Lead
2012 hat die Forschungsgruppe die erste Befragung des Personals im Strafvollzug durchgeführt. Deren Wiederholung erlaubt neu längsschnittliche Analysen (Veränderung, Ursachen, Trends) und den Einbezug des sozialen Klimas in den Anstalten durch Gefangene und die DirektorInnen. So wird die Wissensgrundlage zum Justizvollzug erweitert und Handlungswissen für dessen Entwicklung generiert.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Bauten, Sicherheitstechnik, Regeln und Arbeitsabläufe sind wichtige Elemente, aber erst durch die Arbeit des Personals und die Interaktion mit Gefangenen im Arbeitsalltag werden die Leistungen im Hinblick auf die Resozialisierung, Rückfallminderung und Sicherheit erbracht.

Zentrale Frage ist, welche Rolle das Arbeitsklima beim Personal, dessen Wohlbefinden und die Interaktion zwischen Personal und Gefangenen für das soziale Klima und das Wohlbefinden und Verhalten der Gefangenen spielt. Umgekehrt wird gefragt, wie das soziale Klima in den Anstalten, das Arbeitsklima bei den Angestellten und die Beziehung zu Gefangenen das Wohlbefinden und den Arbeitsalltag des Personals beeinflussen. Die Untersuchung geht davon, dass das soziale Klima diese wechselseitige Beeinflussung von Personal und Gefangenen vermittelt (Mediationseffekt) und dass die Rahmenbedingungen und Unterschiede der Institutionen sowie äusserer Einflüsse zu berücksichtigen sind.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Studie ermöglicht einen signifikanten Beitrag zur internationalen Forschung und erweitert die Wissensgrundlagen für die Beurteilung, Steuerung und Entwicklung des Schweizer Justizvollzugs. Sozialpolitisch betrachtet, wird dazu beigetragen, die politische Auseinandersetzung zum Justizvollzug, der Rolle der Mitarbeitenden sowie Sicherheit und Kriminalität auf systematische Grundlagen abzustützen.