Projekt

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Multi-Level Governance in der Gesundheitspolitik

Titel Englisch Multi-Level Governance in Health Politics
Gesuchsteller/in Braun Dietmar
Nummer 129563
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Institut d'études politiques, historiques et internationales (IEPHI) - Faculté des SSP Université de Lausanne
Hochschule Universität Lausanne - LA
Hauptdisziplin Politikwissenschaften
Beginn/Ende 01.06.2010 - 31.01.2014
Bewilligter Betrag 439'259.00
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Keywords (11)

Gesundheitspolitik; Governance; Vergleichende Politikforschung; health-governance; multi- level governance; Australia; Germany; Switzerland; tobacco prevention; pharmaceutical pricing; political coordination

Lay Summary (Englisch)

Lead
Lay summary
LeadThe OECD and the World Health Organization (WHO) have criticised the Swiss health system for its fragmentation of political responsibility and missing coordination. This critique we take as a starting point to analyse the political coordination capacity of health systems in three federal states, Australia, Germany and Switzerland.SummaryThe present discussion on governance issues assumes that in the light of an increasingly pluralistic world society can no longer be governed in a classical hierarchical way. In order to guarantee an optimal allocation of public goods, among which we subsume health, increasing attention is being paid to other mechanisms of governance. One of the decisive questions in the discussion of alternative modes of governance is how to gain political coordination in the decision making process. This question applies as well to health politics. Governance issues in health politics have so far been a neglected field of research. In order to better understand the mechanisms of governance in this health politics the research project focuses on the degree of political coordination capacity defined as the capacity to direct resources of different governmental as well as non-governmental actors to a common political goal.ObjectiveIn this research project, we understand health politics in a comprehensive manner by comparing two often separately treated fields of health - preventive health on the one hand and health care on the other. We ask whether governance and the political capacity of coordination in those two fields do resemble or differ from each other. We assume that political coordination capacity is the result of interactions between a multitude of public and private actors who themselves are influenced by certain governance conditions. By comparing preventive health using the example of tobacco prevention, and health care using the example of pharmaceutical pricing, and by comparing three federal countries (Australia, Germany and Switzerland), each belonging to a distinctive form of health system models, the governance structures and conditions of the political coordination capacity are traced. On the basis of the actor-centred institutionalism we formulate assumptions about the effects of such governance regimes on the political coordination capacity.SignificanceThe project would like to enrich the scholarly debate on health governance, a field where empirical research is still rare. Furthermore, by empirically comparing two health sectors we hope to identify and explain similarities and differences in the governance mechanisms of health care and preventive health. Finally, the project would like to contribute to
Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 21.02.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Abstract

