Lead
Eine zunehmende Zahl von Eltern in der Schweiz impft ihre Kinder nur teilweise, später als empfohlen oder gar nicht. Dies führt zu einer Unterversorgung der Bevölkerung, denn Impfungen sind wirksam und sicher.

Lay summary
Eine wachsende Zahl von Personen zweifelt die Sicherheit, die Wirksamkeit und den Nutzen von Impfungen an. Diese Impfskepsis führt zu einer zu geringen Durchimpfungsrate der Bevölkerung, erhöht das Risiko für Krankheitsausbrüche und gefährdet vulnerable Personen. Zudem kann chronischen Krankheiten wie beispielsweise Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs nicht optimal vorgebeugt werden, wenn auf die entsprechende Impfung verzichtet wird. Bisher wurde kaum untersucht, welche Faktoren Eltern bei ihrem Entscheid, ob und wie sie ihr Kind impfen, beeinflussen. 

Ziel der Studie ist es, die Gründe für die Impfskepsis bei Eltern sowie Ärztinnen und Ärzte besser zu verstehen. Insbesondere soll die Perspektive von Eltern, welche komplementär- bzw. alternativmedizinische Praxen aufsuchen, berücksichtigt werden. Zudem soll eine Annäherung der komplementär- bzw. alternativmedizinisch und schulmedizinisch tätigen Ärzte ermöglicht werden. 

Impfskeptische Eltern und Komplementär- bzw. Alternativmediziner sowie impfbefürwortende Eltern und Schulmedizinerinnen werden vertieft zu ihrer Impfeinstellung und ihren Beweggründen befragt. Basierend darauf sowie auf bereits publizierten Untersuchungen wird eine telefonische Befragung von 600 Eltern, die schulmedizinische Praxen aufsuchen, sowie von 300 Eltern, die Alternativ- bzw. Komplementärmedizinerinnen konsultieren, durchgeführt. Die Ergebnisse werden genutzt, um eine Intervention für impfskeptische Eltern sowie Ärztinnen und Ärzte zu entwerfen. 

Die Studie trägt dazu bei, die soziokulturellen Einflussfaktoren auf die individuelle Impfentscheidung besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage können Interventionen zur Steigerung der Impfrate in der Schweiz geplant und durchgeführt werden.