Project

Back to overview

CACHE: eine explorative Studie zu Open Access als soziotechnisches System

English title CACHE: an explorative study on Open Access as a socio-technical system
Applicant Güttler Nils
Number 183057
Funding scheme Digital Lives
Research institution D-GESS ETH
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.12.2018 - 31.12.2020
Approved amount 231'188.00
Show all

All Disciplines (4)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Communication sciences
Sociology
Ethnology

Keywords (5)

Open Access; Geisteswissenschaften ; Open Publishing; Digitalisierung; Wissensvermittlung

Lay Summary (German)

Lead
Cache ist eine experimentelle Onlineplattform, mit der Fragen der „Offenheit“ und „Zugänglichkeit“ geisteswissenschaftlicher Publikationen erforscht werden. Auf cache werden die multimedialen Möglichkeiten digitalen Publizierens ausgeschöpft und editorisch eng betreute Texte open access publiziert.
Lay summary
Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Die „Digitalisierung“ hat für den Buch- und Zeitschriftenmarkt nachhaltige Konsequenzen – das gilt auch im wissenschaftlichen Bereich. Doch gerade in den Geisteswissenschaften haben sich die Demokratisierungsversprechen durch neue Medien (Stichwort: Open Access) bislang nicht eingelöst. Dies liegt daran, so die Hypothese des Projekts, dass „Offenheit“ und „Zugänglichkeit“ von wissenschaftspolitischer Seite meist als rein technische Probleme begriffen werden. cache hingegen begreift Open Access als soziotechnisches System: Um Offenheit nachhaltig herzustellen, müssen alle Komponenten dieses Systems gleichermaßen berücksichtigt werden. Das Projekt konzentriert sich deshalb, neben Fragen der technischen Infrastruktur, vor allem auf die sozialen Dimensionen von Open Access, wobei Gestaltung, Ökonomie und Vermittlung für die Projektarbeit die zentralen Ansatzpunkte sind. Ziel ist es, eine – auch äußerlich – ‚einladende‘ Publikationsplattform für Geisteswissenschaftler zu entwickeln, die durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm Offenheit auch hinsichtlich gesellschaftlicher Gruppen praktiziert, die trotz offener Online-Repositorien noch immer kaum auf geisteswissenschaftliche Publikationen aufmerksam werden. Indem die dort veröffentlichten Texte die Grundbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt thematisieren, reflektiert cache zentrale Fragen und Probleme der Digitalisierung.


Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Open Access wird meist als rein technisches Problem verhandelt – und seine Implementierung entsprechend auf rein technischem Weg angestrebt, häufig durch den Aufbau kosten- und ressourcenintensiver Infrastrukturen. An die interessierte Öffentlichkeit, der Open Access unter anderem zugutekommen soll, wird dabei selten gedacht. cache versucht deshalb, offenen Zugang zu geisteswissenschaftlichem Wissen auch als wissenssoziologische Herausforderung zu begreifen.   
Direct link to Lay Summary Last update: 21.09.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

Das Publikationsprojekt cache erforscht Fragen der „Offenheit“ und „Zugänglichkeit“ geisteswissenschaftlicher Publikationen aus der editorischen Praxis heraus und beantwortet sie mit einem konkreten Produkt. Dieses Produkt ist cache, eine Onlineplattform, auf der ausgewählte und editorisch eng betreute Texte open access publiziert werden. Es handelt sich um Texte, die vor allem aus dem akademischen Mittelbau stammen und aus dem Raster analoger Publikationsformen fallen: Zwischenformate, die gezielt die multimedialen Möglichkeiten digitalen Publizierens ausschöpfen. Dabei reflektiert cache zentrale Fragen und Probleme der Digitalisierung inhaltlich, denn die dort veröffentlichten Texte thematisieren Grundbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt aus wissensgeschichtlicher und -soziologischer Perspektive. Im letzten projektgeförderten Beitrag von cache wird schliesslich auch das implizite Wissen der Mitherausgeber_innen, das während des Projekts gewonnen wurde, publiziert und auf einer internationalen Tagung diskutiert.cache reagiert als Graswurzelprojekt im Zeichen des practice based research auf die Monopolisierung von Open Access durch wenige Großverlage, eine Situation, die gerade in den Geisteswissenschaften dazu geführt hat, dass sich die Demokratisierungsversprechen durch Open Access bislang nicht eingelöst haben. Dies liegt daran, dass Offenheit und Zugänglichkeit von wissenschaftspolitischer Seite bislang meist als rein technische Problemstellung verhandelt werden. cache hingegen begreift Open Access als soziotechnisches System: Um Offenheit nachhaltig herzustellen, so die Hypothese, müssen alle - technische und soziale - Komponenten dieses Systems gleichermaßen berücksichtigt werden. Das Projekt konzentriert sich deshalb, neben Fragen der technischen Infrastruktur, vor allem auf die sozialen Dimensionen von Open Access, wobei Gestaltung, Ökonomie und Vermittlungsarbeit die zentralen Ansatzpunkte sind. Das Projektziel ist also, Strategien für eine andere publizistische „Offenheit des Wissens“ zu entwickeln. Konkret bedeutet dies, eine - auch gestalterisch - ‚einladende‘ Publikationsplattform zu entwickeln, die durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm Offenheit auch hinsichtlich derjenigen gesellschaftlichen Gruppen praktiziert, die trotz offener Online-Repositorien kaum auf geisteswissenschaftliche Publikationen aufmerksam werden. Ausserdem geht es darum, ein ökonomisches Modell zu entwickeln, das cache auch über den Projektzeitraum hinaus finanziert, dabei jedoch nicht - wie derzeit die Regel - zulasten der Autor_innen resp. der sie beschäftigenden Institutionen fällt. Das Projekt findet in Kooperation mit dem Studiengang Visuelle Kommunikation der Zürcher Hochschule der Künste (Leitung: Prof. Dr. Sarah Owens) sowie, auf technischer Seite, mit dem Data and Service Center for the Humanities (DaSCH) an der Universität Basel statt.
-