ZUSAMMENFASSUNGDie jüngste Kritik der OECD am Schweizer Gesundheitssystem (OECD 2006) stellt vor allem eine Fragmentierung von politischen Verantwortlichkeiten und fehlende Abstimmung fest. Der Schweiz wird dringend empfohlen, ein übergreifendes, Gesundheitsprävention und Krankheitsbehandlung umfassendes Rahmengesetz zu verabschieden, in dem einheitliche und konsistente Ziele und eine koordinierte Aufgabenverteilung festgelegt werden. Diese Kritik nehmen wir zum Anlass, um grundsätzlich die Koordinationsfähigkeit in der Gesundheitspolitik zu hinterfragen. Über einen systematischen Vergleich von zwei in der OECD-Studie hervorgehobenen Bereichen - die Gesundheitsförderung am Beispiel der Tabakpräventionspolitik einerseits und die Kostendämpfung am Beispiel der Beherrschung der Medikamentenpreise andererseits - und einen Vergleich zwischen drei föderalen Ländern (Australien, Deutschland, Schweiz) sollen die (unterschiedlichen) Governancebedingungen von politischer Koordinationsfähigkeit (vorläufig definiert als die Fähigkeit, die Handlungsressourcen unterschiedlicher staatlicher und nicht-staatlicher Akteure in einen einheitlich definierten politischen Zielrahmen einzubinden) in gesundheitspolitischen Systemen ermittelt werden.Unsere Analyse schließt an die neuere Governanceforschung an, die bisher vor allem um konzeptuelle Klärungen grundlegender Analysedimensionen von Governance bemüht war, der es aber nach wie vor am empirischen Unterbau mangelt. Ein solcher Mangel zeigt sich auch insbesondere bei der Erklärung von Governance in verschiedenen Politikbereichen. Die Gesundheitspolitik zählt nach wie vor zu den erklärungsbedürftigen Governancebereichen.Wir verstehen in dieser Studie Gesundheitspolitik explizit in einem umfassenden Sinne, das heisst, wir möchten die häufig als Gegensätze verstandenen Teilbereiche der öffentlichen Gesundheit und der Krankheitsbehandlung zusammen behandeln und fragen, ob sich Governance und politische Koordinationsfähigkeit in diesen beiden Bereichen grundsätzlich unterscheiden oder aber ähnlich sind.Unserer Studie beginnt mit der kausalen Vermutung, dass Koordinationsfähigkeit in Interaktionen zwischen einer Vielzahl von politischen und nicht politischen Akteuren hergestellt wird, die wiederum maßgeblich durch bestimmte Governancebedingungen beeinflusst werden. Solche Governancebedingungen sind für uns vor allem sogenannte Governanceregime, die bestimmte organisatorische Kontexte und Interaktionsformen umfassen. Auf der Grundlage des akteurzentrierten Institutionalismus lassen sich begründete Vermutungen über die Wirkung solcher Governanceregime auf die politische Koordinationsfähigkeit aussprechen. Die Vermutungen selber sollen dann im Forschungsprojekt überprüft werden oder, mit anderen Worten, es soll gezeigt werden, ob und in welcher Weise Governanceregime die Koordinationsfähigkeit prägen.Wir beginnen das Projekt mit der begründeten Behauptung, dass sich die üblicherweise unterschiedenen Typen von Gesundheitssystemen (staatlich, Sozialversicherungsmodell, privat) von ihrem Governanceregime her grundlegend unterscheiden. Von daher erwarten wir eine unterschiedliche Koordinationsfähigkeit dieser Gesundheitssysteme. Gleichzeitig hinterfragen wir aber ein direktes lineares Kausalverhältnis und postulieren, dass Governancesysteme in sich nach Konfliktfeldern differenziert sind (föderale Konfliktbeziehungen; die Beziehung von politischen und nicht politischen Akteuren in der Interessenvermittlung; Parteikonflikte) und unterschiedliche Governanceregime in der Gesundheitspolitik eines Landes existieren, deren Zusammen- oder Gegeneinanderwirken empirisch ermittelt werden soll. Governance wird von uns daher als ein Patchwork von Governanceregimen verstanden.Die eigentliche Untersuchung ist eine qualitativ vergleichende Studien der beiden Politikbereiche in den drei oben erwähnten Ländern, die als exemplarisch für die verschiedenen Gesundheitssysteme gelten können. Die Forschung untergliedert sich in eine Strukturanalyse der Governancebedingungen in dem jeweiligen Land und eine Prozessanalyse von zwei ausgewählten repräsentativen politischen Maßnahmen (eine erfolgreiche Maßnahme in Bezug auf die Koordinationsfähigkeit und eine nicht erfolgreiche), die die Bedeutung von Governanceregimen als kausalen Erklärungsfaktor aufzeigen können. Analysen von sekundärer Literatur, Zeitungsberichten, schriftlichen Stellungnahmen der verschiedenen Akteure, parlamentarischen Protokollen und anderes schriftliches Material, das im Entscheidungsprozess in den verschiedenen Arenen produziert wird, bilden den einen Bestandteil der Untersuchung. Der andere Teil sind Experteninterviews sowie Interviews mit den relevanten Akteuren im Entscheidungsprozess.
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