Project

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Radar Medienkritik Schweiz

English title Radar Media Criticism Switzerland
Applicant Wyss Vinzenz
Number 150327
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Angewandte Medienwissenschaften Zürcher Hochschule für Angew. Wissenschaften
Institution of higher education Zurich University of Applied Sciences - ZHAW
Main discipline Communication sciences
Start/End 01.04.2014 - 30.06.2016
Approved amount 295'881.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Communication sciences
Information Technology

Keywords (6)

Computerunterstützte Inhaltsanalyse; Medienkritik; Medienselbstkontrolle; Medienblogs; Media Accountability; Medienjournalismus

Lay Summary (German)

Lead
Die Kommunikations- & Medienwissenschaft betont - seit mehr als 20 Jahren - die Relevanz von öffentlicher Medienkritik angesichts der zentralen gesellschaftlichen Bedeutung von journalistischen Medien und deren Deutungsmacht gerade in demokratischen Gesellschaften. Am Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW wird innerhalb von 24 Monaten mit dem „Radar Medienkritik Schweiz“ eine Forschungsinfrastruktur aufgebaut, die unter Rückgriff auf ein Mehrmethodendesign jährliche Analysen zu zur Struktur und zum Inhalt der veröffentlichten Medienkritik in der Schweiz hervorbringt.
Lay summary

Zu den Aufgaben des Journalismus gehört es, Handlungen gesellschaftsrelevanter Akteure kritisch zu beleuchten, zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Journalismus erfüllt damit eine vertrauensvolle Funktion, welche moderne Demokratien erst ermöglicht. Die Frage, wer diese Kontrolleure kontrolliert und damit eine gesellschaftlich notwendige Medienkritik leistet, wird indes wenig gestellt. Journalistische Medien sind dazu kaum selbst in der Lage, weil sie bei der Berichterstattung über Medien jeweils in einer so genannten Selbstbeobachtungsfalle gefangen sind. Glashaus-Effekt und Betriebsblindheit sind Stichworte dazu. Ergänzend kann diese Funktion auch von unabhängigen Organisationen wie beispielsweise von Presseräten, Ombudsstellen oder medienkritischen Vereinigungen übernommen werden. Aber auch sie sind letztlich auf eine mediale Berichterstattung angewiesen, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Angesichts der beklagten „Dauerkrise“ des Medienjournalismus erstaunt es nicht, dass unter dem Schlagwort „Medienbeobachtung 2.0“ in jüngster Zeit vermehrt die Diskussion über die Potenziale von medienkritischen Blogs und Social Media aufkommt.

Dieses Projekt „Radar Medienkritik Schweiz“ untersucht in jährlichem Rhythmus, inwiefern Schweizer Medien öffentlich kritisch über mediale Leistungen reflektieren, welche gesellschaftlichen Akteure mit welcher Resonanz medienkritische Beiträge publizieren und welche Themen im medienkritischen Diskurs aufgenommen werden.

Aus Sicht der Medienwissenschaft kann auf eine permanente öffentliche Debatte über die Leistung des Journalismus nicht verzichtet werden. Der Radar wird in Zusammenarbeit mit dem European Journalism Observatory (EJO) auf Dauer gestellt und seine Ergebnisse werden regelmässig jährlich in einem Report aufbereitet und den spezifischen Interessengruppen sowie einem breiten Publikum zugänglich und verwertbar gemacht.

Direct link to Lay Summary Last update: 20.05.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Applying Big data and Web Intelligence to the fields of social sciences and humanities for analyzing media criticism.
Weichselbraun Albert, Kuntschik Philipp, Francolino Vincenzo, Saner Mirco, Dahinden Urs, Wyss Vinzenz, Applying Big data and Web Intelligence to the fields of social sciences and humanities for analyzing media criticism., in Journal of Information Science, ACHTUNG: Noch nicht accepted!!!(ACHTUNG: N).

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Proceedings of the 49th Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS-49) Talk given at a conference Scalable Knowledge Extraction and Visualization for Web Intelligence 01.06.2016 Kauai, Hawaii, United States of America Weichselbraun Albert;
Proceedings of the 49th Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS-49) Talk given at a conference Extracting Opinion Targets from Environmental Web Coverage and Social Media Streams 01.06.2016 Kauai, Hawaii, United States of America Weichselbraun Albert;
61. Jahrestagung der DGPuK Poster IT ante portas: Bausteine hin zu einer automatisierten Inhaltsanalyse am Beispiel medienkritischer Wissenschafts-Akteure 30.03.2016 Leipzig, Germany Saner Mirco; Kuntschik Philipp; Francolino Vincenzo;
Gemeinsamen Jahrestagung 2015 der DGPuK-Fachgruppen Computervermittelte Kommunikation und Soziologie der Medienkommunikation Talk given at a conference Gemeckere auf Knopfdruck – Komplexitätsreduktion durch computerunterstützte Inhaltsanalyse nationaler Medienkritik 05.11.2015 Berlin, Germany Saner Mirco; Francolino Vincenzo; Kuntschik Philipp;
SGKM-Jahrestagung 2015 Talk given at a conference Human vs. Machine – A comparison between manual and computer-assisted content analysis using the example of national media criticism: Prestudy and project description 13.03.2015 Bern, Switzerland Kuntschik Philipp; Saner Mirco; Francolino Vincenzo;
ECREA-Jahrestagung 2014 Poster Media criticism in Switzerland – inventory, radar-monitoring, knowledge transfer 12.11.2014 Lissabon, Portugal Saner Mirco;


