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Auf Salat finden sich immer wieder antibiotikaresistente Keime. Wir zeigen auf, aus welchen Quellen diese während des Anbaus auf die Salatpflanzen gelangen

Lay summary
Porträt: Jährlich sterben in der EU mehr als 25000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien. Studien deuten darauf hin, dass klinisch bedeutsame Antibiotikaresistenzen ihren Ursprung in der Umwelt haben. Boden, Oberflächengewässer und landwirtschaftlich genutzte organische Dünger enthalten eine Vielzahl an antibiotikaresistenten Bakterien. Bisher ist nur wenig darüber bekannt, wie Antibiotikaresistenzen aus den genannten Umweltquellen auf pflanzliche Lebensmittel übertragen werden. Wir untersuchen in diesem Projekt welche Resistenzen und Bakterien aus dem Boden, aus Bewässerungswasser und Dünger während des Wachstums von Salatpflanzen bis zur Ernte auf diese übertragen werden.

Hintergrund: Roh verzehrte pflanzliche Produkte sind für eine gesunde Ernährung bedeutend. Studien zeigen, dass auf diesen Lebensmitteln antibiotikaresistente Bakterien vorkommen. Bezüglich Ursprung, Übertragungswege und Entwicklung dieser Bakterien auf Pflanzen während des Feldanbaus bestehen Wissenslücken, die im Projekt geschlossen werden.  

Ziele: Wir untersuchen welche antibiotikaresistenten Umweltbakterien und humanpathogenen Bakterien aus Umweltquellen auf Nahrungspflanzen übertragen werden, in welchem Ausmass dies geschieht und welche Resistenzen überdauern. Feldstudien mit Salatpflanzen als auch Gewächshausexperimente umfassen auch die Charakterisierung von mobilen genetischen Elementen, die die Resistenzübertragung zwischen verschiedenen Bakterien ermöglichen.

Bedeutung: Die Studie liefert neue wissenschaftliche Daten über die Übertragung von Antibiotikaresistenzen an den Schnittstellen von Boden, Dünger, Bewässerungswasser und Pflanze im Anbau pflanzlicher Frischprodukte. Die Ergebnisse dienen der Entwicklung von Empfehlungen und Massnahmen für die landwirtschaftliche Praxis, von Monitoringprogrammen und behördlichen Richtlinien, um Antibiotikaresistenzen in der Umwelt und Landwirtschaft sowie die Übertragung auf die Lebensmittelkette nachhaltig zu reduzieren.