Lead
In der Moderne verändert sich das Verständnis vom Heiligen. Als Konsequenz daraus etablieren sich neue Orte und Bautypologien, die in ihrer auratischen Strahlkraft in Konkurrenz zu traditionellen Sakralbauten treten.

Lay summary

Im Zuge von Säkularisierung, zunehmendem Geschichtsbewusstsein und nationalistischen Bewegungen seit Ende des 18. Jahrhunderts vermitteln neben Religion neue Kategorien wie Kultur und Nation veränderte Vorstellungen von Gemeinschaften und ihren Wertsystemen. Das Projekt analysiert die Umsetzung heiliger respektive auratischer Deutungsmuster in Architektur, Städtebau, Denkmalpflege und Archäologie. 





Es setzt dabei zwei Schwerpunkte:

1. historisch etablierte Sakralorte wie beispielsweise Jerusalem, die in konfessionellen und geopolitischen Konflikten neu verhandelt werden

2. auratische „Alternativorte“ wie zum Beispiel Museen, Parlamentsbauten und Nationaldenkmäler, die durch Verschiebungen im Verständnis vom Sakralen und Profanen entstehen.

Das Ziel ist es, räumliche Typologien des Heiligen in der Moderne und Gegenwart zu entwickeln und ihre künstlerische Formgebung in transkultureller und transreligiöser Perspektive zu untersuchen.

Mit den Methoden der Kunst- und Kulturwissenschaft führt das Projekt aktuelle raum- und religionswissenschaftliche Ansätze zusammen und untersucht, welche neuen Orte und Architekturen mit symbolischer und identitätsstiftender Bedeutung für die Gesellschaft entstehen. Es trägt damit zu gegenwärtigen Diskussionen um Mythos und Macht heiliger Räume bei, die in aktuellen politischen und kulturell-religiösen Konflikten häufig eine zentrale Rolle spielen.