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(Re-)Produktion von Differenz in der Hochschul- und Berufsausbildungspraxis - Lehrende und Praxisausbildende an Fachhochschulen im Fokus

English title (Re-)Production of Difference in Higher Education and Vocational Training Practice - Focus on Lecturer and Practical Trainers at Universities of Applied Sciences
Applicant Le Breton Maritza
Number 182378
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut Integration und Partizipation Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Social work
Start/End 01.05.2019 - 30.04.2022
Approved amount 441'060.00
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Keywords (6)

Differenzverhältnisse; Migration und Geschlecht; (Fach-)Hochschullehre; Diversität; (Fach-)Hochschullehrende; Praxisausbildende

Lay Summary (German)

Lead
Diversitätsorientierung - auch im Bereich der Lehre - gewinnt an Hochschulen gegenwärtig an Bedeutung. Im Anschluss an das Forschungsprojekt «Internationalisierung an Fachhochschulen», in dessen Rahmen u.a. Studienorientierungen und Handlungsstrategien von migrantischen Studierenden an Schweizer Fachhochschulen untersucht wurden, verfolgt diese Studie das Ziel, subjektive Deutungsweisen und Handlungspraktiken von Hochschullehrenden verschiedener Hochschulen und Fachbereiche und Praxisausbildenden mehrerer Praxisfelder zu erforschen.
Lay summary

Hintergrund

Im Zuge der Transformationsprozesse der (Fach-)Hochschulbildung hat der Diskurs über Diversität im Hochschulkontext seit einigen Jahren Einzug gehalten. So verzeichnen die Hochschulen – auch in der Schweiz – u.a. über verschiedene Aktionspläne, welche die bereits bestehenden Ansätze zur Gleichstellung der Geschlechter durch «Diversity Policies» ergänzen. Somit gelangen neben Geschlecht weitere Ungleichheits- und Differenzkategorien in den Fokus, wie bspw. Nationalität resp. Herkunfts- und Migrationshintergrund.

Während die Gestaltung und Praxis der Hochschuldidaktik bereits gut untersucht sind, sind Fokussierungen auf die Perspektive von Lehrenden seltener anzutreffen und stehen im Hinblick auf die Reproduktion von Differenzverhältnissen wie auch zur Frage einer differenzsensiblen Lehre noch weitgehend aus. Im Fokus dieses Forschungsprojekts stehen Einstellungen, Haltungen und Erfahrungen von Hochschullehrenden und Praxisausbildenden hinsichtlich migrantischer Studentinnen und Studenten sowie die Erfassung der strukturellen Bedingungen, in welche das Handeln beider Akteur*innengrup­pen eingebunden ist. Das Interesse gilt der zentralen Frage, inwiefern Hochschullehrende an Fachhochschulen und Praxisausbildende an der Herstellung resp. (Re-)Produktion von Differenzverhältnissen aufgrund von Migration und Geschlecht beteiligt sind? Welche Differenzzuordnungen lassen sich dabei genau erkennen und inwieweit werden Differenzverhältnisse problematisiert? Inwiefern lassen sich dabei Alteritätsverhältnisse (Othering, An- und Aberkennungspraktiken) oder intersektionale Verknüpfungen feststellen?

Dieses Vorhaben wird am Beispiel von jeweils vier Fachbereichen an Fachhochschulen der Deutsch- und Westschweiz sowie unterschiedlicher professioneller Praxisausbildungsfelder angegangen. Für die Bearbeitung des Forschungsvorhabens stützt sich die Studie auf eine methodische Anlage, welche die parallele und sequenzielle Anwendung verschiedener qualitativ-empirischer Erhebungs- und Auswertungsverfahren vorsieht. Beide Untersuchungsgruppen, d.h. die Hochschullehrenden und Praxisausbildenden werden zunächst mittels Expert*inneninterviews in Einzelsettings befragt, in einem zweiten Schritt kommen Gruppendiskussionen zur Anwendung.

Bedeutung

Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, Forschungslücken in Bezug auf Reproduktionsmechanismen und mehrdimensionale Interdependenzen von Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen mit Blick auf Migration und Geschlecht im Kontext der Fachhochschulforschung zu schliessen. Die Forschungsergebnisse sind somit für (Fach-)Hochschulangehörige in den Bereichen Lehre, Modul- resp. Studiengangleitung und dem Studienmanagement von grösstem Interesse. Zudem können Verantwortliche der hochschulischen Gleichstellungs- und Diversity-Abteilungen sowie der Inter­national Offices ebenso wie Zuständige der Praxisausbildungen aus den Erkenntnissen des Projektes wichtige Grundlagen für künftige Handlungsperspektiven gewinnen.