Self-organised

Title Date Place
Re-Inventing Journalism Conference 05.02.2015 Winterthur, Switzerland

Knowledge transfer events



Self-organised

Title Date Place
Workshop Präsentation Radar Medienkritik Schweiz 04.05.2016 Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Analyse von Medienkritik (Interview mit Vincenzo Francolino) Bündner Woche vom 18.05.2016 (20), S. 19 Rhaeto-Romanic Switzerland German-speaking Switzerland 2016
Media relations: print media, online media Forschungsprojekt für eine externe Medienpolizei Kleinreport International German-speaking Switzerland 2016
Media relations: print media, online media Saner, Mirco (2016): Gemeckere auf Knopfdruck Wellenbrecher. Bulletin des ARBUS – Vereinigung für kritische Mediennutzung, Nr. 1-2016 German-speaking Switzerland 2016
Media relations: print media, online media Saner, Mirco (2016): Gut getarnt European Journalism Observatory EJO International German-speaking Switzerland 2016
Talks/events/exhibitions Wyss, Vinzenz / Saner, Mirco: Medienkritik in der Schweiz. Referat am Tag der offenen Tür vom 21. No German-speaking Switzerland 2015

Awards

Title Year
Best Paper Award” in der Kategorie “Internet and the Digital Economy” für folgenden Beitrag: Scharl, Arno / Weichselbraun, Albert / Göbel, Max /Rafelsberger, Walter / Kamolov, Ruslan. (2016). Scalable Knowledge Extraction and Visualization for Web Intelligence. Proceedings of the 49th Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS-49), Kauai, Hawaii. 2016

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
145651 EPICUR II - Expanding Public Interest by Communicating Understandable Research: Marketing of the EJO as a Dissemination Network 01.04.2013 Agora

