Lead
Die Geschlechtersegregation ist auf dem Schweizer Arbeitsmarkt stärker ausgeprägt als in anderen europäischen Ländern. Wie unsere jüngste Forschung zu Berufsverläufen junger Erwachsener in der Schweiz ergab, spielen Vorstellungen von Familie und Berufstätigkeit, die sich wechselseitig stark beeinflussen, hierbei eine zentrale Rolle.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

In diesem Wechselverhältnis zwischen Vorstellungen von Berufstätigkeit und Familie vermuten wir einen wesentlichen Aspekt, der die berufliche Geschlechtersegregation mit erklären kann.

Mittels 60 teilnarrativer Interviews, die wir auf Basis der quantitativen Längsschnittstudie TREE – Transition von der Erstausbildung ins Erwerbsleben aussuchen, erheben wir Familien- und Berufsvorstellungen bei 30jährigen Frauen und Männern in geschlechtstypischen, -neutralen oder geschlechtsuntypischen Berufen. Wir untersuchen die spezifischen Wahrnehmungen ihrer beruflichen Perspektiven und Rahmenbedingungen sowie ihre Vorstellungen von Familiengründung, Vollzeit/Teilzeit-Pensen, von Wiedereinstieg und familialem Arrangement.

Ziel der Studie ist es, durch die explizite Verknüpfung dieser beiden Aspekte zu einer Erweiterung des Forschungsstandes zu Geschlechterungleichheiten in Berufsverläufen beizutragen.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen

Damit soll es gelingen, ein besseres Verständnis der starken beruflichen Geschlechtersegregation in der Schweiz zu gewinnen und zur Lösung eines immer dringlicher werdenden gesellschaftlichen Problems beizutragen.