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Der Geist des digitalen Kapitalismus. Eine Analyse der normativen Grundlagen unternehmerischen Handelns in der digitalisierten Ökonomie

Applicant Nachtwey Oliver
Number 183066
Funding scheme Digital Lives
Research institution Institut für Soziologie Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Sociology
Start/End 01.10.2018 - 31.12.2020
Approved amount 168'196.00
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Keywords (5)

Wirtschaftssoziologie; Silicon Valley; Digitalisierung; Geist des Kapitalismus; Normative Orientierung

Lay Summary (German)

Lead
Im Silicon Valley sind neue Unternehmenskulturen entstanden, die weltweit Einfluss auf den Wandel der Ökonomie haben. Das Forschungsprojekt untersucht sowohl den „Geist des digitalen Kapitalismus“ der grossen US-amerikanischen Internetunternehmen wie auch die Schweizer Digitalwirtschaft.
Lay summary

Der Kapitalismus brauchte von Beginn an eine ausserökonomische ideelle Triebfeder. Seine Ausbreitung hat der Soziologe Max Weber in seiner Studie Dieprotestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus auf eine Wahlverwandtschaft religiöser Ethik und der dazugehörigen Berufsauffassung und Lebensführung zurückgeführt. Im digitalen Zeitalter ist nun – so die Hauptthese des Forschungsprojektes – ein neuer Geist des Kapitalismus entstanden, der im Silicon Valley geboren wurde. Als handlungsleitende normative Orientierungen finden die Ideen der Pioniere des Silicon Valley Einzug in die soziale Praxis und die Vorstellungen des „richtigen” wirtschaftlichen Handelns im Kontext der Digitalisierung auch in der Schweiz.

Dafür werden wir die US-amerikanischen Leitbilder in einem computergestützten Verfahren in Zusammenarbeit mit dem Digital Humanties Lab der Universität Basel untersuchen. Die Schweizer Digitalwirtschaft wird hingegen mit einem qualitativen Ansatz analysiert, um die spezifischen Aspekte der normativen Orientierungen und sozialen Praxis von Unternehmer_innen in der eidgenössischen Ökonomie berücksichtigen zu können.

Direct link to Lay Summary Last update: 06.09.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

Das Forschungsprojekt zielt darauf, den „Geist des digitalen Kapitalismus” und die damit verbundenen normativen Handlungsorientierungen sowie die sozialen Praktiken systematisch zu untersuchen. Für die digitale Transformation erfüllen Unternehmen aus dem Silicon Valley (USA) die Funktion eines Role Models, an dem sich Digitalisierungsstrategien weltweit orientieren. Die Visionen und Ideen der Pioniere des Silicon Valley entfalten weiterhin eine hohe Strahlkraft; als handlungsleitende normative Orientierungen finden sie Einzug in die soziale Praxis und die Vorstellungen des „richtigen” wirtschaftlichen Handelns im Kontext der Digitalisierung. Um die übergeordneten Ideen und Visionen und ihre Wirkung fassen zu können, fragt das Forschungsprojekt sowohl nach deren Konturen als auch nach der Umsetzung dieser Ideen in der Schweizer Wirtschaft, um u.a. Aussagen über zukünftige institutionelle und wirtschafts-kulturelle Pfade der Digitalisierung treffen zu können. Hierfür ist es notwendig, kollektive handlungsleitende Bezugspunkte zu identifizieren und Problemlagen zu analysieren, die sich aus der Vermittlung zwischen den übergeordneten Ideen der digitalen Technologisierung und deren praktischer Umsetzung ergeben. Theoretisch liegt dem Forschungsvorhaben die Soziologie der Rechtfertigung (Boltanski und Thévenot 2007) zugrunde. Um sowohl die übergeordneten normativen Bezugspunkte als auch deren Interaktion mit der sozialen Praxis angemessen erfassen zu können, wählen wir ein zweischrittiges, methodenplurales und interdisziplinäres Forschungsdesign. In Zusammenarbeit mit dem Digital Humanities Lab der Universität Basel (Projektpartner: Gerhard Lauer) wird zunächst ein eigens zusammengestellter Datenkorpus erstellt und anschließend computergestützt ausgewertet. Um die Visionen und Ideen, wie sie in programmatischen Texten der Pioniere des Silicon Valley und in den daran anschließenden Managementliteraturen formuliert werden, erschöpfend zu erfassen, sollen die Texte mit linguistischen Vorgehensweisen formal und inhaltlich analysiert werden. Dieser erste Schritt zielt auf die Typologisierung der aggregierten Glaubenssätze, die den digitalen Wandel grundieren und stützen. Daran anschließend steht in einem zweiten Schritt die Untersuchung der Umsetzung dieser Vision in der konkreten sozialen Praxis im Vordergrund. Hiermit ist das Ziel verbunden, systematische Erkenntnisse über die alltäglichen Praktiken und Problemlagen zu erlangen, mit denen Schweizer Wirtschaftsakteure im Kontext der Digitalisierung konfrontiert sind (transnationale Internetkonzerne, Tech-Startups, Bitcoin-Unternehmen).
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