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Die Gesundheits- und Krankheitserfahrung in der Migration. Am Beispiel der türkischen Arbeits- und Fluchtmigranten in der Schweiz. Eine medizinanthropologische Studie

English title Health and Illness Experiences of Turkish Migrants in Switzerland. A Medical Anthropological Case Study
Applicant Türkmen Saadet
Number 139764
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Institut für Sozialanthropologie Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Ethnology
Start/End 01.02.2012 - 31.01.2014
Approved amount 144'042.00
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Keywords (7)

Medizinanthropologie; Gesundheit; Gesundheitsstörungen; Migranten aus der Türkei; Migration; Praxis; Gesundheitswesen

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Summary

Einleitung

Neueste Studien der Migrationsforschung haben gezeigt, dass MigrantInnen aus der Türkei sowohl ihren subjektiven Gesundheitszustand als schlecht einschätzen als auch im Vergleich zu anderen Migrantengruppe von krankheitsbedingter Invalidität am meisten betroffen sind. Zur Beurteilung dieser Situation wurden diverse Erklärungsansätze geboten. Trotzdem liefern bisherigen Forschungsergebnissen keine Daten zur Fragen, wie die MigrantInnen ihre Gesundheit und Gesundheitsstörungen sowie deren sozialen Verlauf wahrnehmen. In meiner Dissertation möchte ich zum einen die Wahrnehmung der Gesundheit und gesundheitsbezogenen Praktiken zur Aufrechterhaltung, zum anderen Gesundheitsstörungen und gesundheitlichen Praktiken zur Wiederherstellung der Gesundheit beitragen sollen, untersuchen.

 Ziel

Ergänzend zu bisherigen Forschungen hat das geplante Dissertationsprojekt zum Ziel, differenzierte Hinweise über die Wahrnehmung der Gesundheit, Krankheit zum einen, Aufrecherhaltung der Gesundheit, Krankheits-, Genesungsverläufe von türkische MigrantInnen in der Schweiz andererseits zu eruieren.

 Methodik

Das geplante ist ein interdisziplinäres medizinanthropologisches Dissertationsprojekt. Als Grundlage dienen sowohl statistische Daten und Forschungsberichte als auch Werke aus der sozialwissenschaftlichen, insbesondere sozialanthropologischen Literatur zu den Themen Gesundheit und Krankheit sowie die Migration. Nach einer kritische Verarbeitung bestehender Diskussionen und den ihnen zugrunde liegenden Konzepten wird eine qualitative Datenerhebung durchgeführt, welche sich an Ansätzen der Grounded Theory orientiert und entsprechend einem multimethodischen Vorgehen, auf teilnehmende Objektivierung, auf semi- strukturierte Interviews und auf informellen Gesprächsanalysen gründet.

 Relevanz

Die qualitative Forschung, die sich mit Themenkomplexen wie Gesundheit, Krankheit und Migration am Beispiel der MigrantInnen auseinandersetzt, ist in der Schweiz (ebenso auch international) selten. Es liegen kaum Forschungen vor, die auch emische Perspektive einbeziehen. Das vorliegende Dissertationsprojekt könnte zur Aufhebung dieses Defizites einen ordentlichen Beitrag leisten.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Name Institute

