Lead
Social Media Angebote wie Facebook und WhatsApp sind heute bereits in vielen Familien bedeutsamer Teil der Alltagskommunikation. Eine grosse Rolle spielen hierbei Bilder und Fotografien, die über die Plattformen kommuniziert werden und damit einen wesentlichen Bestandteil des sozialen Austauschs bilden. Als stärkste Nutzergruppe dieser neuen sozialen Medien etablierten sich die sog. ‚Digital Natives‘, also die nach dem Jahr 1980 Geborenen. Diese werden bzw. sind inzwischen selbst Eltern geworden. Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit sich deren visuelle Praxis der Familienfotografie unter Einbezug des medialen Wandels von der früherer Generationen unterscheidet.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Das Forschungsprojekt umfasst vier thematische Schwerpunkte:  (1.) Zunächst werden die Bild-Motive untersucht: Was ist auf den Fotos überhaupt zu sehen, welche Darstellungsweisen von Familie sind für die Foto-basierten Selbstpräsentationen zentral? Darüber hinaus soll (2.) analysiert werden, in welchen Kommunikationszusammenhängen die jungen Eltern die Bilder verwenden, (3.) welche Strategien und Herangehensweisen sich bereits bei der Herstellung der Bilder zeigen und (4.) welche Rolle die Fotos für die nach aussen in die Öffentlichkeit gerichtete Kommunikation der Familien spielen. Ziel ist es, die familienfotografischen Praktiken der neuen, digital vernetzten Generation junger Eltern im Kontrast zu früheren Generationen zu untersuchen und die sich hieraus ergebenden gesellschaftlichen  Zusammenhänge zu klären.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Unsere Forschungsarbeit wird wichtige Erkenntnisse darüber erbringen, inwieweit das Phänomen der privaten Fotografie im Zuge des medialen Wandels  Veränderungen unterliegt und welche Auswirkungen dies auf die Alltagskommunikation von Familien hat. Wie erste Forschungen zeigen, werden zahlreiche Kinder- und Familienfotos über soziale Netzwerke wie Facebook und mobile Anwendungen wie WhatsApp versendet. Welche spezifischen gesellschaftlichen und ästhetischen Folgen sich hieraus ergeben, wurde bislang jedoch nicht untersucht. Durch seine starke empirische Verankerung in Form der Durchführung von Beobachtungen, Interviews und Netzwerkanalysen wird das Projekt hierzu bedeutende Einsichten liefern.