Lead
Schlaf ist für unser tägliches Funktionieren und Wohlbefinden wichtig. Trotzdem ist seine biologische Funktion immer noch schlecht verstanden. Das Elektroenzephalogramm (EEG) reflektiert die neuronale Aktivität des Gehirns und ist ein zuverlässiger Zustandsindikator (z.B. Wach-Zustand, Schlaf). Mit Hilfe neuer quantitativer EEG-Analysemethoden sollen neue Einsichten gewonnen werden, welche Prozesse diesen Zuständen und ihren Übergängen zugrunde liegen.

Lay summary

Das Projekt befasst sich mit dem Einschlafprozess (Übergang Wach-Zustand/Schlaf) und dessen „trait“ Aspekten. Auch soll untersucht werden, ob der Übergang vom Wach-Zustand zu Non-REM-Schlaf Gemeinsamkeiten mit dem Übergang von REM- zu Non-REM-Schlaf hat (Stadienübergänge). Besonders ist, dass das Projekt auf einen grossen Pool existierender Daten von jungen Erwachsenen und longitudinalen Daten von Babys, Vorschulkindern und Jugendlichen zurückgreift. Dies ermöglicht, entwicklungsbedingte Veränderungen des Einschlafprozesses zu untersuchen. Auch eine translationale Erweiterung auf eine klinische Population ist vorgesehen.

Frühe Anzeichen von Schlaf sollen mit Hilfe verschiedener physiologischer Variablen erfasst und deren Abhängigkeit von erhöhtem Schlafdruck (z.B. durch Schlafentzug) erforscht werden. Auch interessiert, ob sich Einschlafen nach spontanem oder erzwungenem Aufwachen unterscheidet. Dies könnte neue Erkenntnisse über die Pathophysiologie von gestörtem Schlaf liefern.

Der Verlust des Bewusstseins beim Einschlafen beruht vermutlich auf dem Zusammenbruch funktioneller kortikaler Konnektivität. Dies soll durch die Analyse der Veränderung der globalen Feldsynchronisation im EEG, sowie des Einflusses von erhöhtem Schlafdruck erfasst werden. Räumliche EEG-Muster (Karten, Quellenlokalisation) beim Einschlafen werden ebenfalls untersucht.

Im translationalen Teil werden die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung auf eine klinische Population angewendet. Wir zielen darauf ab, neue quantitative analytische Werkzeuge zur Erfassung des Einschlafens anzuwenden. Diese sollen die gängigen Untersuchungen wie den multiplen Schlaflatenztest oder den „Wachbleibetest“ ergänzen.

Das Grundlagenforschungsprojekt soll helfen zu erklären, wie Stadienübergänge (im Speziellen das Einschlafen) bei Erwachsenen erfolgen und wie sich diese während der Entwicklung (von Babys zu Jugendlichen) verändern. Daraus sollen neue Erkenntnisse gewonnen werden, warum und wie wir einschlafen.