Employees

Name Institute

Publications

Publication
The History in the History of Gule
Türkmen Saadet, The History in the History of Gule, Lit Verlag, Deutschland.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Institut für Sozialanthropologie Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel
Medizin Anthropologie Schweiz Switzerland (Europe)
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
112th Annual Meeting of American Anthropological Association Poster 22.11.2013 Chicago, United States of America Türkmen Saadet;
Medical Anthropology at home Talk given at a conference 09.11.2013 Sierre, Switzerland Türkmen Saadet;
Identitätsbegriff im Wandel Poster 04.10.2013 Berlin, Germany Türkmen Saadet;
Care Talk given at a conference 07.09.2013 Basel, Switzerland Türkmen Saadet;
Cooperation, CUSO, Graduierten Schule Talk given at a conference 29.06.2013 Waltensburg, Switzerland Türkmen Saadet;
Encounter and Engagements Individual talk 14.06.2013 Tarragona, Spain Türkmen Saadet;
Sharing experience in transcultural setting Talk given at a conference 10.02.2013 Hamm, Germany Türkmen Saadet;
IASH Workshop zum Thema Diskurs Analyse Talk given at a conference 11.12.2012 Universität Bern, Switzerland Türkmen Saadet;
Doktoranden Kolloquium Talk given at a conference 30.11.2012 Universität Bern, Switzerland Türkmen Saadet;
Institutskolloquium Individual talk 23.05.2012 Universität Bern, Switzerland Türkmen Saadet;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Supervision, Ethnopsychiatrische Gruppe, PUK, Zürich 27.06.2013 Zürich, Switzerland
Gelingende Kooperation in der Schulsozialarbeit 24.05.2012 FHS Soziale Arbeit- Bern, Switzerland


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Other activities Gesundheit und Krankheit in der Migration German-speaking Switzerland 2012
Talks/events/exhibitions Health- and Illness Experiences International German-speaking Switzerland 2012

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
155617 Health and Illness Experience among Migrants from Turkey in Switzerland 01.06.2014 Marie Heim-Voegtlin grants
155617 Health and Illness Experience among Migrants from Turkey in Switzerland 01.06.2014 Marie Heim-Voegtlin grants

Abstract

Neuste Studien der Migrationsforschung haben gezeigt, dass Migranten aus der Türkei sowohl ihren subjektiven Gesundheitszustand als schlecht einschätzen (BAG 2009) als auch im Vergleich zu anderen Migrantengruppen von krankheitsbedingter Invalidität am meisten betroffen sind (BFS 2009). Zur Beurteilung dieser Situation werden diverse Erklärungsansätze geboten. Unter anderem wird vermutet, dass die Migration für die psychosoziale Gesundheit eine Herausforderung bedeutet und somit vielfältige gesundheitliche Konsequenzen hervorrufen kann (Heberle 1989; Menzel 1993; Leyer 2001; Weiss 2003). Zudem wird die These vertreten, dass die bildungsbezogene und berufliche Unterschichtung bei Migranten, die Entstehung bzw. Chronifizierung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen begünstigt (Hefti und Siegrist 1996; Weiss 2003; Guggisberg 2010). Die bildungsbezogene und damit einhergehende berufliche Unterschichtung wird auch mit geringer bzw. mangelhafter Schmerzverarbeitung in Zusammenhang gebracht und als wichtiger Faktor für die Entstehung und/oder Intensivierung von (langzeitigen) Erkrankungen eingestuft (Kopp 2003; Wössmer und Slepsova 2003). Trotz dieser diversen Erklärungsansätzen liefern empirische Forschungsarbeiten bisher keine Daten zur Frage, wie die Migranten ihre Gesundheitsstörungen und deren sozialen Verlauf wahrnehmen, was sie zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit tatsächlich unternehmen und welche Ressourcen sie dafür einsetzen. Dabei stellt sich auch die Frage, aus welchem Grund sich eine gesundheitliche Störung in ein dauerhaftes Gesundheitsproblem wandelt und welche Faktoren dabei mitbestimmend sind. Vor diesem Hintergrund möchte ich im geplanten Projekt am Beispiel der türkischen Migranten in der (deutschsprachigen) Schweiz zum einen die Wahrnehmung der gesundheitlichen Störungen, zum anderen die Praktiken, die zur Wiederherstellung der Gesundheit beitragen sollen, untersuchen. Dabei fokussiere ich auf den individuellen Umgang mit der Gesundheit und Krankheit und auf die Umstände, welche einen Anspruch auf professionelle Unterstützung für die Genesung evozieren.
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