Lead
Mit aktuellen Tests lässt sich in der Hausarztpraxis nicht exakt genug feststellen, ob eine Lungenentzündung vorliegt, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Wir erhöhen die Präzision, indem wir zwei neue diagnostische Methoden mit einem Algorithmus kombinieren.

Lay summary

Zu oft verschreiben Hausärzte bei akuten Atemwegsinfektionen Antibiotika, weil sie nicht unterscheiden können zwischen einer bakteriellen Lungenentzündung und nicht-bakteriellen Infektionen. Um die Diagnostik zu verbessern, entwickeln wir ein Vorgehen, das einen Lungen-Ultraschall mit einem Procalcitonin-Test kombiniert, der zwischen bakteriellen und viralen Infekten differenzieren hilft. Da jedoch beide Methoden für sich genommen zu viele unsichere Diagnosen liefern, kombinieren wir ihre Resultate mit einem Algorithmus, um so die Präzision zu erhöhen. In unserer Studie wenden mehrere Hausärzte dieses System an, und wir vergleichen die Menge der von ihnen verschriebenen Antibiotika sowie ihre Therapieerfolge mit jenen einer Vergleichsgruppe, die es nicht anwendet.

Hintergrund
Akute Atemwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, aus denen Ärzte unnötigerweise Antibiotika verschreiben. Der Verbrauch dieser Medikamente sollte auf diesem Gebiet reduziert werden.

Ziel
Unser Ziel ist es, eine kostengünstige, praktisch anwendbare Methode zu entwickeln, welche bei Patienten mit Atemwegsinfektionen präziser als bisher feststellt, ob eine Lungenentzündung vorliegt, die mit Antibiotika behandelt werden muss.

Bedeutung
Da unsere Methode nur ein kleines mobiles Ultraschallgerät und einen einfach zu handhabenden Schnelltest erfordert, eignet sie sich für unterschiedlichste Settings und könnte sehr schnell breitflächig eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund erheben wir bei den teilnehmenden Ärzten unserer Studie zudem die Kriterien, welche den Einsatz der Methode begünstigen oder eher verhindern.