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Lehren lernen mit Fachspezifischem Unterrichtscoaching durch Lehrpersonen und studentische Peers. Implementation und Wirkungen in heterogenen Praktikumskulturen in der Schweiz und in Deutschland

English title Lehren lernen mit Fachspezifischem Unterrichtscoaching durch Lehrpersonen und studentische Peers. Implementation und Wirkungen in heterogenen Praktikumskulturen in der Schweiz und in Deutschland
Applicant Staub Fritz C.
Number 159505
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Erziehungswissenschaften Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Educational science and Pedagogy
Start/End 01.04.2016 - 30.04.2020
Approved amount 616'737.00
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Keywords (13)

intervention study; teacher education; written argumentation; mentoring; teacher training; practicum; coaching; student teacher learning; Unterrichtscoaching; Schulpraktikum; Praktikumskulturen; Lehrpersonenbildung; schriftliche Argumentationskompetenz

Lay Summary (German)

Lead
Das Schulpraktikum ist ein wesentlicher Baustein der Lehramtsausbildung und spielt eine wichtige Rolle im Professionalisierungsprozess angehender Lehrerinnen und Lehrer. Das binationale Forschungsprojekt hat es zum Ziel, die Implementation und Wirksamkeit verschiedener Unterstützungsangebote im Schulpraktikum zu untersuchen. Hierzu werden quasi-experimentelle Interventionsstudien an vier verschiedenen Ausbildungsstandorten in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt, wobei die unterschiedlichen Praktikumskulturen und institutionellen Rahmenbedingungen analysiert und berücksichtigt werden.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

In diesem Forschungsprojekt wird die Implementation und Wirksamkeit verschiedener Unterstützungselemente im Schulpraktikum untersucht. Hierzu werden quasi-experimentelle Interventionsstudien an vier verschiedenen Ausbildungsstandorten in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt, wobei die unterschiedlichen Praktikumskulturen und institutionellen Rahmenbedingungen analysiert und berücksichtigt werden. Die Studie wird mit über 400 Studierenden durchgeführt, die während ihres Praktikums im Fach Deutsch entweder die traditionellen Unterstützungsangebote ihres Ausbildungsstandortes erhalten (Kontrollgruppe) oder eine von drei verschiedenen Unterstützungsformen (Interventionsgruppen). So werden die Studierenden entweder auf Grundlage des Fachspezifischen Unterrichtscoachings (vgl. Staub 2015) durch Praxislehrpersonen respektive durch andere Lehramtsstudierende (Peercoaching) gecoacht, oder sie erhalten ausschließlich fachdidaktische Materialien. Die Studie zielt darauf ab, die Effektivität der Maßnahmen in Hinblick auf Prozessmerkmale (z.B. wahrgenommene Selbstwirksamkeit der Studierenden während des Unterrichtens) sowie Lernergebnisse der Studierenden (z.B. Kompetenzzuwachs in der Unterrichtsplanung) und der unterrichteten Klassen (z.B. Lernzuwachs in einem Bereich des schriftlichen Argumentierens) zu untersuchen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Kenntnisse über förderliche und hinderliche Bedingungen bei der Optimierung von Unterstützungsangeboten im Schulpraktikum sind bildungspolitisch von hoher Bedeutung. Die Studie berücksichtigt darüber hinaus kultur- und kontextspezifische Besonderheiten bei der Implementierung.

Direct link to Lay Summary Last update: 08.03.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Die beantragte binationale Studie untersucht anhand eines Mixed-Method-Ansatzes die Wirkungen von drei Unterstützungselementen in Schulpraktika (Fachspezifisches Unterrichtscoaching durch Praxislehrpersonen; Peercoaching durch Lehrerstudierende; nur Bereitstellung von didaktischen Materialien) auf der Grundlage des Fachspezifischen Unterrichtscoachings (vgl. Staub & Kreis 2013) an vier Standorten der Lehrpersonenbildung in der Schweiz und in Deutschland unter Berücksichtigung unterschiedlicher institutioneller und kultureller Rahmenbedingungen. Dies geschieht im Vergleich zu den Wirkungen der traditionell praktizierten Unterstützung in Schulpraktika im Unterrichtsfach Deutsch in den Jahrgangsstufen 8 und 9 am Beispiel der schriftlichen Argumentationskompetenz. Gefragt wird nach Effekten der Unterstützungsformen auf Prozessmerkmale wie die wahrgenommene Ko-Konstruktion in Vor- und Nachbesprechungen von Unterricht oder das Autonomieerleben, auf die Lernergebnisse der Studierenden, auf die Unterrichtsqualität aus Sicht der Schüler/innen und auf den Lernzuwachs der unterrichteten Schüler/innen in einem ausgewählten Bereich des schriftlichen Argumentierens. Damit beschreitet das Projekt Neuland, da erstmals spezifische Unterstützungsformen an vier verschiedenen Standorten koordiniert implementiert und dabei sowohl Implementationsprozesse als auch Lernergebnisse untersucht werden. Die Studie plant den Einbezug von N=408 Praxisdyaden (Studierende und Praxislehrpersonen) und N=ca. 10.000 Schüler/innen. Da sich der Praxisbezug der Lehrpersonenbildung in der Vergangenheit in differenten nationalen und länderspezifischen Kontexten heterogen entwickelt hat (siehe im Überblick Arnold et al. 2011), werden im Projekt kulturelle Kontexte und Traditionen der Praxisphasen in der Lehrpersonenbildung als Voraussetzungen der Intervention an den beteiligten Standorten erfasst. Damit zielt die Studie auch auf die Identifikation von kultur- und institutionenspezifischen Voraussetzungen gelingender Implementationen von Unterstützungsformen im schulpraktischen Kontext - ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Interventionsforschung, da kultur- und kontextspezifischen Effekten noch wenig Beachtung geschenkt wurde (vgl. Hager & Hasselhorn 2000; Hascher & Schmitz 2010).
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