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Lay summary
Das Verhalten oder der frühere Gesundheitszustand einer kranken Person lässt sich aus herkömmlichen Querschnittsstudien nicht erschliessen. Dazu sind für die Gesamtbevölkerung repräsentative so genannte longitudinale Untersuchungen nötig, die eine möglichst hohe Zahl von Personen und eine möglichst lange Untersuchungsperiode einschliessen. Mit der Swiss National Cohort (SNC) wurde eine landesweite Datenbasis erstellt, mit der Analysen über den Zusammenhang von soziodemografischen Rahmenbedingungen und individueller sozialer Lage einerseits und todesursachenspezifischer Sterblichkeit sowie der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens andererseits durchgeführt werden können.2. Kontext und BedeutungIn der SNC werden Informationen aus den Volkszählungen 1990 und 2000 mit den Sterbefällen ab 1990 zusammengeführt; für die ausländische Bevölkerung können zusätzlich Informationen über Ein- und Auswanderungen herangezogen werden. Aufgrund der so verbundenen Daten lässt sich beispielsweise herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Scheidungen und Sterbefällen gibt oder welche Verbindungen zwischen bestimmten Berufen und spezifischen Todesursachen bestehen. Weil über dasselbe Individuum häufig Angaben aus unterschiedlichen Lebensphasen verfügbar sind, können neuartige und komplexe Fragestellungen untersucht werden. Die SNC stellt auch einen Mehrwert für Andere dar, die damit ihre eigenen Studien mit einem Mortalitäts-Follow-up und Informationen über den sozioökonomischen Status und das soziodemografische Umfeld vervollständigen können. Damit können gesundheitspolitische Fragestellungen verfolgt und gesundheitliche Risiken besser beurteilt werden. 3. Wissenschaftlicher Rahmen und MethodologieGetragen wird das Projekt von den fünf Schweizer Instituten für Sozial- und Präventivmedizin in Zürich, Bern, Lausanne, Basel und Genf. Kernstück ist ein Kooperationsvertrag zwischen dem Bundesamt für Statistik und den Instituten in Bern und Zürich. Alle Daten stehen den Forschenden nur in anonymisierter Form zur Verfügung. Es ist also nicht bekannt, welche Namen und Adressen sich dahinter verbergen. Damit Informationen aus verschiedenen Quellen dennoch einem Individuum zugeordnet werden können, werden Variablen miteinander verglichen, die in beiden Datensätzen vorkommen, wie zum Beispiel Geschlecht, Alter und Wohnort. Stimmen diese Variablen überein, kann darauf geschlossen werden, dass es sich um die Daten desselben Individuums handelt. Bei teilweiser Nicht-Übereinstimmung wird anhand von Wahrscheinlichkeitsüberlegungen entschieden, welche Datensätze miteinander verknüpft werden können und welche nicht