Lead
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen des Kindes- und Jugendalters, mit oft gravierenden Auswirkungen auf Schule, Familie und soziales Umfeld. In vielen Fällen bleiben Symptome bis ins Erwachsenenalter erhalten. Neben der Behandlung mit Stimulanzien gibt es auch nicht-medikamentöse Therapieverfahren für ADHS, die in den letzten Jahren verstärkt ins Blickfeld der Forschung gerückt sind.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Es werden zwei Behandlungsmethoden für ADHS hinsichtlich ihrer Wirksamkeit verglichen, Neurofeedbacktraining und PC-gestütztes kognitives Training.  Beim Neurofeedbacktraining  lernen die Teilnehmer ihre Hirnaktivität zu regulieren, was zu einer verbesserten Aufmerksamkeit führen soll.  Dazu wird die Hirnstromaktivität mit  Elektroden gemessen, die auf der Kopfoberfläche aufgeklebt sind, dann mittels einer speziellen Software in Signale umgewandelt und dem Teilnehmer zurückgemeldet.  Beim PC-gestützten kognitiven Training führen die Teilnehmer dagegen spezifische Übungen durch, mit denen Fähigkeiten wie Aufmerksamkeitsfokussierung,  Arbeitsgedächtnis oder Antworthemmung gezielt trainiert  werden. Im Forschungsprojekt werden Wirksamkeit  und Wirkmechanismen beider Methoden untersucht und verglichen, mit dem Ziel, Empfehlungen für Untergruppen von Patienten ableiten zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Einbeziehen der Schule als Therapieort. Die Hälfte der Studienteilnehmer – im Alter von 8 bis 16 Jahren - wird im schulischen Umfeld und nicht, wie sonst üblich, in therapeutischen Ambulanzen trainiert. Dabei wird angestrebt, durch einen verbesserten Transfer direkter auf Probleme, die bei ADHS in der Schule auftreten, einwirken zu können als bisher.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Wirksamkeitsstudien zu nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden von ADHS und die Ableitung differentieller Behandlungsempfehlungen sind von hoher Relevanz.  Es soll ausserdem untersucht werden, welche Vor- und Nachteile eine Behandlung  im schulischen Setting mit sich bringt und ob damit auch Betroffene erreicht werden können, die sonst z.B. aus sozialen Gründen nicht an ambulanten Therapien teilnehmen.