Lead
Die Eurokrise zeigt, wie schwierig es für demokratisch gewählte Regierungen ist, während Wirtschaftskrisen das Vertrauen von Finanzinvestoren zurückzugewinnen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Regierungen in verschiedenen Ländern unterschiedlich gut in der Lage sind, auf eine solche Krise zu reagieren. So hat z.B. die irische Regierung das Vertrauen der Märkte schneller zurückgewonnen als die griechische oder die spanische Regierung.

Lay summary

Das Ziel des Forschungsprojekts ist es zu zeigen, wie unterschiedliche politische Rahmenbedingungen es der Regierung erleichtern oder erschweren, das Vertrauen in die Politik der Regierung wiederherzustellen. Es wird untersucht, inwiefern die von Politikern vorgeschlagenen Reformen zu einer Beruhigung der wirtschaftlichen Situation führen. Gemäss unseren Erwartungen werden solche Ankündigungen von Politikern nur dann als glaubwürdig eingestuft, wenn die Umsetzung des angekündigten Wirtschaftsprogramms nicht zu politischer Instabilität, z.B. in Form von Regierungskrisen, führt. Ob dies der Fall ist, hängt u.a. von der Zersplitterung des politischen Parteiensystems, der allgemeinen politischen Unterstützung der Regierung in der Bevölkerung und der institutionellen Struktur eines Landes ab. Dies bedeutet, dass Wirtschaftsprogramme, welche aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll erscheinen, nicht zu einer Verbesserung der Situation führen, wenn sie politisch unglaubwürdig sind.

Das Projekt verfolgt einen innovativen sozialwissenschaftlichen Ansatz im Bereich der Wirtschaftspolitik, indem es neuartige wissenschaftliche Methoden der computergestützten, automatisierten Untersuchung von politischen Ankündigungen mit der Finanzmarktforschung verbindet. Es leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Ursachen und Lösungen von Finanzkrisen.