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Hospital und Kapital. Die Einheit von Religion, Fürsorge, Profit und Bürokratie im Liebfrauenspital in Freiburg (Schweiz)

English title Hospital and capital. On the Unity of Religion, Assistance, Profit and Bureaucracy in the Hospital of Notre-Dame in Fribourg Switzerland
Applicant Schmidt Hans-Joachim
Number 175690
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Mediävistisches Institut Universität Freiburg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Ecclesiastical history
Start/End 01.12.2017 - 30.11.2021
Approved amount 231'069.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Ecclesiastical history
Swiss history

Keywords (5)

Economy; Bureaucracy; Religion; Urban History; Hospital

Lay Summary (German)

Lead
Die Kombination von Fürsorge, Verwaltung und Profit soll anhand der Geschichte des Liebfrauenhospitals in Freiburg (Schweiz) für die Epoche des Mittelalters untersucht werden. Ein reiches Quellenmaterial steht zur Verfügung: Urkunden, Akten, Rechnungen, liturgische Handschriften. Das Ziel der Untersuchung ist eine quantitative Erfassung der Einkünfte und Ausgaben und darauf aufbauend die Untersuchung, in welcher Weise die Aufgaben des Hospitals im Mittelalter vorgegeben und wie sie verwirklicht wurden.
Lay summary

The combination of charity, administration and proftit is the key-issue of the project. It will be basel on the analyse of the history of the Hospital of Notre-Dame in Fribourg (Switzerland) during the Middle Ages

Direct link to Lay Summary Last update: 25.10.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Project partner

Abstract

Das Liebfrauenspital in Freiburg war die zentrale Einrichtung zur Armenfürsorge, zur Krankenversorgung und zur Beaufsichtigung der Randständigen in der Stadt. Seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts entfaltet es seine Aktivität. Ursprünglich als Annex des benachbarten Kollegiatstiftes Liebfrauen eingerichtet, geriet es - vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts - in die Kontrolle der städtischen kommunalen Institutionen, vor allem des Kleines Rates von Freiburg. Fast nichts ist bekannt von der Geschichte dieses Spitals, von seinen Aufgaben, Tätigkeiten, Beziehungen, Verbindungen zu Kirchen und zur Kommune, vom Leben der Pflegebedürftigen und Armen und des Personals. Diese Themenbereiche sollen erforscht werden. Dazu ist Grundlagen-Arbeit zu leisten.Im Unterschied zur bisherigen Hosptalforschung, die auf institutionsgeschichtlichen und sozialhistorischen Themen ausgerichtet ist und die « Multi-Funktionalität » der Spitäler herausstellt , soll hier die funktionale Einheit des Hospitals begründet werden. Dies meint, dass keine Gegensätze der Aufgaben und Absichten vorausgesetzt werden, sondern deren aufeinander abgestimmte Verschränkung, so dass dass kein Antagonismus zwischen Religion und Kommune, vor allem auch kein Gegensatz von Religion und Profit vorausgesetzt werden kann. Dies schliesst ein, den kirchlichen Charakter des Hospitals nicht nur als Residuum seit der Eingliederung in den Kompetenzbereich der Stadtgemeinde anzusehen, sondern die Kirchlichkeit als integralen Bestandsteil einer die gesamte Stadt umfassenden institutionellen, kirchlichen und liturgischen Einheit anzusehen. Daher ist nicht allein das « Innere » des Spitals kirchlich geprägt, sondern auch das « Äussere », da es das konstituiert, was das Konzept der « heiligen Stadt » ausmacht, nämlich die Aktionseinheit einer christlich fundierten Gemeinschaft, deren Bestandteile verlässlich geordnet sind. Da das Hospital in Freiburg eine Gross-Organisation war, bedurfte es der Bürokratie. Als dritter Forschungsschwerpunkt gilt es zu untersuchen, wie bürokratische Verfahren das System Hospitel formten - zugunsten einer Stabilisierung der Aufgabenerfüllung oder in Richtung einer disfunktionalen, weil auto-referentiellen Aktionseinheit. Ob Reformen diese De-Formierung reparieren konnten, soll quellennah analysiert werden. Ordnungskonfigurationen der Stadt sollen mittels der Hospitalgeschichte erforscht werden.
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