Lead
Historische Wetterdaten der Schweiz vor dem Start des nationalen Beobachtungsnetztes 1864 wurden nie systematisch aufgearbeitet. Im CHIMES-Projekt werden diese Daten zusammengestellt, soweit als möglich digitialisiert und der Wissenschaft zugänglich gemacht und hinsichtlich ihrer dekadalen Variabilität analysiert.

Lay summary

Mit der zunehmenden Bedeutung von Klimarisiken infolge des Klimawandels geraten extreme Wetterereignisse immer stärker in den Fokus der Wissenschaft. Das gilt auch und besonders für vergangene Extremereignisse, die uns einmal mehr vor Augen führen, dass wir aus der Vergangenheit lernen können. Damit werden historische Wetterdaten wieder wichtig. In der Schweiz reichen Wetterdaten in der Regel zurück bis 1864, dem Beginn des heutigen Messnetzes. Bereits in den hundert Jahren davor wurde allerdings viel gemessen, wenn auch weit weniger systematisch. Diese Daten wären für die heutige Forschung nützlich, da in diese Zeit einige relevante Wetter- und Klimaereignisse fielen, wurden aber nie systematisch aufgearbeitet. Im CHIMES Projekt soll ein systematisches Inventar dieser Daten erstellt, die Bestände aufgespürt und möglichst fotographiert werden. Gemäss einer Priorisierung soll dann ein grosser Teil dieser Daten digitalisiert und der Wissenschaft zugänglich gemacht werden. Die Datenreihen werden hinsichtlich der dekadalen Variabilität von Wetter und Klima, inbsesondere Extremereignissen, untersucht. Schliesslich wird im Projekt auch der Versuch unternommen, flächendeckende tägliche Rekonstruktionen der Temperatur für die Schweiz zurück ins 18. Jahrhundert zu erstellen. Dazu werden mehrere Methoden entwickelt und erprobt.