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Le Cor Chaussier. Dokumentation, Nachbau und Aspekte der solistischen und orchestralen Aufführungspraxis auf französischen Hörnern zwischen Natur- und Ventilinstrument in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

English title Le Cor Chaussier. Documentation, Reconstruction, and Aspects of Soloistic and Orchestral Performance Practice on French Horns between Natural and Valve Instruments in the Second Half of the 19th Century in France
Applicant Skamletz Martin
Number 124640
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institut Interpretation Hochschule der Künste Bern Berner Fachhochschule
Institution of higher education Berne University of Applied Sciences - BFH
Main discipline Music, Theatre
Start/End 01.05.2009 - 30.04.2012
Approved amount 196'008.00
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Keywords (7)

historically informed performance; reconstruction of historical music instruments; 19th-century music; French Horn; Cor Chaussier; French Music; historically inspired performance practic

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Der Umbruch vom Natur- zum Ventilhorn dauerte in Frankreich im europäischen Vergleich relativ lange. Als Kompromiss entwickelt man zunächst Hörner, die der Spielweise des Naturhorns entsprechen, aber mehrere Tonarten in sich vereinten: die Cors omnitoniques. Im Zentrum des Projekts steht jenes Instrument, das Henri Chaussier in den 1880er Jahren entwickelte. Darüber hinaus soll die Situation des Horns in der Bildung und Musikpraxis Frankreichs im 19. Jh. ausgeleuchtet werden.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner



Corporate bodies

Name Address
Blechblas-Instrumentenbau Egger Rainer Egger Blechblas-Instrumentenbau Egger Rainer Egger Turnerstrasse 32 4058 CH-Basel
Sinfonie Orchester Biel Dr. Christopher Walton, Verwaltungsdirektor Thomas Rösner, Chefdirigent Sinfonie Orchester Biel Dr. Christopher Walton, Verwaltungsdirektor Thomas Rösner, Chefdirigent Schmiedengasse 1 2500 CH-Biel/Bienne 3

Publications

Publication
Camille Saint-Saëns: Oeuvres pour cor et orgue
Maury Claude (ed.) (2016), Camille Saint-Saëns: Oeuvres pour cor et orgue.
Das Cor Chaussier. Ein Praxisbericht
Hübner Ulrich (2016), Das Cor Chaussier. Ein Praxisbericht, in Allenbach Daniel (ed.), 363-376.
Französische Ventilhornschulen im 19. Jahrhundert
Allenbach Daniel (2016), Französische Ventilhornschulen im 19. Jahrhundert, in Allenbach Daniel (ed.), 154-171.
La facture instrumentale des cuivres dans la seconde moitié du XIXe siècle en France
Grenot Cyrille (2016), La facture instrumentale des cuivres dans la seconde moitié du XIXe siècle en France, in Alenbach Daniel (ed.), Argus, Schliengen, 11-102.
Les cors omnitoniques
Maury Claude (2016), Les cors omnitoniques, in Allenbach Daniel (ed.), Argus, Schliengen, 103-153.
Meifred und die Einführung des Ventilhorns in Frankreich
Mürner Martin (2016), Meifred und die Einführung des Ventilhorns in Frankreich, in Allenbach Daniel (ed.), Argus, Schliengen, 223-233.
Romantic Brass. Französische Hornpraxis und historisch informierter Blechbalsinstrumentenbau. Symposium 2
Allenbach Daniel (ed.) (2016), Romantic Brass. Französische Hornpraxis und historisch informierter Blechbalsinstrumentenbau. Symposium 2.
Camille Saint-Saëns: Morceau de Concert pour Cor Op. 94
Maury Calude (ed.) (2015), Camille Saint-Saëns: Morceau de Concert pour Cor Op. 94.
Frühe Ventilhornschulen in Frankreich
Allenbach Daniel (2015), Frühe Ventilhornschulen in Frankreich, in Bacciagaluppi Claudio Skamletz Martin (ed.), Argus, Schliengen, 199-213.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
3rd International Historic Brass Symposium Talk given at a conference Early Crooks for Horn. 13.07.2017 New York, United States of America Hübner Ulrich;
Konferenz "Benjamin Bilse. Violinist, Dirigent, Komponist" Talk given at a conference Henri Chaussier - von Benjamin Bilse zum omnitonischen Horn 07.10.2016 Legnica, Poland Allenbach Daniel;
AEC Early Music Platform: Präsentation des Forschungsprojektes durch Daniel Allenbach und Martin Skamletz Talk given at a conference Präsentation des Forschungsprojekts 23.01.2010 Den Haag, Netherlands Skamletz Martin;


Self-organised

Title Date Place
Romantic Brass Symposium 07.11.2012 Bern, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Händel Akademie: Vortrag M. Mürner zu Cor Chaussier und historisch informiertem Blechblasinstrumentenbau Talk 24.02.2012 Karlsruhe, Deutschland, Germany Mürner Martin;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Blick unter die Patina eines Ventilhorns Der Bund German-speaking Switzerland 2012
Other activities Konzert: "Rêveries et manufactures" - Französische Sinfonik des 19. Jh., Kultur-Casino Bern German-speaking Switzerland 2012
Talks/events/exhibitions Museumsnacht Bern: Präsentation Le Cor Chaussier durch D. Allenbach German-speaking Switzerland 2012
Media relations: print media, online media Beispiel aus der Forschungspraxis: Le Cor Chaussier Podium: Berner Kulturjournal 4/2010, S. 9 German-speaking Switzerland 2010

