Project

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Zwischen Bild und Stimme. Audiovisuelle Diskurse im Werk von Adrian Piper.

Applicant Weilenmann Sandro
Number 181680
Funding scheme Doc.CH
Research institution Seminar für Kunstgeschichte Universität Freiburg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.09.2018 - 31.08.2021
Approved amount 192'796.00
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Keywords (10)

Audiovisuality; Acoustic turn; Adrian Piper; Conceptual Art ; Subjectivity; Feminism ; Authorial voice; Psychoanalysis; Sound Studies/ Sound Art; Installation Art

Lay Summary (German)

Lead
Im Verlauf der 1970er- und 1980er-Jahre wandten sich diverse Künstler und Künstlerinnen zunehmend der aufgenommenen Stimme als künstlerisches Medium zu. Mit dem Einsatz der Stimme wurde versucht, eine grundsätzlich neue Art der Wahrnehmungserfahrung von Kunstwerken zu erproben.
Lay summary

Das Projekt untersucht das Werk der US-amerikanischen Künstlerin Adrian Piper (geb. 1948), die Ihre künstlerische Praxis im Umfeld der New Yorker Conceptual Art Gruppe der späten 1960er-Jahren begann. Der Fokus liegt auf Pipers akustischen Arbeiten und der Auslotung der eigenen Stimme, die sich durch das gesamte Werk der Künstlerin zieht. Auf unterschiedliche Weisen setzte Piper Stimmaufnahmen ein, um kognitive Wahrnehmungsprozesse von Kunstwerken zu manipulieren.

 

Das Projekt will aufzeigen, wie akustische Experimente in der Erprobung neuer Kunstformate einen weitaus wichtigeren Teil einnehmen, als in der bisherigen Literatur besprochen wurde. Pipers stimmlichen Auslotungen sollen in einer grösseren künstlerischen und philosophischen Diskussionssphäre verankert werden, die sich in den 1970er- und 80er-Jahren intensiv mit der Stimme auseinanderzusetzten begann. Dabei eröffnet sich ein geteilter Diskurs, in dem neue Konzepte zu Subjektivitätskonstruktionen und Ideen der weiblichen Autorenstimme artikuliert wurden.

 

Die Inszenierung der Stimme in Performance- und Installationskunst hat in den letzten fünf Jahrzehnten kontinuierlich an Popularität gewonnen. Hinsichtlich dieser Entwicklung stellt sich zunehmend die Frage, wie sich der Eintritt der Stimme auf einen primär auf Visualität ausgerichteten künstlerischen und kunsthistorischen Diskurs ausgewirkt hat. In einem breiteren Kontext schliesst das Projekt an das Paradigma des acoustic turns und eine Reihe von jüngeren Publikationen an, die sich zum Ziel gesetzt haben, die „vernachlässigte akustische Wirkungsdimension“ aufzuarbeiten. Die Dissertation möchte die bisherige Forschungsdebatte mit einer Analyse des Ineinandergreifens von Bild und Stimme erweitern und bisherige Thesen zu Audiovisualität in den Künsten revidieren.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.08.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Das Projekt fokussiert auf das Werk der Konzeptkünstlerin Adrian Piper (geb. 1948) und soll aufzeigen, wie Piper mit dem Einsatz der Stimme neue Arten visueller Wahrnehmungsprozesse anstrebte und wie die Stimme zu einem zentralen Motiv in Pipers Werk avancierte. In der Verknüpfung von Bild und Stimme, so meine These, artikulierte Piper neue Ansätze zu einer akustischen Subjektivitätskonstruktion, die sich einerseits von Pipers körperbasierten Performances unterscheiden und andererseits dem theoretischen Diskurs um die weibliche Autorenstimme der 1980er-Jahre vorangehen. Das Forschungsprojekt verankert Pipers audiovisuellen Arbeiten in einem breiteren künstlerischen und philosophischen Kontext, in dem die Stimme hervorgehoben behandelt wurde und revidiert bisherige Forschungsansätze, die die künstlerische Auseinandersetzung mit Identität und Subjektivität primar auf visueller Ebene untersucht haben. Die Dissertation schliesst an das wissenschaftliche Paradigma des acoustic turns an, indem es neue interpretative Möglichkeiten in der Beziehung zwischen Bild und Stimme auslotet und gleichermassen auf die Grenzen etablierter Audiovisualitätstheoreme hinweist.
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