Lead
Der Kivu-See an der Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo enthält grosse Mengen gelöster Gase. Diese stellen eine Gefahr dar, weil sie einen katastrophalen Gasausbruch aus dem See verursachen könnten. Andererseits ist das gelöste Methan auch eine wertvolle Ressource. Im diesem Forschungsprojekt soll ein numerisches Modell entwickelt werden, mit welchem sich die Folgen der Methangewinnung aus dem Kivu-See besser als bisher abschätzen lassen.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die heutigen Regeln für die Bewirtschaftung des Kivu-Sees beruhen auf Vorhersagen für die künftige Entwicklung des Sees, die mit einem einfachen, vor einem Jahrzehnt an der Eawag entwickelten Modell gemacht wurden. Inzwischen wurden zahlreiche Messungen im See, seinem Einzugsgebiet und seinen Sedimentablagerungen durchgeführt. Diese erlauben weitreichende Rückschlüsse auf die historische Entwicklung, die Nährstoffkreisläufe und die Quellen und Senken der gelösten Gase im See. welche bei der Entwicklung des neuen dynamischen Modells mit einfliessen werden. Als zusätzliche Grundlage für die Modellierung werden mit einem neu an der Eawag entwickelten Messgerät die Konzentrationen verschiedener Gase im See gemessen. Dabei handelt es sich einerseits um Spurengase, welche Rückschlüsse auf die langfristigen Transportprozesse innerhalb des Sees erlauben, andererseits um die für die Bewirtschaftung des Sees zentralen Gase Methan und Kohlendioxid.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Das in diesem Projekt entwickelte Modell wird eine zuverlässigere Abschätzung der Konsequenzen verschiedener Szenarien für die Nutzung des Methans im Kivu-See erlauben. Es wird auch ermöglichen, eine bessere Vorstellung über die Entwicklung des Sees im letzten Jahrtausend zu gewinnen. Die im Projekt entwickelte Methode zur Messung der Gaskonzentrationen im See ist zudem ein vielversprechender Ansatz für eine zuverlässiges Langzeit-Monitoring der Gaskonzentrationen im Kivu-See.