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„Über den Strukturalismus hinaus“ - Briefe an Eugenio Coseriu und die Geschichte der Linguistik im 20. Jahrhundert

English title "Beyond Structuralism" - Letters to Eugenio Coseriu and the history of linguistics in he 20th century
Applicant Kabatek Johannes
Number 188773
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Romanisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Romance languages and literature
Start/End 01.01.2020 - 31.12.2023
Approved amount 878'551.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Romance languages and literature
Philosophy

Keywords (7)

Sprachwissenschaftsgeschichte; Varietätenlinguistik; Eugenio Coseriu; Sprachwandeltheorie; Pragmatik; Strukturalismus; Sprachliche Korrektheit

Lay Summary (German)

Lead
Eugenio Coseriu (1921-2002) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Romanisten und Linguisten des 20. Jahrhunderts. Er hinterliess hunderte unveröffentlichter Manuskripte und etwa 20.000 Briefe von Linguisten und sonstigen Intellektuellen. Das Projekt hat zum Ziel, die Briefkorrespondenz online zu veröffentlichen und im Zusammenhang mit der Geschichte der (v.a. romanistischen) Linguistik darzustellen.
Lay summary

Es wird einerseits darum gehen, die Briefe zu transkribieren und online zu publizieren, wobei versucht werden wird, soweit noch vorhanden auch die Gegenbriefe und somit die gesamten Briefwechsel zu präsentieren. Anderseits sollen vier thematische Komplexe im Zusammenhang mit Briefen und Manuskripten vertieft untersucht und in den Kontext der Sprachwissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts gestellt werden: 

  •  Die Konzeption der „Norm“, wie sie 1952 in Sistema, norma y hablapräsentiert wurde, einschliesslich der in dem unveröffentlichten Manuskript La corrección idiomáticadiskutierten Frage der Standardsprache und von deren Lehre.
  •  Die Frage der Pragmatik und der Textlinguistik im Rahmen einer „integralen Linguistik“, die über den Strukturalismus hinausweist und u.a. in dem Aufsatz „Determinación y entorno“ von 1955-56 präsentiert wurde.
  •  Die in dem Buch Sincronía, diacronía e historia(1958) vertretene Auffassung des Sprachwandels.
  •  Die Frage der sprachlichen Variation und der Varietäten, wie sie u.a. in La geografía lingüísticaskizziert und dann in späteren Arbeiten wiederaufgenommen wird.

Das Projekt verspricht neben dem Zugang auf das umfassende primäre Datenmaterial der Briefe neue wissenschaftshistorische Einsichten zu einer besonders prägenden Phase der Geschichte der Romanistik und allgemeinen Sprachwissenschaft.

Direct link to Lay Summary Last update: 08.10.2019

Responsible applicant and co-applicants

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Project partner

Abstract

Eugenio Coseriu (1921-2002) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Romanisten und Linguisten des 20. Jahrhunderts. Im Laufe seines Lebens legte er wesentliche Beiträge zur Sprachtheorie, zur Sprachphilosophie, zur Geschichte der Sprachwissenschaft und zu den Romanischen Sprachen vor. Der Antragsteller wurde von Coseriu noch zu dessen Lebzeiten zum Nachlassverwalter bestimmt und hat zwischen 2002 und 2013 das Eugenio-Coseriu-Archiv aufgebaut und verschiedene Schriften aus dem Nachlass veröffentlicht bzw. zu deren Veröffentlichung beigetragen. Bislang völlig unbearbeitet ist die umfassende Korrespondenz Coserius mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten der Romanistik und Linguistik des 20. Jahrhunderts. Im Coseriu-Archiv befinden sich etwa 20.000 Briefe an Coseriu, darunter zahlreiche von bekannten Persönlichkeiten wie Roman Jakobson, Yakov Malkiel, Ramón Menéndez Pidal oder André Martinet. 2.000 Briefe wurden bereits grob erfasst und klassifiziert.Ziel des Projektes ist:1.) Die Erstellung einer Online-Briefdatenbank einschliesslich Transkription und Kommentar. Diese wird in Koordination und in Vernetzung mit anderen Briefdatenbanken und ähnlichen Vorhaben im Bereich der Digital Humanities aufgebaut werden. Wo möglich werden die Briefe ergänzt durch Briefe Coserius an die Korrespondenzpartnerinnen und -partner.2.) Die Erstellung einer Monographie über Coserius Werk sowie von thematischen Kommentaren zu ausgewählten linguistischen Fragestellungen auf der Basis der in den Briefen diskutierten Aspekten und unter Hinzuziehung des mittlerweile digital erfassten Manuskriptmaterials aus dem Nachlass. Dabei wird der Fokus auf den Briefen und Arbeiten aus den 1950er Jahren liegen, der Zeit, in der die zentralen Fragestellungen der Coseriu’schen Sprachtheorie entwickelt wurden und ein besonders intensiver Austausch mit Linguisten weltweit stattfand. Die Fragestellungen im Einzelnen sind:F1.) Die Konzeption der „Norm“, wie sie 1952 in Sistema, norma y habla präsentiert wurde, einschliesslich der in dem unveröffentlichten Manuskript La corrección idiomática diskutierten Frage der Standardsprache und von deren Lehre.F2.) Die Frage der Pragmatik, der Textlinguistik und der Theorie des Eigennamens im Rahmen einer „integralen Linguistik“, die über den Strukturalismus hinausweist und wie sie u.a. in dem Aufsatz „Determinación y entorno“ von 1955-56 präsentiert wurde.F3.) Die in dem Buch Sincronía, diacronía e historia (1958) vertretene Auffassung des Sprachwandels.F4.) Die Frage der sprachlichen Variation und der Varietäten, wie sie u.a. in dem Text La geografía lingüística (1958) skizziert und dann in späteren Arbeiten wiederaufgenommen wird.Das Projekt verspricht neben dem Zugang auf das umfassende primäre Datenmaterial der Briefe neue wissenschaftshistorische Einsichten zu einer besonders prägenden Phase der Geschichte der Romanistik und allgemeinen Sprachwissenschaft.
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