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
112469 Rekonstruktion, Nachbau und Spielmethodik der originalen tiefen (Blech-)Blasinstrumente im 19. Jh. am Beispiel des Cimbasso und der Ophikleide 01.05.2006 DORE project funding
141414 Romantic Brass: Ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert 01.12.2011 Publication grants
116291 Klappentrompeten - Rekonstruktion, Spielmethodik und Nachwirkungen der klassischen und frühromantischen Solotrompeten 01.07.2007 DORE project funding
164549 Romantic Brass II. Französische Hornpraxis und historisch informierter Blechblasinstrumentenbau 01.04.2016 Publication grants
136957 "Agilité, homogénéité et beauté" - Das Saxhorn in Oper und Militärmusik 01.11.2011 DORE project funding
129909 Le Basson Savary: Studien an Originalinstrumenten, Nachbau für die historisch informierte Aufführungspraxis, Umsetzung im Konzert, Entwicklung eines Lehrwerks 01.09.2010 DORE project funding
178522 Fresh Winds - Communicating research on musical instruments 01.05.2018 Agora
140800 Visuelle, akustische und kinetische "Pathosformeln" in den Pariser Opern Giacomo Meyerbeers 01.05.2012 Interdisciplinary projects
146330 Brass instruments of the 19th and early 20th centuries between long-term conservation and use in historically informed performance practice 01.05.2013 Interdisciplinary projects

Abstract

Mit dem Aufkommen der Ventilinstrumente verlor das Naturhorn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend seine Bedeutung. Die Ablösung ging zwar keineswegs ohne Widerstände, aber doch innerhalb von etwa 30 bis 40 Jahren (also etwa innerhalb einer Generation) vor sich. Allerdings existiert eine prominente Ausnahme von dieser Entwicklung hin zu den chromatischen Hörnern: In Frankreich tat sich die Musikwelt trotz innovativen Instrumentenbauern sehr viel schwerer mit dem neuen Instrument als in anderen Ländern Europas. Zwar gab es von 1833 bis 1864 eine Professur für Ventilhorn am Pariser Conservatoire; während sich das Instrument überall sonst endgültig durchsetzte, wurde es in Paris nach der Pensionierung des ersten Lehrstuhlinhabers wieder vom Lehrplan abgesetzt und stattdessen nur Naturhorn unterrichtet.Da die Musikpraxis trotzdem Instrumente benötigte, die chromatisch einsetzbar waren, behalf man sich mit Kompromissen - etwa aufsteckbaren Ventilbogen (Cor Sauterel) oder Hörnern, die mehrere Tonarten in sich vereinten. Die Letztgenannten - die sogenannten Cors omnitoniques - stehen im Zentrum des vorliegenden Forschungsprojektes. Zentral ist dabei insbesondere das Instrument, das Henri Chaussier in den 1880er Jahren gemeinsam mit der Firma Millerau entwickelte. Obwohl es wie ein Ventilhorn aussieht, ist es von seiner Spielweise her klar ein Naturhorn, wobei die Ventile dem „Bogenwechsel“ dienen. 1891 trat Chaussier mit diesem Horn gegen einen Ventilhornisten an - und entschied dieses „Duell“ klar für sein dem Prinzip des Naturhorns verpflichtetes Instrument.Die Forschung hat sich diesem Instrument, das sich in nicht spielfähigem Zustand im Musikinstrumentenmuseum in Brüssel befindet, bisher kaum gewidmet. Ebenso existieren grosse Lücken in Bezug auf das Wissen über die Horninstrumente in der musikalisch sehr fruchtbaren 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Diesen Leerstellen will sich das vorliegende Forschungsprojekt widmen. Dabei soll das Cor Chaussier einerseits für den Gebrauch im Rahmen der historisch informierten Aufführungspraxis nachgebaut, andererseits in seiner Entstehungsgeschichte, seinem Repertoire und seinem historischen Umfeld systematisch erforscht werden. Die resultierenden Erkenntnisse sollen in die Lehre und in die Konzertpraxis eingebracht werden.Nachbau: Mit dem Cor Chaussier soll der wichtigste Typ eines omnitonischen Horns nachgebaut werden. Dieses Instrument stellt ein herausragendes Beispiel für die französische Suche nach Alternativen zum als nicht ausgereift empfundenen Ventilhorn dar.Repertoireforschung: Für das Cor Chaussier wurde als bekanntestes Werk das „Morceau de concert“ op. 94 von Camille Saint-Saëns komponiert. Eine umfassende Recherche soll weiteres Repertoire zugänglich machen und ausgehend vom Cor Chaussier die Ausbildung der Hornisten und die Verwendung der Horninstrumente in französischen Orchestern des 19. Jahrhunderts beleuchten. Spielweise und Erprobung in der Lehre: Das Spiel des Cor Chaussier muss in der Praxis erprobt und geübt werden. Die aus der historischen Beschäftigung und den praktischen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse sollen in den Unterricht an der Hochschule der Künste Bern einfliessen und so den Studierenden ein Rüstzeug in Bezug auf die historisch informierte Aufführungspraxis bieten, die in ihrem zukünftigen Berufsfeld einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen wird.Umsetzung in die Praxis mit Konzert und CD: Gemeinsam mit dem Sinfonie Orchester Biel und seinem Chefdirigenten Thomas Rösner wird Saint-Saëns’ „Morceau de concert“ von Claude Maury auf dem nachgebauten Cor Chaussier, dem „Originalinstrument“ für dieses Werk, öffentlich zur Aufführung gebracht. Eine CD-Aufnahme dokumentiert diese moderne Erstaufführung.
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