Abstract

Relevanz der Medienkritik: Medienkritik ist die systematische und reflexive Thematisierung von Routi-neprozessen aller am ‚Medienprozess‘ Beteiligten und vollzieht sich als Beobachtung, Beschreibung und Bewertung von publizistischen Medien und deren Leistungen für die Gesellschaft (vgl. Schmidt 2005: 23). Die Kommunikations- und Medienwissenschaft unterstreicht - seit mehr als 20 Jahren - die Relevanz von öffentlicher Medienkritik und insbesondere des Medienjournalismus angesichts der zentralen gesellschaftlichen Bedeutung von journalistischen Medien und deren Deutungsmacht gerade in demokratischen Gesellschaften (vgl. z.B.: Russ-Mohl 1994; Kreitling 1996; Wessler 1997: 23; Krüger/Müller-Sachse 1998). Die öffentliche, kritische Auseinandersetzung mit journalistischen Leistungen und mit deren Rahmenbedingungen ist nicht zuletzt deshalb unverzichtbar, weil Wirklichkeitsbeschreibungen immer kontingent sind (vgl. Schmidt 2005: 28), also auch anders sein können und weil Akteure der öffentlichen Wirklichkeitskonstruktion an deren Verantwortung erinnert, zur Rechenschaft gezogen und kontrolliert werden müssen (Sutter 2010). Akteure der Medienkritik: Es braucht möglichst unabhängige Instanzen, welche die Medien fremdbeobachten und zur öffentlichen Selbstbeobachtung zwingen. Medienkritik kann in einem Selbstbeobachtungs- oder in einem Fremdbeobachtungssetting vorgenommen werden. Von Letzterem sprechen wir, wenn medien(branchen)externe Akteure Medienkritik üben. In der Schweiz ist das eine Vielzahl von medienkritischen Institutionen und Organisationen, die gesetzlich vorgeschrieben sind, Organe der Selbstkontrolle, oder zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen, die es sich zur Aufgabe machen, Medienstrukturen und Angebote zu beurteilen (vgl. Wyss, Schanne, Stoffel (2012). Wirksame Medienkritik erfordert jedoch Öffentlichkeit und die Reflexivität zwischen Beobachtern und Beobachteten, also einen Medienjournalismus, der auf Beurteilungen reagiert und das Mediensystem genau so kritisch beobachtet wie andere Gesellschaftsbereiche auch (vgl. Blum 2010). Der Medienjournalismus kann durch die Thematisierung von Strukturen, Spielregeln und Ambivalenzen (Beuthner/Weichert 2005a: 47) als "fünfte Gewalt" handeln (Russ-Mohl 2000: 24) und den Journalismus weiter entwickeln (Russ-Mohl-Fengler 2000; Russ-Mohl/Fengler 2002: 191; Malik 2004: 197) sowie gegenüber der Gesellschaft das Verantwortungsbewusstsein der Medien demonstrieren (Fengler 2001; 2003:148f; 2005). Theoretische Überlegungen und medienwissenschaftliche, auf die Schweiz, auf Deutschland und auf die USA bezogene Studien stimmen jedoch skeptisch und legen den Schluss nahe, dass veröffentlichte Medienkritik durch Medienjournalismus ein „Mauerblümchendasein“ fristet (Walser 2012; vgl. Hickethier 2005: 61). Konzentrations- und Kommerzialisierungsprozesse sowie die so genannte Selbstbeobachtungsfalle des Medienjournalismus verursachen Institutionalisierungsprobleme einer von journalistischen Medien zu leistenden Medienkritik (Beuthner & Weichert 2005a: 48ff; Eberwein 2010: 148f). Medienblogs und Social Media als Alternative? Angesichts der immer wieder beobachteten Unzulänglichkeit und der beklagten „Dauerkrise“ des Medienjournalismus erstaunt es nicht, dass unter dem Schlagwort „Medienbeobachtung 2.0“ in jüngster Zeit vermehrt die Diskussion über die Potenziale und die Probleme von Medienblogs und Social Media hinsichtlich ihrer medienkritischen Funktion angestossen wird (Fengler 2012; Fengler 2008; Eberwein 2010). Es steht neuerdings die Frage im Zentrum mancher Untersuchungen, ob Blogs und soziale Netzwerke als neuartige Instanz der Beobachtung und Thematisierung von Medien und Journalismus Defizite des Medienjournalismus auffangen könnten. Noch legen entsprechende Ergebnisse ein zwiespältiges Fazit nahe. Medienblogs sind heute keinesfalls ein modernes Wundermittel der öffentlichen Medienbeobachtung.Ziel des Forschungsprojekts: Am Institut für Angewandte Medienwissenschaft der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur soll in 24 Monaten mit dem „Radar Medienkritik Schweiz“ eine Forschungsinfrastruktur aufgebaut werden, die unter Rückgriff auf ein Mehrmethodendesign jährliche Analysen zu Struktur und Inhalt der veröffentlichten Medienkritik in der Schweiz erbringen kann. Dieser „Radar“ umfasst zum einen eine Strukturanalyse medienkritischer Instanzen inklusive Medienblogs sowie sozialer Netzwerke und zum anderen eine Inhaltsanalyse veröffentlichter, medienkritischer Beiträge von unterschiedlichen medienkritischen Akteuren in der Schweiz (zunächst im deutschsprachigen Raum) in medienjournalistischen Erzeugnissen aber in einschlägigen sozialen Netzwerken und Medienblogs. Dazu wird eine Forschungsinfrastruktur aufgebaut und etabliert, die entsprechende Analysen kontinuierlich, forschungsökonomisch effizient und zwecks eines Langzeitvergleichs regelmässig (mindestens jährlich) erbringen kann. Der Radar Medienkritik Schweiz greift primär auf eine, im Projektverlauf zu entwickelnde, innovative, computerunterstützte Inhaltsanalyse (CUI) zurück, welche beliebig viele, aber bestimmbare Datenquellen aus dem Internet erschliessen kann. Wissenstransfer & Anwendungsorientierung: Neben der Methodenentwicklung und der Struktur- bzw. Inhaltsanalyse zielt das anwendungsorientierte Projekt auf den Wissenstransfer: Die Ergebnisse von „Radar Medienkritik Schweiz“ werden im Laufe des Projektes erstmalig publiziert und im Rahmen eines Symposiums mit spezifischen Interessensgruppen (medienkritische Organisationen, Publikumsräte, Presserat, Ombudsstellen, UBI, Verantwortungsträger von Medienorganisationen, Akteure der Medienpolitik etc.) diskutiert. Der Radar wird in Zusammenarbeit mit dem European Journalism Observatory (EJO) auf Dauer gestellt und seine Ergebnisse werden regelmässig (mindestens jährlich, und im Zeitvergleich) in einem Report aufbereitet und den spezifischen Interessengruppen sowie einem breiten Publikum zugänglich und verwertbar gemacht (Orientierungs- und Dialogfunktion).
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