Lead
Schlaf ist zentral für die körperliche sowie psychische Regeneration. Schlafstörungen hingegen, wie Schlafapnoe, Restless Legs Syndrom und Insomnie sind mit Bluthochdruck, sowie kardio-vaskulärer Morbidität und Mortalität assoziiert. Mehr als 50% der Schlaganfallpatienten leiden an einer schlafbezogenen Atemstörung und 20-40% sind von einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus betroffen. Aufgrund der hohen Prävalenz von Schlafstörungen nach Schlaganfall und ihrer negativen gesundheitlichen Folgen, ist eine Früherkennung und unmittelbare Behandlung zur Optimierung des Rehabilitationsprozesses der Betroffenen von zentraler Bedeutung.

Lay summary

Inhalte und Ziele des Forschungsprojekts

Das gesamte Forschungsprojekt ist zweigeteilt. In der Interventionsstudie wird untersucht, ob eine unmittelbare Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms mittels nächtlicher Überdrucktherapie den Verlauf des Schlaganfalles günstig beeinflusst. Ziel der Beobachtungsstudie ist es, die Häufigkeit der Schlafstörungen nach Schlaganfall zu erfassen und deren Einfluss auf den Rehabilitationsprozess zu beschreiben. Hierbei werden über 1000 Patienten mit akutem Schlaganfall oder transienten ischämischen Attacken aus zwei Zentrum (Inselspital Bern, Universitätsklinik für Neurologie und Neurocentro della Svizzera Italiana, Lugano) rekrutiert.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das vorliegende Projekt strebt ein besseres Verständnis zu den Häufigkeiten, den Formen und der Behandlungseffektivität von Schlafstörungen nach Schlaganfall an, sowie zu deren Einfluss auf den Rehabilitationsverlauf. Ein solches verbessertes Verständnis ist für die Bereitstellen der bestmöglichen Behandlung der Patienten nach Schlaganfall von zentraler Bedeutung. Wissenschaftliche Evidenz für einen besseren Rehabilitationsverlauf nach Schlaganfall bei unmittelbarer Behandlung der Schlafapnoesymptomatik versus keiner Behandlung würde eine Veränderung der klinischen Routine mit sich bringen.