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Im Spiegel der Republik: Valerius Maximus’ Facta et Dicta Memorabilia - Vollständige Neuübersetzung und historischer Kommentar

English title In the Mirror of the Republic: Valerius Maximus' Facta et Dicta memorabilia - New German Translation and historical Commentary
Applicant Itgenshorst Tanja
Number 185282
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Antike und Byzanz Universität Freiburg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Ancient history and Classical studies
Start/End 01.02.2020 - 31.01.2024
Approved amount 737'638.00
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Keywords (8)

Memory Studies; Principate; Identity; Manuscripts; Roman history; Historiography; Exempla; Intellectual history

Lay Summary (German)

Lead
Im Spiegel der Republik: Valerius Maximus’ Facta et Dicta Memorabilia - Vollständige Neuübersetzung und historischer KommentarDie Sammlung der «Denkwürdigen Taten und Worte» des römischen Schriftstellers Valerius Maximus besteht aus rund tausend Anekdoten, in deren Zentrum jeweils eine historische Persönlichkeit der Vergangenheit steht, die vorbildhaft oder kritikwürdig gehandelt hat. Dieser spezifische Bezug auf die Vergangenheit dient auch zur Etablierung eines Wertekanons für die Entstehungszeit unter Kaiser Tiberius
Lay summary

Die umfangreiche lateinischsprachige Sammlung umfasst positive und negative Vorbilder (exempla) der Vergangenheit, die mit bestimmten Tugenden oder Lastern verbunden werden; die Beispiele sind in Gruppen zusammengefasst und besitzen darüber hinaus einen bestimmten Unterhaltungswert. Die einzelnen Anekdoten sind einerseits eine wichtige Quelle für die Geschichte der römischen Republik, die Sammlung insgesamt sagt andererseits viel über das Wertesystem der frühen römischen Kaiserzeit. Zudem bringen die Überleitungen zwischen den verschiedenen Gruppen persönliche Auffassungen des Autors zum Ausdruck.

Das Projekt hat es sich erstens zum Ziel gesetzt, eine vollständige und zeitgemässe deutsche Übersetzung zu erstellen, die den Text einem breiteren, historisch interessierten Leserkreis zugänglich machen wird. Zweitens wird das Verständnis der zahlreichen Anekdoten erleichtert durch die Erarbeitung eines historischen Kommentars zum gesamten Werk, der historische Zusammenhänge erläutert, Spezialbegriffe erklärt und die weiterführende Forschungsliteratur auswertet. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Vertiefung der Kenntnisse zur intellektuellen Kultur in der frühen römischen Kaiserzeit.

Direct link to Lay Summary Last update: 30.05.2019

Lay Summary (French)

Lead
Dans le Miroir de la République : Les Facta et Dicta Memorabilia de Valère Maxime - nouvelle traduction allemande et commentaire historiqueLa collection des « Faits et dits memorables » de Valère Maxime consiste en env. mille anecdotes articulés respectivement autour d’une personnalité historique qui aurait agi d’une manière exemplaire ou récusable. Cette manière spécifique de se référer au passé est aussi un moyen pour établir un canon de valeurs pendant l’époque de la rédaction de l’œuvre, sous l’empereur Tibère.
Lay summary

La riche collection rédigée en latin comprend des « modèles » (exempla) positifs et négatifs du passé, qui incarnent à chaque fois certains vertus et vices ; les exemples sont regroupés sous des catégories et servent à l’instruction comme au divertissement. Les anecdotes individuelles constituent d’une part une source importante pour l’histoire de la République romaine ; d’une autre part, le recueil dans son intégralité est très instructif pour le système des valeurs du début du Haut-Empire. En outre, les transitions entre les différentes catégories témoignent des opinions personnelles de l’auteur.

