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Klimawandel, Mobilität und Transformationsprozesse. Mensch-Umwelt-Interaktionen in (Prä)historischen Gesellschaften der Arktis

English title Climate change, mobility and transformation processes. Human-environment interactions in (pre)historical societies of the Arctic
Applicant Brunner Mirco
Number 199868
Funding scheme Early Postdoc.Mobility
Research institution Ökosystemforschung, Geoarchäologie und Polar Institut für Ökosystemforschung Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institution of higher education Institution abroad - IACH
Main discipline Archaeology
Start/End 01.03.2021 - 31.08.2022
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Keywords (10)

Ökonomie; Archäologie; Mobilität; Mensch-Umwelt-Interaktionen; Modellierungen; Klima; Migration ; Grönland; Radiokarbondatierungen; Arktis

Lay Summary (German)

Lead
Der Fokus dieser Arbeit basiert auf Mensch-Umwelt-Interaktionen (Prä-)historischer Gesellschaften in der Arktis. Die primäre Frage des vorliegenden Forschungsplans zielt darauf ab, wie klimatische Bedingungen den Menschen und folglich die Nutzung seiner Ressourcen von 2500 v. Chr. bis in die heutige Zeit beeinflusst hat.Die extremen klimatischen Bedingungen der Arktis erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Überlebensstrategien von Mensch und Tier an die Natur. Sie können in Untersuchungen zu Klima und Archäologie belegt werden. Diese meist kleinräumigen und regional angesiedelten Studien werden ergänzt durch eines der besten Klimaarchive der Welt auf. Dank grösseren Projekten der vergangenen Jahrzehnte liegen die Forschungsdaten aus allen Disziplinen und Zeitabschnitten publiziert vor. Dennoch fehlen bisher übergreifende Studien zur Verbindung von archäologischen und klimatischen Datensätzen, die die Mensch-Umwelt-Interaktionen sichtbar werden lassen.
Lay summary

Das Ziel ist die Ausarbeitung von Modellen zu Mobilität und Transformationsprozessen in der Arktis – basierend auf der Zusammenführung naturwissenschaftlicher und archäologischer Daten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit ausgewählten, sozialanthropologischen Fallbeispielen in Verbindung gebracht. Damit können folgende archäologisch relevante Aspekte beantwortet werden: Interaktion und Netzwerke, Mobilität und Migration sowie Handelsökonomie und politische Ökonomie.

Umgesetzt wird das Vorhaben mittels eines multimethodischen und interdisziplinären Ansatzes, der klimatologische und demographische Proxies korreliert. Dazu werden anthropogene Hinterlassenschaften, Radiokarbondatierungen als auch Klimadaten aus Eisbohrkernen statistisch quantitativ und qualitativ ausgewertet. Somit ist es möglich Modelle zu Mensch-Umwelt-Interaktionen zu generieren. Dadurch werden die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt der letzten 4500 Jahre deutlich. Es kann herausgearbeitet werden, wie der Mensch einen Lebensraum, der von extremen Bedingungen geprägt ist über Jahrtausende nutzte und selbst mitprägte.

Die Ergebnisse dieser Arbeit werden helfen vergangene Prozesse zu verstehen und schaffen einen Bezug zu aktuellen Klimaentwicklungen. Die abzusehende Klimaerwärmung betrifft die arktischen Regionen besonders stark, dessen Bevölkerungen weiterhin mit enormen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen konfrontiert sein werden. Die grossräumige Zerstörung von bisher bestens erhaltenen Siedlungsplätzen und Nekropolen zeichnet sich schon heute ab und dürfte in Zukunft rasant zunehmen. Daher braucht es für die Arktis nachhaltige Forschungskonzepte, die der Wissenschaft für diese Herausforderungen zur Verfügung stehen.

 

Direct link to Lay Summary Last update: 21.12.2020

Responsible applicant and co-applicants

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Timeless Arctic – Commercial Hunting in the Reconstruction of Human Impact in Svalbard Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
XRONOS - Open Access Database for absolute chronological archaeological information Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Polar Social Sciences & Humanities: Spotlight on Swiss Research #3 (Swiss Polar Institute) Talk given at a conference Climate change, mobility and transformation. Human-environment interactions in (pre)historical societies of the Arctic 12.03.2021 Virtuell, Switzerland Brunner Mirco;


Abstract

Der Fokus dieser Arbeit basiert auf Mensch-Umwelt-Interaktionen (Prä-)historischer Gesellschaften in der Arktis. Die primäre Frage des vorliegenden Forschungsplans zielt darauf ab, wie klimatische Bedingungen den Menschen und folglich die Nutzung seiner Ressourcen von 2500 v. Chr. bis in die heutige Zeit beeinflusst hat.Die extremen klimatischen Bedingungen der Arktis erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Überlebensstrategien von Mensch und Tier an die Natur. Sie können in Untersuchungen zu Klima und Archäologie belegt werden. Diese meist kleinräumigen und regional angesiedelten Studien werden ergänzt durch eines der besten Klimaarchive der Welt auf. Dank grösseren Projekten der vergangenen Jahrzehnte liegen die Forschungsdaten aus allen Disziplinen und Zeitabschnitten publiziert vor. Dennoch fehlen bisher übergreifende Studien zur Verbindung von archäologischen und klimatischen Datensätzen, die die Mensch-Umwelt-Interaktionen sichtbar werden lassen.Das Ziel ist die Ausarbeitung von Modellen zu Mobilität und Transformationsprozessen in der Arktis - basierend auf der Zusammenführung naturwissenschaftlicher und archäologischer Daten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit ausgewählten, sozialanthropologischen Fallbeispielen in Verbindung gebracht. Damit können folgende archäologisch relevante Aspekte beantwortet werden: Interaktion und Netzwerke, Mobilität und Migration sowie Handelsökonomie und politische Ökonomie.Umgesetzt wird das Vorhaben mittels eines multimethodischen und interdisziplinären Ansatzes, der klimatologische und demographische Proxies korreliert. Dazu werden anthropogene Hinterlassenschaften, Radiokarbondatierungen als auch Klimadaten aus Eisbohrkernen statistisch quantitativ und qualitativ ausgewertet. Somit ist es möglich Modelle zu Mensch-Umwelt-Interaktionen zu generieren. Dadurch werden die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt der letzten 4500 Jahre deutlich. Es kann herausgearbeitet werden, wie der Mensch einen Lebensraum, der von extremen Bedingungen geprägt ist über Jahrtausende nutzte und selbst mitprägte. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden helfen vergangene Prozesse zu verstehen und schaffen einen Bezug zu aktuellen Klimaentwicklungen. Die abzusehende Klimaerwärmung betrifft die arktischen Regionen besonders stark, dessen Bevölkerungen weiterhin mit enormen wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen konfrontiert sein werden. Die grossräumige Zerstörung von bisher bestens erhaltenen Siedlungsplätzen und Nekropolen zeichnet sich schon heute ab und dürfte in Zukunft rasant zunehmen. Daher braucht es für die Arktis nachhaltige Forschungskonzepte, die der Wissenschaft für diese Herausforderungen zur Verfügung stehen.
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