 
Direct link to Lay Summary Last update: 30.04.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Conference “Critical Gender and Diversity Knowledge. Challenges and Prospects” Talk given at a conference Zum Umgang mit Macht- und Differenzverhältnissen im Hochschulkontext – Analysen, Ansätze und Perspektiven 20.11.2020 Kongress Online (Think Tank Gender & Diversity), Switzerland Toletti Carolina; Burren Susanne; Blaser Andrea; Le Breton Maritza;
Kongress 2020 der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung - Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Ausbildung Talk given at a conference Differenzverhältnisse an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen – Praxisausbildende im Fokus 01.09.2020 Kongress Online (Pädagogische Hochschule BEJUNE, Biel), Switzerland Toletti Carolina; Blaser Andrea; Burren Susanne; Le Breton Maritza;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
IIP Institut Integration und Partizipation FHNW Talk 09.12.2020 online, Switzerland Blaser Andrea; Burren Susanne; Le Breton Maritza; Toletti Carolina;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
166389 Internationalisierung an Fachhochschulen: Zur Bedeutung von Geschlecht und Migration für Bildungs(un)gleichheit 01.09.2016 Project funding (Div. I-III)
166389 Internationalisierung an Fachhochschulen: Zur Bedeutung von Geschlecht und Migration für Bildungs(un)gleichheit 01.09.2016 Project funding (Div. I-III)

Abstract

1. ZUSAMMENFASSUNG DES FORSCHUNGPLANS Im Zuge der Transformationsprozesse der (Fach-)Hochschulbildung hat der Diskurs über Diversität im Hochschulkontext seit einigen Jahren Einzug gehalten. So verzeichnen die Hochschulen - auch in der Schweiz - u.a. über verschiedene Aktionspläne, welche die bereits bestehenden Ansätze zur Gleichstellung der Geschlechter durch «Diversity Policies» ergänzen und der soziokulturellen Vielfalt von Mitarbeitenden und Studierenden Rechnung tragen sollen. Mit dieser neuen Gleichstellungsstrategie gelangen neben Geschlecht weitere Ungleichheits- und Differenzkategorien in den Fokus, wie bspw. Nationalität resp. Herkunfts- und Migrationshintergrund. Während die Phänomenologie und Praxis der Hochschullehre unter dem Leitbegriff der Hochschuldidaktik bereits gut untersucht ist, sind Fokussierungen auf die Perspektive von Lehrenden seltener anzutreffen und stehen mit Bezugnahme auf die Reproduktion von Differenzverhältnissen wie auch zur Frage einer differenzsensiblen Lehre noch weitgehend aus. Im Anschluss an das Forschungsprojekt «Internationalisierung an Fachhochschulen», in dessen Rahmen u.a. Studienorientierungen und Handlungsstrategien von migrantischen Studierenden an Schweizer Fachhochschulen untersucht werden, verfolgt diese Studie das Ziel, subjektive Deutungsweisen und Handlungspraktiken von Hochschullehrenden und Praxisausbildenden zu erforschen. Im Fokus stehen ihre Einstellungen, Haltungen und Erfahrungen hinsichtlich migrantischer Studentinnen und Studenten sowie die Erfassung der strukturellen Bedingungen, in welche das Handeln beider Akteur*innengruppen eingebunden ist. Das Interesse gilt der zentralen Frage, inwieweit Hochschullehrende verschiedener Hochschulen und Fachbereiche und Praxisausbildende mehrerer Praxisfelder durch die (Re-)Produktion von Differenzverhältnissen aufgrund von Migration und Geschlecht potenzielle Ungleichheiten mitkonstituieren. Inwiefern lassen sich dabei Alteritätsverhältnisse (Othering, An- und Aberkennungspraktiken) oder intersektionale Verknüpfungen feststellen? Dieses Vorhaben soll am Beispiel von jeweils vier Fachbereichen an Fachhochschulen der Deutsch- und Westschweiz sowie unterschiedlicher professioneller Praxisausbildungsfelder angegangen werden. Für die Bearbeitung des Forschungsvorhabens stützt sich die Studie auf eine methodische Anlage, welche die parallele und sequenzielle Anwendung verschiedener qualitativ-empirischer Erhebungs- und Auswertungsverfahren vorsieht. Die durch Expert*innenbefragungen und Gruppendiskussionsverfahren mit Hochschullehrenden und Praxisausbildenden zu erhebenden Daten und theoretischen Zugänge sollen dadurch in ergänzender als auch in wechselseitig validierender Weise zur Anwendung gelangen. Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, Forschungslücken in Bezug auf Reproduktionsmechanismen und mehrdimensionale Interdependenzen von Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen mit Blick auf Migration und Geschlecht im Kontext der Fachhochschulforschung zu schliessen. Die Forschungsergebnisse sind somit für (Fach-)Hochschulangehörige in den Bereichen Lehre, Modul- resp. Studiengangleitung und dem Studienmanagement von grösstem Interesse. Zudem können Verantwortliche der hochschulischen Gleichstellungs- und Diversity-Abteilungen sowie der International Offices ebenso wie Zuständige der Praxisausbildungen aus den Erkenntnissen des Projektes wichtige Grundlagen für künftige Handlungsperspektiven gewinnen.
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