Lead
1. Lead Dieses Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen der EPF Lausanne (Zentrum für Limnologie) und der Universität Genf (Institut F-A Forel). Gemeinsam wollen wir eine Arbeitsplattform ausserhalb von Pully im Genfersee (Nähe Lausanne) betreiben, welche in einer Tiefe von 100 m verankert wird. Damit wird es möglich Messungen in der Wassersäule des Sees (Temperatur, gelöste Ionen, Strömungen, Wellen, Turbulenz, wellenlängen-abhängige Einstrahlung und Abstrahlung, Phytoplankton, Zooplankton, Pigmente, Sedimentation, sowie verschiedene biologisch-physikalische Eigenschaften der Partikel) kontinuierlich durchzuführen und die Daten teilweise direkt ins Labor zu übermitteln. Mit diesen kombinierten Messungen über Tage bis Monate erwarten wir ein deutlich besseres Verständnis des Algenwachstums zu gewinnen und dieses mit Satelliten-Beobachtungen und numerischen on-line Seemodellen zu verknüpfen.

Lay summary
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2. Inhaltund Ziel des Forschungsprojekts

Das Wachstum und die Vielfalt der Algen (Phytoplankton) und derKleistwassertiere (Zooplankton) in Seen und Stauhaltungen sind von vielenEinflussfaktoren abhängig. Zwar wurde in der Vergangenheit mittels Wasserprobendie biologische Zusammensetzung und Primärproduktion in Seen regelmässig erhoben,doch meist war die Zeit zwischen den Beobachtungen zu lang, um die biologische Entwicklungzu verfolgen. Mit der vorgeschlagenen Arbeitsplattform versuchen wir die physikalische Umgebung in der Wassersäule und am Luft Wasser-Übergang,sowie die zeitliche Dynamik des Algenwachstums und desZusammenspiels zwischen Phytoplankton und Zooplankton in kurzenZeitabständen zu verfolgen. Wir versuchen solche Experimente über Wochen zu verfolgenund erwarten so grundlegend neue Einsichten in die Dynamik derdichte-geschichteten Turbulenz, des Lichtes im Gewässer, des Algenwachstums undder Zusammensetzung des Planktons.

 

3. Wissenschaftlicher undgesellschaftlicher Kontext

Die biologische Vielfalt in Gewässern ändert sich seit Jahrzenten, ohnedass wir verstehen warum. Zwar gab es verschiedene offensichtliche Einflussfaktoren,wie Überdüngung oder invasive Arten. Doch viele andere Faktoren, wiebeispielsweise das langfristige Klima das kurzfristige Wettergeschehenbeeinflussen ebenfalls Wachstum und Zusammensetzung der Algen. Mit denangestrebten hochaufgelösten Messungen versuchen wir Einsichten in die Dynamik dieserZusammenhänge zu gewinnen.

 

Die Arbeitsplattform erlaubt zudem Grund-Messungen für dieSatelliten-Beobachtungen. Diese werden mit der Lancierung des Sentinel-Programmsmit deutlich höherem Rhythmus zur Verfügung stehenund somit erlauben, die zeitliche Dynamik auch in horizontaler Ausdehnung zuverfolgen.