Project

Back to overview

Eisen in Kilikien

English title Iron in Cilicia
Applicant Graber-Pesonen Joëlle Lisa-Maria
Number 168729
Funding scheme Doc.CH
Research institution Vorderasiatische Archäologie Institut für Archäologische Wissenschaften Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Archaeology
Start/End 01.08.2016 - 31.07.2018
Approved amount 135'592.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
Archaeology
Inorganic Chemistry

Keywords (6)

Iron ; Anatolia; Technology; Near Eastern Archaeology; Metallurgy; socio-economy

Lay Summary (German)

Lead
Eisen spielt in der Menschheitsgeschichte eine wichtige Rolle, weshalb namensgebend von der „Eisenzeit“ gesprochen wird. Die frühesten Nachweise finden sich in Vorderasien, weshalb in einem interdisziplinären Projekt die Artefakte der Region Kilikien in der Südosttürkei sowohl kultur- als auch naturwissenschaftlich untersucht werden.
Lay summary

Nach aktuellem Forschungsstand wird angenommen, Eisen habe nicht vor der Wende vom 2. zum 1. Jt. v. Chr. verarbeitet werden können. Dabei treten bereits früh vereinzelte Eisenobjekte auf, vor allem ab dem 3. Jt. v. Chr. in der Türkei. Diese Tatsache und ein berühmter Brief des hethitischen Königs Hatušili III. (1289–1265 v. Chr.) über eine Lieferung von Eisendolchen lässt vermuten, dass die Hethiter über besondere Kenntnisse in der Eisenverarbeitung verfügten.

Mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes wird die Rolle der Kulturlandschaft Kilikien in der heutigen Südosttürkei bei der Entwicklung der Eisentechnologie untersucht. Die antiken Schriftquellen geben Auskunft über Wert und Funktion von frühen Eisenobjekten. Die Artefakte werden dann einerseits archäologisch untersucht, um z. B. Handelswege oder regionaltypische Formen herauszufinden. Andererseits werden die Objekte beprobt und naturwissenschaftlich auf ihre Zusammensetzung und Qualität untersucht. 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die immer noch bestehende Lücke zwischen dem Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit kann nur in einem interdisziplinären Rahmen vollständig geklärt werden. Die sozio-ökonomischen Faktoren als auch die Auswirkungen nach der Adatpion von Eisen kombiniert mit den technologischen Aspekten der Eisenverarbeitung helfen, diesen Übergang verstehen zu können.

Direct link to Lay Summary Last update: 22.07.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Archaeometallurgical Analysis of the Iron Age Iron Objects from Sirkeli Höyük
Graber-Pesonen Joëlle, Archaeometallurgical Analysis of the Iron Age Iron Objects from Sirkeli Höyük, in - - (ed.), wird bekannt gegeben - wechselnde Verlage, wird bekannt gegeben - wechselnde Verlage.
Metallfunde aus Sektor C
Graber-Pesonen Joëlle, Metallfunde aus Sektor C, in Novàk Miroslav (ed.), Philipp von Zabern, Darmstadt, ---.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Onsekiz Mart University Çanakkale Turkey (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Bergbaumuseum Bochum, Prof. Dr. Ünsal Yalçin Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Ünsal Yalçin Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
40. Uluslararası Kazı, Araştırma ve Arkeometri Sempozyumu Talk given at a conference Archaeometallurgical analysis of the Iron Age iron objects from Sirkeli Höyük 07.05.2018 Çanakkale, Turkey Graber-Pesonen Joëlle Lisa-Maria;
Öztunalı 2017 International Symposium on Geoarchaeology, Ancient Mining and Metallurgy Poster Iron in Cilicia: An interdiciplinary research project on the archaeometallurgy of iron in Kizzuwatna 01.11.2017 Istanbul, Turkey Graber-Pesonen Joëlle Lisa-Maria;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
150324 Siedlungskammer Kilikien. Rekonstruktion der Historischen Geografie anhand Fernerkundung, Archäologie und Texten 01.10.2013 Project funding (Div. I-III)
156387 Sirkeli Höyük. Ein urbanes Zentrum am Puruna/Pyramos/Ceyhan. Fortsetzung 01.01.2015 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Eisen gehört zu den wichtigsten Grundstoffen der Welt. Die Entwicklung von Technologien zur Verarbeitung des Eisens wird in der Forschung als einer der wichtigsten Schritte in der Geschichte der Menschheit angesehen, weswegen in den Altertums- und Kulturwissenschaften namensgebend von der „Eisenzeit“ gesprochen wird. Die in Vorderasien zu verortenden Anfänge der Technologie zur Herstellung und Verarbeitung von Eisen werden aber noch immer kontrovers diskutiert; entscheidende Fragen wie z. B. zum mono- oder polyzentrisch einzuordnenden Ausgangsort und den sozialen und technologischen Umständen konnten bislang noch nicht beantwortet werden. Dieses Desiderat ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass aufgrund schwieriger Erhaltungsbedingungen bisher nur wenige archäometallurgische Materialstudien an Eisen gemacht wurden. Verfeinerte Möglichkeiten erlauben jedoch immer bessere naturwissenschaftliche Analysen. Ziel der Dissertation, die eine kulturwissenschaftliche Fragestellung mittels archäologischer und philologi-scher auf der Grundalge parallel durchzuführender naturwissenschaftlicher Methoden verfolgt, ist daher eine detaillierte Studie zur Entwicklung der frühen Eisenmetallurige Vorderasiens, insbesondere Kilikiens in der heutigen Südosttürkei. Diese in hethitischer Zeit als Kizzuwatna bekannte Region an der Nahtstelle zwischen Levante, Zypern und Anatolien wird in weiten Teilen der Forschung als frühestes Produktionsgebiet von Eisengegenständen angesehen. Grund hierfür sind v.a. textliche Überlieferungen wie ein seit längerem bekannter Brief (KBo 1.14), aus dem hervorgeht, dass bereits in der hethitischen Grossreichszeit, also vor dem traditionellen Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit, dort Mittel zur Verhüttung und Verarbeitung von Eisen bekannt waren und u. a. Waffen produziert und exportiert wurden. Mithilfe archäologischer Methoden wie Typologien und Verbreitungskarten sowie naturwissenschaftlicher Analysen soll diese Annahme einer Überprüfung unterzogen werden, um so neue Hinweise zum Beginn der Eisenproduktion zu gewinnen. Zudem sollen die textlichen Hinweise einer kritischen Reflexion unterzogen werden. Ziel ist es, die produktions-ökonomischen Faktoren für sowohl die Ursache als auch die Auswirkungen der Adaption der Eisentechnologie einer-seits sowie die sozialen Konditionen oder Folgeerscheinungen des technologischen Wandels zu analysieren.
-