Projekt

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Rekonstruktion, Nachbau und Spielmethodik der originalen tiefen (Blech-)Blasinstrumente im 19. Jh. am Beispiel des Cimbasso und der Ophikleide

Titel Englisch Reconstruction, rebuilding and playing-methods of the original low Brassinstruments in the 19th century on the ex. of the cimbasso and the ophikleide
Gesuchsteller/in Brotbeck Roman
Nummer 112469
Förderungsinstrument DORE Projekte
Forschungseinrichtung Hochschule der Künste HKB Berner Fachhochschule
Hochschule Berner Fachhochschule - BFH
Hauptdisziplin Musik und Theater
Beginn/Ende 01.05.2006 - 30.04.2008
Bewilligter Betrag 103'356.00
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Keywords (3)

historische Blasinstrumente; historically informed performance; historische Blasinstrumente

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Rekonstruktion, Nachbau und Spielmethodik der originalen tiefen (Blech-)Blasinstrumente im 19. Jh. am Beispiel des Cimbasso und der Ophikleide
Lay summary
Der Blechblasinstrumentenbau des 19. Jahrhunderts war in seiner Kreativität und Vielseitigkeit einzigartig. Gerade im Bereich der Bassinstrumente – der Vorläufer der heutigen Tuben also – herrschte ein derart gewaltiger Erfindergeist, dass die genaue Einordnung von Ensemble- und Orchesterinstrumenten aus dieser Zeit uns heute oft grosse Schwierigkeiten macht. Angesichts der Bedeutung, welche die historisch informierte Aufführungspraxis in den vergangenen Jahren erhalten hat, und der für die Klanggestalt zentralen Rolle des Bassregisters in der Musik des 19. Jahrhunderts war eine Klärung der frühen Tubentypen und ihr Nachbau für die heutige Interpretationspraxis ein dringendes Desiderat.
Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurde die um 1817 entwickelte und in zahlreichen Orchesterwerken des 19. Jahrhunderts zwischen Berlioz und Saint-Saëns verwendete Ophikleide in einer möglichst eng an historische Formen und Arbeitstechniken angelehnten Arbeitsweise nachgebaut.
Der Hauptteil der Arbeit wurde dabei von praktischen Musikern in enger Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern geleistet, und die Ergebnisse haben schon Eingang ins Konzertleben und in den Instrumentenmarkt gefunden.
Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 20.12.2012

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Projektpartner

Natürliche Personen


Name Institut

Juristische Personen

Name Anschrift
Musik Haag AG Musikhaus Musik Haag AG Musikhaus Kirchstrasse 15 8280 CH-Kreuzlingen

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Abstract

Die Tuba ist das jüngste der modernen Orchesterinstrumente. Sie entstand erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, als in der Romantik ein chromatischer und melodiöser Bass verlangt und entsprechende Instrumente entwickelt werden mussten. Die Tuba in ihren heutigen Hauptformen als Bass- und Kontrabasstuba wurde erst nach dem Weltkrieg standardisiert. Während des ganzen 19. Jahrhunderts gab es sehr verschiedene tiefe Blasinstrumente. Alle diese Typen gehen auf diverse Formen des Basshorns zurück, wobei bei der genauen Einordnung dieser Instrumente bis heute Unklarheit herrscht. Angesichts der Bedeutung, welche die historisch informierte Aufführungspraxis in den vergangenen Jahren erhalten hat, und der für die Klanggestalt zentralen Rolle des Bassregisters in der Musik des 19. Jahrhunderts, ist eine Klärung der frühen Tubentypen und ihr Nachbau für die heutige Interpretationspraxis ein dringendes Desiderat. Das Forschungsprojekt möchte zur Neuinterpretation des Standardrepertoires des 19. Jahrhunderts beitragen. Dabei beschränkt sich die Arbeit vorläufig auf zwei einigermassen klar eingrenzbare Haupttypen und damit verbunden auf zwei zentrale Repertoiregruppen des 19. Jahrhunderts: Einerseits das Cimbasso und seine Bedeutung in den italienischen Opern von Verdi und Puccini und andererseits die Ophikleide und ihre Bedeutung für die französische Musik von Berlioz bis Saint-Saëns. Da sowohl Cimbasso wie Ophikleide eine je eigene enorme Entwicklung vom Grifflochinstrument zum Ventilinstrument sowie vom Holz- zum Blechinstrument durchlaufen haben, sind zuallererst Zuordnungen zu machen und zu bestimmen, welches Instrument überhaupt gemeint war, wenn z.B. Cimbasso in der Partitur steht. Historische Instrumente sind zu prüfen und für den Nachbau auszuwählen. Dabei soll auf das meistgespielte Repertoire fokussiert werden. Da der Instrumentenbauer eine spezielle Drehbank benötigt, sowie für jedes nachgebaute Instrument eigene Drückformen von ihm entwickelt werden müssen, ist dieser Nachbau enorm kosten- und arbeitsintensiv. Mit einem der führenden Blasinstrumentenbauer und -Kenner, Konrad Burri, hat die HKB einen kompetenten und zuverlässigen Praxispartner gefunden.Mindestens so entscheidend wie die Instrumente selber ist die historische Spielweise derselben. Unter anderem in Bibliotheken von Paris und Mailand sollen entsprechende Methoden und Lehrwerke aufgespürt und durch Primär- und andere sekundäre Quellen ergänzt werden. In Museen und Sammlungen dieser Städte (Instrumentensammlung Mailänder Scala und Musée de la Musique in Paris) soll anhand der Besichtigung und Analyse diverser alter Instrumente das Wissen für den Nachbau zusammen getragen werden.Ziel ist es auch, diese Instrumente als Lehrfach an der HKB zu unterrichten und mit ent-sprechender Methodologie ins Curriculum des Tuba- bzw. Euphoniumstudiums einzubauen und der Musikwelt Spielerinnen und Spieler zur Verfügung zu stellen, welche diese Instrumente auf professionellem Niveau spielen können.
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