Lead
In der Schweiz ergeben sich zunehmend neue Herausforderungen, wenn auch MigrantInnen in Altersheime eintreten. Wie bei anderen alten Menschen findet bei ihnen oftmals eine Rückbesinnung auf die Herkunft statt. Kulturspezifische Altersinstitutionen wollen vor diesem Hintergrund ein Umfeld ermöglichen, das die persönlichen und kulturellen Bedürfnisse der MigrantInnen berücksichtigt.

Lay summary
Die sogenannten „mediterranen“ Alterseinrichtungen in der Schweiz richten sich bisher ausschliesslich an Personen aus Italien und Spanien. Ob solche spezifischen Betreuungsmodelle auch auf kommende pflegebedürftige Migrantengruppen übertragbar sind, wird in Fachkreisen diskutiert. Zudem gibt es politische und finanzielle Vorbehalte gegen kulturspezifische Einrichtungen. Ein Teil der Fachwelt fordert deshalb den transkulturellen Wandel in den Regelinstitutionen der ambulanten und stationären Altenpflege.
Die Studie hat zum Ziel, durch die Untersuchung des gestalterischen und kommunikativen Umfelds zweier „mediterraner“ Alterseinrichtungen jene Faktoren zu identifizieren, die von den BewohnerInnen positiv bewertet werden oder eine positive Wirkung auf deren Befinden haben. Von besonderem Interesse sind dabei die Gestaltung und Wirkung der Räumlichkeiten sowie die Gestaltung des Service Designs, wie z.B. Speisepläne und Aktivierungsmassnahmen. Ferner wird die Übertragbarkeit dieser Faktoren auf Regelinstitutionen der stationären Altenpflege geprüft. Insbesondere werden Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gestaltung des kommunikativen Umfelds gezogen.
Als weiteres Ergebnis generiert die Studie einen Kriterienkatalog mit konkreten Empfehlungen zur Gestaltung des kommunikativen Umfelds in kultursensiblen Alterseinrichtungen. Damit soll der von Fachleuten geforderte transkulturelle Wandel in Pflegeeinrichtungen unterstützt werden.