Lead
Der Tanganyikasee ist der zweittiefste See der Erde und liegt südlich des Äquators in Ostafrika. Im Laufe von etwa 10 Millionen Jahren Evolutionsgeschichte hat sich im See eine grosse Artenvielfalt entwickelt. Für die Proteinversorgung in der Region hat die Fischerei eine grosse Bedeutung. Die lokalen Fischer fangen vor allem Sardinen aber auch Barsche. Über die Ökologie, Evolution und genetische Vielfalt dieser Fischarten ist allerdings nur wenig bekannt. Der 670 km lange Tanganyikasee wird im Norden und Süden durch unterschiedliche Nährstoffkreisläufe geprägt. Punktmessungen und Satellitendaten zeigen eine höhere Produktivität im Süden und eine stärkere Schichtung im Norden des Sees. Daraus ergeben sich unterschiedliche Raten der Stickstofffixierung, was sich in der Isotopensignatur der Aminosäuren von Plankton und Fischen niederschlagen müsste.

Lay summary

Das Projekt basiert auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Spezialisten für Fischökologie und –evolution, Biogeochemie sowie den Wissenschaftlern des Tansanian Fisheries Research Institute (TAFIRI). Mit biogeochemischen Ansätzen wird das Projekt (i) die unterschiedlichen Nährstoffkreisläufe und Stickstoff Fixierungsraten entlang des Sees quantifizieren (ii) die räumlich - zeitlichen Unterschiede in der Plankton Biomasse erfassen und (iii) Isotopensignaturen entlang der Nahrungskette bis zu den Fischen bestimmen. Mit fischökologischen und molekularbiologischen Methoden wird das Projekt (iv) die räumliche Ausdehnung von Fischpopulationen und ihre genetische Struktur analysieren, (v) die unterschiedlichen Nahrungsquellen und Muster für lokale Anpassung der Fischgemeinschaften erfassen, um damit (vi) die Veränderungen der Fischpopulationen besser zu verstehen.

Unsere Mitarbeiter werden mit Partnern des TAFIRI sowie mit dem internationalen CLEAT- Konsortium zusammenarbeiten, welche sich zum Ziel gesetzt haben, das Fischereimanagement am Tanganyikasee mit wissenschaftlichen Informationen zu unterstützen.