Le projet a comme objectif d’abord la rédaction d’une complète et moderne traduction allemande qui rend cette source accessible à un public plus large intéressé à l’histoire. Ensuite, l’élaboration d’un commentaire historique de l’intégralité de l’œuvre contribuera davantage à la compréhension des nombreuses anecdotes, en éclairant le contexte historique, en expliquant la terminologie spécifique et en fournissant une mise en valeur de l’historiographie sur le sujet. Le projet contribuera ainsi à l’approfondissement des connaissances sur la culture intellectuelle des débuts du Haut-Empire.
Direct link to Lay Summary Last update: 30.05.2019

Lay Summary (English)

Lead
In the Mirror of the Republic: Valerius Maximus' Facta et Dicta memorabilia - New German Translation and historical Commentary The collection of «Memorable Doings and Sayings» by the Roman author Valerius Maximus consists of about a thousand anecdotes, each one centered on a historical personality of the past who acted in an exemplary or criticisable way. Referring in this particular manner to the past also serves the construction of a set of values under the emperor Tiberius.
Lay summary

The rich Latin collection comprises positive and negative examples (exempla) of the past, which illustrate certain virtues or vices; the examples are grouped in categories and seem to have an instructive as well as an entertaining function. The single anecdotes serve on the one hand as an important source for the history of the Roman republic; on the other hand, the whole collection is very instructive for the values of the early Empire (Principate). Furthermore, the connecting passages between the different categories testify to the personal views of the author.

The project’s aim is firstly to prepare a complete and modern German translation in order to introduce this important source to a wider public interested in history. Secondly, the understanding of the numerous anecdotes will be further facilitated by the elaboration of a historical commentary of the entire collection that explains the wider historical context, clarifies specific terms and analyses academic research on the subject. The project thus contributes to the elucidation of the intellectual culture of the Roman Principate.
Direct link to Lay Summary Last update: 30.05.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

Das geplante Projekt erschliesst mit den Facta et Dicta memorabilia des Valerius Maximus einen seit langer Zeit als für die Forschung zentral erkannten, aber bisher wenig in seiner Gesamtheit gewürdigten Quellentext für zukünftige Forschungsarbeiten. Dabei sollen die in der Vergangenheit zu dieser Quelle durchgeführten Untersuchungen dokumentiert und Fragestellungen für zukünftige Arbeiten, etwa generell zum Verhältnis von Erinnerung und Identität in vormodernen Gesellschaften, formuliert werden.Das vorliegende Projekt wird sich erstens einer neuen, erstmals seit beinahe zwei Jahrhunderten vollständigen deutschen Übersetzung der Facta et Dicta Memorabilia widmen: sie macht den Text sowohl der scientific community als auch einem breiteren deutschsprachigen akademischen Publikum zugänglich. Das Verständnis dieser Quelle wird zweitens durch einen begleitenden historischen Kommentar gefördert, der das gesamte Werk in den Blick nimmt. Die inhaltliche Beschäftigung mit dem Text wird im Rahmen des Projektes drittens auch die Gelegenheit bieten, seine Bedeutung und Funktion(en) im politisch-institutionellen wie mentalitätsgeschichtlichen Kontext neu zu prüfen, und zwar vor dem Hintergrund der altertumswissenschaftlichen Forschung, die hier in den letzten drei Jahrzehnten in dreifacher Hinsicht innovativ war: in Bezug auf die politisch-institutionelle Neubewertung der Übergangszeit zwischen später Republik und Prinzipat, betreffend die intellektuellen Milieus innerhalb der sozialen Elite sowie in Bezug auf das Forschungsfeld der Erinnerungskultur und der damit verbundenen Methoden und theoretischen Konzepte. Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen Erinnerung und römischer Identität ein für das valerianische Werk zentraler Aspekt in monographischer Weise untersucht (Dissertationsprojekt). Das Gesamtprojekt steht vor dem Hintergrund eines in internationaler Perspektive (Exeter, Kapstadt, Baltimore; s.u.) intensivierten Interesses an den Facta et Dicta; der Austausch mit den dort jeweils federführenden Forscherinnen und Forschern wird angestrebt und verspricht zusätzlichen Nutzen, da deren Herangehensweisen zum hier geplanten Projekt komplementär sind.Das Projekt widmet sich dabei einem Quellentext und Fragestellungen, die in der altertumswissenschaftlichen Forschung zur römischen Antike in der Schweiz gegenwärtig eher weniger beachtet werden. Somit eröffnet es einerseits den Anschluss an die internationale, v.a. englischsprachige (aber auch französische) Forschung, soll aber andererseits auch dazu beitragen, den innerschweizerischen Dialog über die betreffenden Themen anzuregen. Letzteres schliesst den Austausch mit Nachbardisziplinen ein: einerseits literaturgeschichtlich, über die vergleichende Exempla-Forschung, andererseits auch text- und rezeptionshistorisch, da das valerianische Werk seit dem Mittelalter eine überaus reiche Manuskripttradition besitzt.
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