Projekt

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Das Sensorium des Animalischen. Elektrorezeption als Forschungsfeld einer experimentell­gestalterischen und historisch­informierten Medien-­ und Designwissenschaft

Titel Englisch The Sensorium of Animals. Electroreception in Experimental and Historical Media and Design Research
Gesuchsteller/in Miyazaki Shintaro
Nummer 159849
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Institut für Experimentelle Design- und Medienkulturen Hochschule für Gestaltung und Kunst, FHNW
Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz (ohne PH) - FHNW
Disziplinen Bildende Kunst
Beginn/Ende 01.01.2016 - 31.12.2018
Bewilligter Betrag 336'140.00
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Keywords (10)

design research, open hardware, artistic research, transdisciplinarity, rapid prototyping, art & science, aesthetic experimental system, media archaeology, electroreception, critical interaction design

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Animalische Sensorien, die für Menschen unwahrnehmbare elektromagnetische Phänomene wahrnehmbar machen, eröffnen neue Potentiale fur eine verantwortungsvolle, ästhetische und epxerimentell-gestalterische Analyse, Reflexion, Innovation, Kritik und das Design unseres hochtechnisierten Alltags, was im Forschungsprojekt ausgelotet wird.
Lay summary

Die historisch-informierte und experimentelle Gestaltung von Medientechnologien, die das Spüren, Hören und Sehen elektromagnetischer Felder ermöglichen, ist das Kernthema des Forschungsprojekts. Das Vorhaben ist dabei von den Forschungen der animalischen Elektrorezeption inspiriert, ein Forschungsfeld, das die ‘natürliche’ Wahrnehmung elektromagnetischer Felder und Wellen bei Tieren, insbesondere Fischen (z. B. der Elefantenrüsselfisch) erforscht. Das Forschungsprojekt situiert sich damit an der Schnittstelle von Biologie, Medientechnologie, experimenteller Medienpraxis und -ästhetik, Medienwissenschaft und Designforschung.

Der Forschungsprozess ist zweigleisig: Einerseits soll am Critical Media Lab des Instituts Experimentelle Design- und Medienkulturen der Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel die Wahrnehmung elektromagnetischer Felder über eigens entwickelte künstlerisch-explorative Experimentalsysteme im Bereich der Wearable Technology erprobt und hinsichtlich ihrer Gestaltungsmöglichkeiten ausgelotet werden. Andererseits wird die Medien- und Wissensgeschichte der Elektrorezeption seit ihren Anfängen in den 1950er Jahren aufgearbeitet.

Das beantragte Forschungsprojekt bildet eines der ersten Projekte im Kontext der schweizerischen Designforschung und der künstlerisch-ästhetischen Forschung, das in Kombination mit Medienarchäologie und -ökologie das Forschungsfeld des ‘Animalischen’ erschliesst. Die Forschungsergebnisse dieses Projekts, werden in einer abschliessenden Buchpublikation sowie in (ca. zwei) Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Darüber hinaus werden sie durch eine Ausstellung und einen dazugehörigen Workshop am Campus der Künste in Basel einem breiteren Fachpublikum zugänglich gemacht.
Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 07.10.2015

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
150232 Experimentelle Datenästhetik. Multi-sensorische Exploration hochdimensionaler Datensätze als Problem der Designforschung 01.01.2014 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die historisch-informierte, experimentelle Gestaltung von Medientechnologien, die das Spüren, Hören und Sehen elektromagnetischer Felder ermöglichen. Unser Vorhaben ist dabei von den Forschungen der animalischen Elektrorezeption inspiriert. Elektrorezeption ist ein Forschungsfeld der Sensory Ecology, das die ‘natürliche’ Wahrnehmung elektromagnetischer Felder und Wellen bei Tieren, insbesondere Fischen (z. B. der Elefantenrüsselfisch, siehe Deckblatt) erforscht. Der Forschungsprozess ist zweigleisig konzipiert: Einerseits soll am Critical Media Lab des Instituts Experimentelle Design- und Medienkulturen der Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel die Wahrnehmung elektromagnetischer Felder über eigens entwickelte künstlerisch-explorative Experimentalsysteme im Bereich der Wearable Technology erprobt, erforscht und hinsichtlich ihrer Gestaltungsmöglichkeiten und Anwendungsfelder ausgelotet werden. Andererseits wird die Medien- und Wissensgeschichte der Elektrorezeption seit ihren Anfängen in den 1950er Jahren aufgearbeitet, und zwar in Bezug auf ihre Wechselwirkungen mit der Mediengeschichte der Kybernetik, der Elektrophysiologie und in Bezug auf den Begriff der Ökologie wie er etwa von Jakob von Uexküll geprägt wurde. Das Projekt situiert sich damit an der Schnittstelle von Biologie (vor allem Sensory Ecology), Medientechnologie, Bionik, experimenteller Medienpraxis und -ästhetik, Medienwissenschaft (vor allem Medienarchäologie) und praxisbasierter Designforschung. Das Forschungsprojekt bildet eines der ersten Projekte im Kontext der schweizerischen Designforschung und der künstlerisch-ästhetischen Forschung, das in Kombination mit Medienarchäologie das Forschungsfeld des ‘Animalischen’ erschliesst. Lebenswissenschaftliche Aspekte werden hier nicht nur diskursiv analysiert und künstlerisch erforscht, sondern es wird gleichzeitig anwendungsorientierte und experimentell-gestalterische Grundlagenforschung betrieben. Die Fokussierung auf animalische Sensorien, die für Menschen unwahrnehmbare elektromagnetische Phänomene wahrnehmbar machen, eröffnet neue Potentiale für eine verantwortungsvolle, ästhetische und gestalterische Analyse, Reflexion, Optimierung und Kritik unseres hochtechnisierten Alltags. Die Forschungsergebnisse dieses Projekts, das auf drei Jahre angelegt ist, werden in einer abschliessenden Buchpublikation sowie in (ca. zwei) Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und in (ebenfalls ca. zwei) Vorträgen präsentiert. Darüber hinaus werden sie durch eine Ausstellung und einen dazugehörigen Workshop am neuen Campus der Künste in Basel einem breiteren Fachpublikum zugänglich gemacht. Diese Ergebnisse werden durch zwei miteinander eng verschränkte Teilprojekte (TP1, Wissens- und medienarchäologische Kontextuali­sierungen; TP2, Mediengestalterische Experiment­alisierungen) in sechs Arbeitspaketen erarbeitet. Das engere Forschungsteam, bestehend aus dem Gesuchsteller und der Designforscherin Susanna Hertrich, wird durch Prof. Dr. Gerhard von der Emde (Bonn), einem renommierten Experten der animalischen Elektrorezeption (vor allem von schwach elektrischen Fischen), und durch Dr. Alvaro Cassinelli (Tokio), einem Experten der Human–Computer Interaction und Sinneserweiterung durch Medientechnologien, ergänzt. Beide werden als externe Partner direkt in die Forschungsarbeiten des Projekts einbezogen.