Projekt

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"Costa Smeralda" - ein internationales Quartier

Gesuchsteller/in Magnago Lampugnani Vittorio
Nummer 152565
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Institut für Geschichte & Theorie der Architektur (gta) / D-ARCH ETH Zürich
Hochschule ETH Zürich - ETHZ
Hauptdisziplin Architektur, Urbanistik
Beginn/Ende 01.04.2014 - 31.03.2016
Bewilligter Betrag 124'740.00
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Keywords (6)

tourism; urbanisation process; urban development; urbanism; Ideal City; Architectural Theory

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Die «Costa Smeralda» ist ein exklusives Resort, das Karim Aga Khan IV. und sein Konsortium ab 1961 planten. Die Ferienanlage befindet sich an der nordöstlichen Küste der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien und öffnet mit ihrer Architektur und ihrer urbanen Initialzündung ein weites Forschungsfeld.
Lay summary

Die «Costa Smeralda» ist durch eine Planung entstanden, die nebst der Architektur auch die Landschaft sowie die gesellschaftliche und ökonomische Situation miteinbezog. Die grossflächige Tourismussiedlung war von Beginn an als ein Treffpunkt für eine internationale Elite beabsichtigt. Für das Projekt wurden ein Städtebau und eine Architektur entwickelt, die eine Lücke im Luxustourismus besetzten und in diesem Bereich einen Meilenstein setzten. Für die architektonisch-formalen Eigenschaften definierten die vom Konsortium ausgewählten Architekten ein verbindliches Regelwerk für den Entwurf.
Im ersten Teil des Forschungsprojektes steht die Architektur, die landschaftliche Einbindung und die Bedeutung dieses Resorts im Fokus. Im zweiten Teil wird nach dem Einfluss dieser Anlage auf die lokalen Urbanisierungsprozesse von 1960 bis heute gefragt. Die räumliche Begrenztheit von Sardinien erlaubt es dabei, die Auswirkungen einer urbanen Initialzündung auf ein territoriales System in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Obwohl die «Costa Smeralda» internationale Resonanz fand, besteht für diese Siedlung in architekturhistorischer Hinsicht ein Forschungsdesiderat: das vorgeschlagene Dissertationsprojekt macht es sich daher zur Aufgabe, die «Costa Smeralda» in eine städtebauliche und architektonische Perspektive zu stellen und dabei insbesondere die mit dem Bau verbundenen regionalen Urbanisierungsprozesse seit 1960 ins Auge zu fassen.

 

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 08.04.2014

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Formen der Zusammenarbeit
Facoltà di Architettura dell'Università di Chieti-Pescara Italien (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
Università di Cagliari Italien (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen
ETH Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Publikation
- Forschungsinfrastrukturen
"Planning Office Costa Smeralda" Italien (Europa)
- Forschungsinfrastrukturen
- Industrie/Wirtschaft/weitere anwendungs-orientierte Zusammenarbeit

Wissenschaftliche Veranstaltungen

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Titel des Artikels oder Beitrages Datum Ort Beteiligte Personen
MAS ETH Urban Design. Input Lecture Series Einzelvortrag Costa Smeralda – Spatial Manifestation of an International Network 09.03.2016 Zürich, Schweiz Dechmann Anna Nele;


Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Kommunikation Titel Medien Ort Jahr
Print (Buch, Brochuren, Infoblätter) Jahrbuch 2015 ETH D-Arch, S.211 International 2015

Abstract

1Zusammenfassung des ForschungsplansUntersuchungsgegenstand der Arbeit ist das Resort «Costa Smeralda», eine von Karim Aga Khan IV. und Konsortium ab 1961 geplante exklusive Ferienanlage und sein Hinterland. Sie befindet sich an der nordöstlichen Küste der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien. Das Dissertationsprojekt ist in in zwei Teile gegliedert: In einem ersten Teil steht die Architektur und die Bedeutung dieses Resorts im Fokus. Im zweiten Teil wird nach dem Einfluss dieser Anlage auf die lokalen Urbanisierungsprozesse von 1960 bis heute gefragt. In der Untersuchung werden dabei drei Ebenen systematisch unterschieden: der Städtebau, die Landschaftsarchitektur und die Architektur.1.1 Der ProblemkreisDie «Costa Smeralda» ist durch eine Planung entstanden, die nebst der Architektur auch die Landschaft sowie die gesellschaftliche und ökonomische Situation miteinbezog. Aus architektonischer Sicht ist die Leistung des Projektes, dass ein Städtebau und eine Architektur entwickelt wurden, die eine Lücke im Luxustourismus besetzten und in diesem Bereich einen Meilenstein setzten. Zentral ist dabei, dass sich alle gebauten Elemente der Landschaft unterordnen. Zu den charakteristischen urbanen Merkmalen dieser Feriensiedlung gehören gruppenweise angeordnete Ferienvillen und wenige exklusive Hotels. Für die architektonisch-formalen Eigenschaften entwickelten fünf vom Konsortium ausgewählte Architekten unter der Leitung von Karim Aga Khan IV. einen formalen Ausdruck, der heute ‹Stile Costa Smeralda› genannt wird.Die Arbeit untersucht im zweiten Teil die lokalen Urbanisierungsprozesse bei der Besiedlung der Küsten. Dazu gehört die Frage, ob die urbanen und architektonischen Merkmale der «Costa Smeralda» von der lokalen Bevölkerung adaptiert wurden. Die räumliche Begrenztheit von Sardinien erlaubt es, die Auswirkungen einer urbanen Initialzündung auf ein territoriales System in seiner Gesamtheit zu erfassen. Es wird festzustellen sein, inwieweit dieses urbane Modell auch Aufschluss über vergleichbare Projekte in strukturarmen Gebieten geben kann.1.2 TheseDas Forschungsprojekt geht von der Grundannahme aus, dass die «Costa Smeralda» eine urbane Struktur mit einem doppelten Hinterland ist, nämlich einem internationalen und einem regionalen. Global betrachtet bildet die «Costa Smeralda» ein Ferienquartier mit einer internationalen Nutzerstruktur. Aus sardischer Perspektive jedoch ist das touristische Villenkonglomerat entlang der Küste eine Peripherie ohne anliegende Stadt. Von dieser Grundannahme ausgehend, lässt sich folgende zweiteilige These formulieren:1.2.1 Die Siedlung «Costa Smeralda» manifestiert die ideale Wohnform einer internationalen Elite. Personen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen sind in einem territorial eng begrenzten Raum verortet. Dieses Phänomen ist hinsichtlich seines Projektmassstabes, seiner Exklusivität und seiner innovativen strategischen Planung im Mittelmeerraum einzigartig. 1.2.2Der Städtebau der «Costa Smeralda» prägte nachhaltig den Urbanisierungsprozess auf der gesamten Insel. Die sardische Bevölkerung kopierte den Städtebau und die Architektursprache der «Costa Smeralda» für den eigenen Gebrauch. Dass eine ortsfremde Elite in Sardinien architektonische Massstäbe setzt, war bis zum Bau dieser Siedlung unüblich. Insofern handelt es sich hierbei um ein spezifisches Phänomen, das durch die «Costa Smeralda» ausgelöst wurde.Obwohl die «Costa Smeralda» internationale Resonanz fand, besteht für diese Siedlung in architekturhistorischer Hinsicht ein Forschungsdesiderat: das vorgeschlagene Dissertationsprojekt macht es sich daher zur Aufgabe, die «Costa Smeralda» in eine architektonische Perspektive zu stellen und dabei insbesondere die mit dem Bau verbundenen regionalen Urbanisierungsprozesse seit 1960 ins Auge zu fassen.
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