Lead
Das Südpolarmeer spielt global eine wichtige Rolle beim Austausch von Kohlenstoff und anderen biogeochemischen Elementen zwischen den kalten Tiefen- und den wärmeren Oberflächenwasserschichten sowie beim Austausch von CO2 mit der Atmosphäre. Phytoplankton wandelt durch Photosynthese inorganische in organische Materie um und ist so massgeblich für die CO2-Aufnahme des Ozeans verantwortlich. Zwei wichtige Planktongruppen, die Silikat-produzierenden Diatomeen und die Kalziumcarbonat-produzierenden Coccolithophoren dominieren die polnahen südlichen Breiten. Die biologischen Kontrollen dieser Lebensräume, ihre Störanfälligkeit und mögliche Gefährdung durch Klimawandel und Ozeanversauerung, sowie daraus entstehende mögliche Konsequenzen für globale biogeochemische Kreisläufe sind bisher unbekannt.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts:

In diesem Projekt werden ein Ozeanökosystemmodell des Südpolarmeers sowie Beobachtungen von Plankton verwendet, um entscheidende Einflüsse auf Verbreitung und Umweltbeziehungen von Coccolithophoren und Diatomeen zu identifizieren und den Effekt des Klimawandels im 21. Jahrhundert auf diese Planktongruppen im Südpolarmeer zu quantifizieren. Damit lassen sich mögliche Konsequenzen von Veränderungen dieser Lebensbereiche auf die Aufnahme von atmosphärischem CO2 und die globalen Stoffkreisläufe abschätzen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts:

Der fortschreitende Klimawandel ist allgegenwärtig und betrifft auch marine Ökosysteme in den noch weitgehend unbekannten und schwer zugänglichen Regionen des Südpolarmeers, mit bisher unbekannten Konsequenzen für die marine Flora und Fauna. Das Projekt erweitert unser Verständnis von marinen Ökosystemen in den hohen Breiten und deren Dynamik und ökologischer Struktur. Es wird uns Informationen über mögliche Feedbacks zwischen Ökosystemprozessen im südlichen Ozean und den globalen biogeochemischen Kreisläufen liefern. Beides ist essentiell für die Abschätzung möglicher Risiken des Klimawandels auf das System Mensch-Umwelt.