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Städtebau als politische Kultur. Der Architekt und Theoretiker Hans Bernoulli (1876-1959)

English title Urbanism as Policy. Hans Bernoulli Architect and Theorist (1876-1959)
Applicant Heinze-Greenberg Ita
Number 138635
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Geschichte und Theorie der Architektur ETH Hönggerberg
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline Architecture and Social urban science
Start/End 01.01.2012 - 31.12.2014
Approved amount 237'971.00
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Keywords (10)

History and Theory of Urbanism; History and Theory of Architecture; Free Economy; History of the ETH; Residential Building and Settlement; Garden City movement; Schweizerischer Werkbund; Basel; Berlin; Hans Bernoulli

Lay Summary (German)

Lead
Hans Bernoulli war einer der national wie international einflussreichsten Architekten, Stadtplaner, Theoretiker und Hochschullehrer der Schweiz. Mit seinen Bauten und Projekten, vor allem aber mit der Forderung nach einer Kommunalisierung des Bodens prägte er wie kein anderer das (genossenschaftliche) Siedlungs- und Wohnungswesen der Schweiz. Das Forschungsprojekt leistete eine umfassende historisch-kritische Würdigung und theoretische Aufarbeitung seines Gesamtwerkes.
Lay summary

Bernoulli hat Architektur als Teil eines übergeordneten, von ihm im Duktus der Zeit als «organisch» bezeichneten Ganzen verstanden. Ihrer Komplexität gerecht zu werden, bedeutete für Bernoulli städtebauliche Kontextualisierung, theoretische Reflexion und politische Stellungnahme gleichermassen. Angesichts gegenwärtiger Tendenzen, den Städtebau entweder mittels in erster Linie ästhetisch motivierter Stadtbaukunst wiederzubeleben oder als vornehmlich ökonomisch, juristisch und technisch argumentierende Planungswissenschaft zu begreifen, ist es angezeigt, die Vielschichtigkeit des Phänomens Städtebau, nicht zuletzt seine gesellschaftspolitischen Implikationen für die Diskussion zurückzugewinnen, ohne in die blosse Ideologiekritik der 1970er Jahre zu verfallen.
Am Beispiel Bernoullis ist das Forschungsprojekt der zentralen Frage nachgegangen, wie sich Architektur in die Gesellschaft integriert und umgekehrt, welche Relevanz politische und gesellschaftliche Faktoren für die Architektur über ein blosses Postulat hinaus tatsächlich haben. Innerhalb dieser übergreifenden Fragestellung ist das Werk Bernoullis zum einen in der internationalen Städtebaugeschichte positioniert und zum anderen die Bedeutung des spezifisch schweizerischen Kontextes für das Werk Bernoullis und die Rückwirkung dieses Kontextes auf die allgemeine Städtebaugeschichte des 20. Jahrhunderts herausgearbeitet worden. 

Direct link to Lay Summary Last update: 09.02.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Wissenschaftlicher Beirat Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Abstract

Hans Bernoulli war einer der national wie international einflussreichsten Architekten, Stadtplaner, Theoretiker und Hochschullehrer der Schweiz. Mit seinen Bauten und Projekten, vor allem aber mit der Forderung nach einer Kommunalisierung des Bodens prägte er wie kein anderer das (genossenschaftliche) Siedlungs- und Wohnungswesen der Schweiz. Sein Ansatz ist dabei aktueller denn je: Noch immer zeitigt eine bloss renditeorientierte Spekulation mit Grund und Boden fatale Folgen. Es ist deshalb kein Zufall, dass Bernoullis wichtigstes Buch "Die Stadt und ihr Boden" (1946) regelmässig neu aufgelegt wurde, seit 2006 eine neue Übersetzung der 1951 schon einmal ins Italienische übertragenen Ausgabe vorliegt und eine französische derzeit in Arbeit ist. Gleichwohl fehlt bislang eine über Einzelaspekte hinausgehende, umfassende historisch-kritische Würdigung und theoretische Aufarbeitung seines Gesamtwerkes. Dieses augenfällige Forschungsdesiderat soll durch das Forschungsprojekt behoben werden.Hans Bernoulli hat Architektur als Kultur im kantischen Sinne verstanden. Sein Wirken war ethisch motiviert. Architektur galt ihm als Teil eines übergeordneten, von ihm im Duktus der Zeit als «organisch» bezeichneten Ganzen. Ihrer Komplexität gerecht zu werden, bedeutete für Bernoulli städtebauliche Kontextualisierung, theoretische Reflexion und politische Stellungnahme gleichermassen. Angesichts gegenwärtiger Tendenzen, den Städtebau entweder mittels in erster Linie ästhetisch motivierter Stadtbaukunst wiederzubeleben oder als vornehmlich ökonomisch, juristisch und technisch argumentierende Planungswissenschaft zu begreifen, ist es angezeigt, die Vielschichtigkeit des Phänomens Städtebau, nicht zuletzt seine gesellschaftspolitischen Implikationen für die Diskussion zurückzugewinnen, ohne in die blosse Ideologiekritik der 1970er Jahre zu verfallen.Am Beispiel Bernoullis will das Forschungsprojekt der zentralen Frage nachgehen, wie sich Architektur in die Gesellschaft integriert und umgekehrt, welche Relevanz politische und gesellschaftliche Faktoren für die Architektur über ein blosses Postulat hinaus tatsächlich haben. Innerhalb dieser übergreifenden Fragestellung soll das Werk Bernoullis zum einen in der internationalen Städtebaugeschichte positioniert und zum anderen die Bedeutung des spezifisch schweizerischen Kontextes für das Werk Bernoullis und die Rückwirkung dieses Kontextes auf die allgemeine Städtebaugeschichte des 20. Jahrhunderts herausgearbeitet werden. Um den architektonischen, städtebaulichen, historischen und theoretischen Dimensionen des Vorhabens gerecht werden zu können, wurde das Projekt in Kooperation mit den verschiedenen Professuren und Einrichtungen des Institutes gta durchgeführt, insbesondere mit der Professur für Geschichte des Städtebaus (Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani) und dem gta Archiv, das den grössten Teilnachlass Bernoullis beherbergt. Ausserdem hat eine Zusammenarbeit mit Historischen Seminar der Universität Zürich stattgefunden. Die Forschungsarbeit mündet in die Publikation einer Monographie (gta Verlag, voraussichtlicher Erscheinungstermin Herbst 2016), die über eine bloss historische Aufarbeitung von Leben und Werk Bernoullis hinaus nach Architektur und Städtebau als politischer Kultur fragt und damit der gegenwärtigen Praxis von Städtebau und Architektur ein historisch-theoretisches Fundament liefert.
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