Lead
Langfristige Planung nachhaltiger Wasserinfrastrukturen Trinkwasserleitungen, Kanalisation und Kläranlagen sind vielerorts erneuerungsbedürftig. Die aktuelle Wasserpolitik der Schweiz ist für eine nachhaltige und strategische Planung dieser Infrastrukturen aber nur unzureichend gerüstet. Wie müssen Instrumente und Planungsprozesse den Veränderungen in Natur und Gesellschaft angepasst werden?

Lay summary

Hintergrund
Die Infrastrukturen im Wassersektor sollten möglichst lange funktionieren. Ihre Planung ist jedoch komplex: Extremereignisse wie Dürren und Hochwasser sollten in der Planung ebenso berücksichtigt werden wie der zunehmende Wasserbedarf oder die demographische Entwicklung. Die Akteure sind zudem in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Die Aufteilung der Abwasserentsorgung und der Trinkwasserversorgung in verschiedene Organisationseinheiten ist eine Schwachstelle in der Planung. Es sind zwar Instrumente vorhanden, um die Infrastrukturmängel in einer Gemeinde zu identifizieren und Investitionspläne vorzuschlagen. Sie ermöglichen jedoch keine langfristige Planung – auch weil entsprechende Werkzeuge fehlen.

Ziel
Es werden Entscheidungshilfen entwickelt, um die langfristige Planung für Infrastrukturen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu verbessern. Ein Gleichgewicht der ökonomischen Kosten, ökologischen Aspekte und sozialen Wertvorstellungen wird angestrebt. Besonders berücksichtigt wird, dass in vielen Gemeinden genaue Daten zu den Infrastrukturen fehlen und dass zukünftige Entwicklungen nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden können. Mit einer mehrschichtigen Entscheidungsanalyse werden die subjektiven Präferenzen verschiedener Entscheidungsträger miteinbezogen. Die Entscheidungshilfen werden in mehreren Gemeinden gemeinsam mit den Praxispartnern entwickelt und validiert.

Bedeutung
Die zu entwickelnden Instrumente unterstützen den Übergang von einem problembasierten „Reparieren“ zu einer vorausschauenden Planung von Wasserinfrastrukturen. Die in den Fallstudien beteiligten Akteure werden für Fragen der Planung sensibilisiert, indem sie an einem zukunftsgerichteten, gemeinschaftlichen Planungsprozess beteiligt sind. Der Ansatz kann auf andere schwierige Entscheidungssituationen, bei denen viele Akteure beteiligt sind, angepasst werden.