Lead
Joint Hypermobility Syndrome, ein Syndrom charakterisiert durch Hyperlaxizität von Gelenken und Bindegewebe, ist in den letzten Jahren mit Krankheiten aus dem Formenkreis der "funktionellen Magen-Darmerkrankungen" assoziiert worden. Funktionelle Magen-Darmerkrankungen wie der Reizdarm (englisch Irritable Bowel Syndrome, IBS) und die funktionelle Dyspepsie (FD) sind häufig und haben einen relevanten Einfluss auf die Lebensqualität Betroffener.Unser Projekt wird unterliegende Pathologien und assoziierte Erkrankungen untersuchen, um eine bessere Charakterisierung dieser Patienten und allenfalls neue Therapieansätze zu schaffen.

Lay summary

Joint-Hypermobility Syndrome (JHS), ebenfalls charakterisiert als Ehler Danlos Typ III, ist durch Untersuchungskriterien rheumatologischer Expertengruppen durch die Beighton und Brighton-Kriterien klinisch definiert worden. In einem Teil dieser Patienten konnten molekulare Defekte in Strukturproteinen nachgewiesen werden, die zu genannter Hyperlaxizität führen. Da man davon ausgeht, dass diese Strukturdefekte generell das Bindegewebe, also auch ausserhalb von Gelenken, betreffen, zielt unser Projekt auf Veränderungen der Beweglichkeit, des Mikrobioms, der Toleranz von Nahrungsmitteln und entsprechender Behandlungen (antibiotische Behandlung bei bakterieller Überwucherung, angepasste Ernährung bei Unverträglichkeiten).

In teils parallelen, teils nachfolgenden Einzelstudien werden wir Patienten aus unserer Sprechstunde für funktionelle Magen-Darmerkrankungen auf JHS untersuchen. Vergleichend werden wir Patienten aus der hepatologischen Sprechstunde untersuchen, um die Prävalenz in der eher die Allgemeinbevölkerung repräsentierenden Sprechstunde versus unserer Spezialsprechstunde für funktionelle Magen-Darmerkrankungen zu testen. Desweiteren werden wir Unterschiede im Mikrobiom mittels Testung von Stuhlproben und hydrogen-basierten Atemtests, Unverträglichkeit für fermentierbare Kohlehydrate (sogenannte FODMAP's) und Ansprechen auf eine FODMAP-arme Diät untersuchen, Unterschiede in der Behandlung bei Verdacht auf bakterielle Überwucherung herausarbeiten und begleitende psychologische Einflussgrössen messen.