Dadurch sollen wirksame und nachhaltige Interventionen zur Förderung von Speaking Up entwickelt werden können.

Das Projekt besteht aus 4 Studien. Studie 1 ist ein Laborexperiment, dort werden wir den Einfluss der Reaktionen auf Speaking Up und der wahrgenommenen Erfahrung der Teammitglieder auf Speaking Up-Interaktionsmuster untersuchen. Studien 2 und 3 sind simulationsbasierte Quasi-Experimente, in denen wir verschiedene Reaktionen auf Speaking Up, soziale Empfindsamkeit und Cognitive Load im Zusammenhang mit physiologischen Markern und Speaking Up-Interaktionsmustern untersuchen werden. Basierend auf Studien 1-3 werden wir in Studie 4 physiologische Marker und Teaminteraktionsmuster in Relation zu Speaking Up im klinischen Spitalsetting untersuchen.