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Auf Salat finden sich immer wieder antibiotikaresistente Keime. Wir zeigen auf, aus welchen Quellen diese während des Anbaus auf die Salatpflanzen gelangen

Lay summary

Antibiotikaresistente Bakterien kommen auch in der Umwelt vor, unter anderem in Böden, Oberflächengewässern und landwirtschaftlich genutzten organischen Düngern. Von da gelangen sie vermutlich über pflanzliche Lebensmittel auf den Menschen. Noch ist allerdings wenig darüber bekannt, wie die Übertragung von der Umwelt auf landwirtschaftlich angebaute Pflanzen geschieht. Wir untersuchen dies beim Salatanbau und klären, aus welchen Quellen resistente Bakterien auf Salat übertragen werden. Dabei berücksichtigen wir Boden, Bewässerungswasser und Dünger während des Wachstums bis zur Ernte. Wir analysieren, welche Bakterien woher und in welchem Mass übertragen werden, und welche Resistenzen bis zur Ernte überdauern. Unsere Studie umfasst den Anbau auf dem Feld und im Gewächshaus.

Hintergrund
Roh verzehrte pflanzliche Produkte sind ein wichtiges Nahrungsmittel, aber zum Teil auch Träger von antibiotikaresistenten Bakterien. Anders als bei gekochten Produkten sterben Keime auf roh verzehrten Produkten bei der Zubereitung nicht ab. Deshalb sind präventive Massnahmen wichtig, die verhindern, dass Erreger überhaupt auf die Pflanzen gelangen. Doch bisher fehlt das Wissen, um solche gezielt zu ergreifen.

Ziel
Wir wollen genaue Kenntnisse darüber gewinnen, welche Keime aus welchen Quellen auf Salatpflanzen auf dem Feld und im Gewächshaus gelangen. Wir analysieren Krankheitserreger, die den Menschen befallen können, ebenso wie Umweltbakterien, die für den Menschen an sich harmlos sind. Denn auch diese spielen bei der Entwicklung von resistenten Krankheitserregern eine Rolle, da Bakterien untereinander genetisches Material austauschen können.

Bedeutung
Unsere Ergebnisse dienen der Entwicklung von Massnahmen für die landwirtschaftliche Praxis und von behördlichen Richtlinien, um die Verbreitung von Resistenzen durch pflanzliche Nahrungsmittel zu verhindern. Ebenfalls liefern sie Hinweise für den Aufbau von Monitoringprogrammen.