Lead
Das in der Schweiz autonom nachvollzogene EU-Recht hat häufig lediglich einen ausschnittweisen und zufälligen Charakter. Zwischen der Statik der schweizerischen Rezeption und der Dynamik der Entwicklung des Europarechts besteht eine fortlaufende Spannung. Darüber hinaus kann eine Tendenz zu „faktischer Konvergenz“ beider Rechtsordnungen festgestellt werden. Die geplante Studie soll diese Strukturen offenlegen und den politischen Entscheidungsträgern Optionen zur Weiterentwicklung des schweizerischen Arbeitsrechts im europäisch/internationalen Umfeld aufzeigen.

Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Aus den übergeordneten grundrechtlichen oder völkerrechtlichen Vorgaben, aber auch aus den Anforderungen eines „globalisierten“ Arbeitsmarktes entwickelt sich eine Angleichung des schweizerischen Arbeitsrechts an das EU-Arbeitsrecht. Durch die Schaffung neuer primärrechtlicher Grundlagen und die Rechtsprechung des EuGH hat sich das EU-Arbeitsrecht weiterentwickelt. Für die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied stellt sich die Frage wie mit dem in verschiedenen Bereichen des Arbeitsrechts vereinheitlichen EU-Rechtsrahmen umzugehen ist. Die geplante Studie soll dafür rechtlich fundierte und rationale Entscheidungskriterien liefern. Dafür sollen die Strukturen des schweizerischen und des EU-Arbeitsrechts sowie des beide Rechtsordnungen gleichermassen beeinflussenden internationalen Rechtsrahmens vergleichend analysiert werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die EU, welche einst als Wirtschaftsraum begann, wird zunehmend zu einem vereinheitlichten Sozialraum. Das FZA Schweiz/EU hat nicht die integrale Übernahme des EU-Arbeitsrechts zum Ziel, sondern spiegelt im Wesentlichen nur die den Binnenmarkt fördernde Seite des EU-Arbeitsrechts wieder. Das vorliegende Projekt liefert einen Beitrag dazu, wie mit diesem Spannungsfeld umgegangen werden kann.