Projekt

Zurück zur Übersicht

Politisches Agenda-Building in Zeiten eines hybriden Mediensystems - ein Vergleich zwischen Ländern und Themen

Titel Englisch Political agenda-building under the conditions of a hybrid media sys-tem - a comparison across countries and issues
Gesuchsteller/in Adam Silke
Nummer 154100
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Inst. für Kommunikations- und Medienwissenschaft, (ikmb) Universität Bern
Hochschule Universität Bern - BE
Hauptdisziplin Kommunikations- und Medienwissenschaften
Beginn/Ende 01.12.2014 - 30.04.2019
Bewilligter Betrag 476'181.00
Alle Daten anzeigen

Keywords (12)

Media agenda-building; spill-over online-offline communication; environmental policy; consumer / health policy; Agenda-building; Online-Kommunikation; Massenmedien; Politik; Klimawandel; Lebensmittelsicherheit; Hyperlinknetzwerkanalyse; manuelle und automatisierte Inhaltsanalysen.

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Wie stark und unter welchen Bedingungen nehmen Außenseiter des politischen Prozesses mit den von ihnen initiierten Online-Themennetzwerken Einfluss auf das mediale und politische Agenda-Building?
Lay summary

Inhalt und Ziel

Unsere Hypothese ist, dass Außenseiter, d.h. Akteure mit erschwertem Zugang zu den Massenmedien und zur Politik, durch die Online-Kommunikation neue Möglichkeiten bekommen, mit deren Hilfe sie ihre Themen und Frames prominent machen können. Die Art ihrer Online-Kommunikation, spezifischer die Art, wie sie sich zu Koalitionen im Netz zusammenschliessen, beeinflusst, so unsere Idee, ob sie Zugang zu Massenmedien und Politik erhalten. Dieser Zugang hängt darüber hinaus auch von der Offenheit der Massenmedien, der Aufnahmebereitschaft der Politik sowie bestimmten Themen und Ländercharakteristika ab.

Um unsere Hypothesen zu testen, erheben wir Außenseiter-initiierte Online-Themennetzwerke – deren Hyperlinks und Inhalte –, die massenmediale Berichterstattung und die Aufmerksamkeit und Problemdefinitionen der Politik über einen Zeitraum von 30 Monaten, in 4 Ländern (CH, D, USA, UK). Unsere Untersuchungen konzentrieren sich dabei auf die Themen „Klimawandel“ und „Lebensmittelsicherheit“. Für die Online-Netzwerke greifen wir auf Hyperlink-Analysen zurück, die auf Crawler und Scraper-Software beruhen. Die so identifizierten Außenseiter-Websites, die Medienberichterstattung und die politische Dokumente (Parlamentsdebatten und Facebook-Profile) werden inhaltsanalytisch erfasst.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Unsere Studie trägt zur normativen Diskussion über die Rolle der Online-Kommunikation, zu Theorien des Agenda-Buildings und zur Methodenentwicklung bei: normativ beschäftigen wir uns mit Zugangschancen derjenigen, die traditionell schwach sind, theoretisch tragen wir zu einem besseren Verständnis bei, wie Agenda-Building in Zeiten eines hybriden Mediensystems funktioniert; methodisch kombinieren wir Hyperlink-Netzwerkanalysen mit manueller und automatisierter Inhaltsanalyse.

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 15.09.2014

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
135915 The Impact of Challengers' Online Communication on Media Agenda-Building - a Comparison across Countries and Issues (D-A-CH) 01.08.2011 Projektförderung (Abt. I-III)
178409 World Wide Web? A closer look at the transnationality of the public discourse about climate change on the Web 01.01.2018 Doc.Mobility

Abstract

Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie stark und unter welchen Bedingungen Außenseiter des politische Prozesses mit den von ihnen initiierten Online-Themennetzwerken Einfluss nehmen auf das mediale und politische Agenda-Building. Wir gehen davon aus, dass Außenseiter, d.h. Akteure mit erschwertem Zugang zu den Massenmedien und zur Politik, versuchen, ihre Themen und Frames über die Massenmedien zu lancieren, um so Zugang zur Politik zu erhalten (Cobb, Ross, & Ross, 1976). Die Chancen für Außenseiter, so Einfluss zu nehmen, steigen in Zeiten sich wandelnder politischer Kommunikation, beschrieben im Konzept des hybriden Mediensystems (Chadwick, 2011a). Wir gehen davon aus, dass der Einfluss von Außenseitern auf die Massenmedien und die Politik von der Art der Netzwerke, den Massenmedien, der Aufnahmebereitschaft der Politik sowie Themen und Ländercharakteristika abhängen.Um unsere Hypothesen zu testen, erheben wir Außenseiter-initiierte Online-Themennetzwerke, themenspezifische massenmediale Berichterstattung und die Aufmerksamkeit und Problemdefinitionen der Politik über einen Zeitraum von 30 Monaten, in 4 Ländern (Deutschland, Schweiz, UK und USA) und in zwei Themenfeldern (Klimawandel, Lebensmittelsicherheit). Für die Online-Netzwerke greifen wir auf Hyperlink-Analysen zurück, die auf Crawler und Scraper-Software beruhen. Darüber hinaus untersuchen wir die massenmediale Themenberichterstattung basierend auf einem breiten nationalen Mediensample. Um die politische Aufmerksamkeit bezüglich unserer Themen zu untersuchen, erheben wir facebook-Profile von Parteien und relevanten Politikern und Parlamentsdebatten. Die Hyperlinks analysieren wir mit Hilfe der sozialen Netzwerkanalyse; die Außenseiter-Websites, die Medienberichterstattung und die politische Dokumente werden inhaltsanalytisch erfasst. Wir planen Zeitreihen-Regressionen einzusetzen, um „spill-overs“ im Agenda-Building Prozess zu analysieren.Unsere Studie trägt zur normativen Diskussion, zu Theorien des Agenda-Buildings und zur Methodenentwicklung bei: normativ beschäftigen wir uns mit Zugangschancen derjenigen, die traditionell schwach sind, den Außenseitern; theoretisch tragen wir zu einem besseren Verständnis bei, wie Agenda-Building in Zeiten eines hybriden Mediensystems funktioniert; methodisch kombinieren wir Hyperlink-Netzwerkanalysen mit manueller und automatisierter Inhaltsanalyse.
-