Lead
Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betreffen alleine in der Schweiz etwa 15‘000 Menschen. Sie entstehen aufgrund einer fehlregulierten Immunantwort des Körpers auf verschiedenste Antigene. Ihr Auftreten wird durch Mutationen in bestimmten Risikogenen gefördert. Ein solches Risikogen ist die Protein Tyrosin Phosphatase non-receptor type 2 (PTPN2). Dieses Molekül dürfte eine wichtige Rolle in der Regulation von Entzündungszellen, insbesondere Monozyten und Makrophagen, spielen.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Bis jetzt ist die Rolle von PTPN2 in der Entstehung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) nicht geklärt. Wir gehen davon aus, dass PTPN2 eine entscheidende Rolle für die Funktion von Monozyten und Makrophagen spielt. In enger Zusammenarbeit mit der Schweizer IBD Kohorte wollen wir deshalb untersuchen (a) ob PTPN2 die Aktivierung des Inflammasoms in mononukleären Zellen reguliert, (b) ob Fehlfunktion von PTPN2 zu einer verminderten Immunantwort auf pathogene Darmbakterien führt und (c) ob die Anwesenheit der CED-assoziierten Genvarianten im PTPN2 Gen eine aberrante Aktivierung und Funktion des angeborenen Immunsystems zur Folge haben. Zur Beantwortung dieser Fragen werden wir zum einen in vitro Experimente mittels Zelllinien und zum anderen in vivo Experimente mittels verschiedener Mausmodelle durchführen. Um die Relevanz unserer Erkenntnisse auf die klinische Praxis übertragen zu können, sollen Gewebeproben sowie Zellen von Patienten der Schweizer IBD-Kohorte hinsichtlich der genannten Fragestellungen untersucht werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Unsere Untersuchungen dienen dazu, die Rolle von PTPN2 im Rahmen chronisch-entzündlicher Erkrankungen näher zu definieren. Hierdurch sollen wichtige Erkenntnisse über die Regulationsmechanismen von mononukleären Zellen im Rahmen dieser Erkrankungen gewonnen werden. Die Ergebnisse dürften wichtige Erkenntnisse für die Identifizierung neuer therapeutischer Ansatzpunkte in der Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen liefern. Dies könnte letztlich entscheidend zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten nicht nur von CED-Patienten, sondern auch von Patienten mit anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis oder Typ-I-Diabetes beitragen.