Project

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Digitale Sprachressourcen. Empirische Analysen und Perspektiven.

English title Digital Language. Resources Empirical Analyses and Perspectives.
Applicant Dürscheid Christa
Number 183011
Funding scheme Digital Lives
Research institution Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.10.2018 - 30.09.2020
Approved amount 236'707.00
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Keywords (6)

Digitale Kommunikation; Usability; Sprachunterricht; Internetlexikographie; Recherche-Kompetenzen; Sprachressourcen

Lay Summary (German)

Lead
Im Projekt wird untersucht, wie digitale Sprachressourcen (z.B. Online-Wörterbücher) benutzerfreundlich konzipiert werden können, wie man sie im Internet sichtbar machen kann und wie die erforderlichen Recherche-Kompetenzen zur Arbeit mit solchen Ressourcen in Schule und Ausbildung vermittelt werden können.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Als Ausgangspunkt dient die Frage, wie man erreicht, dass die vielen im Netz vorhandenen Informationsangebote auch genutzt werden (z.B. beim Verfassen eines Textes) und wie die jeweiligen Zielgruppen überhaupt Kenntnis davon erhalten, dass es diese Angebote gibt. Ausgehend von einer exemplarisch ausgewählten Sprachressource, der Variantengrammatik des Standarddeutschen, sollen Analysen zur Visibilität und Nutzung solcher Informationsangebote durchgeführt und Unterrichtsvorschläge zur Vermittlung von Recherche-Kompetenzen erarbeitet werden. Ein weiteres Ziel ist, herauszuarbeiten, wie man die Existenz solcher Open-Access-Angebote besser bekannt machen und wie man sie hinsichtlich ihrer Gebrauchstauglichkeit (usability) optimieren kann. Die Ergebnisse werden in einem Leitfaden zusammengestellt, der Forschergruppen nützliche Hinweise zur Konzeption, Diffusion und Sichtbarmachung digitaler Sprachressourcen geben soll.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Im Zentrum des Projekts stehen grundsätzliche Aspekte, die die Digitalisierung von sprachlichen Informationsangeboten und den Zugang zu digitalem Wissen in unserer Gesellschaft betreffen. Die Erkenntnisse können dazu dienen, dass neue Ressourcen aufgebaut werden, die den Nutzerbedürfnissen besser gerecht werden. In der Erarbeitung von Unterrichtsvorschlägen wird das Projekt einen Beitrag dazu leisten, dass die Ressourcen ihre Zielgruppen auch erreichen und diese wissen, wie man die vielen Informationsangebote im Netz zur Bearbeitung von sprachlichen Aufgaben einsetzen kann.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.08.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
156613 Variantengrammatik des Standarddeutschen 01.02.2015 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Digitale Sprachressourcen müssen in erster Linie qualitativen Ansprüchen genügen, sie müssen aber auch so gestaltet sein, dass sie im Netz schnell gefunden werden und dass sie aufgrund ihrer Konzeption intuitiv zugänglich sind. In der Entwicklung solcher Ressourcen (z.B. Wörterbücher, Online-Grammatiken, Textkorpora) resultieren daraus neue Aufgaben, die über eine basale lexikographische Expertise hinausgehen: Die Angebote sollten so konzipiert sein, dass die neuen digitalen Möglichkeiten beim Aufbau der Ressource optimal eingesetzt werden und dass der Nutzer seinerseits von diesen Möglichkeiten auch optimal Gebrauch machen kann (z.B. bei der Eingabe von Suchabfragen). Auch stellt sich die grundsätzliche Frage, ob und wie die durch das Internet gegebenen Partizipationsmöglichkeiten eingeplant werden können: In welchen Kontexten soll man eine Mitarbeit der Nutzer vorsehen und wie kann dies implementiert werden? Und schliesslich müssen die Sprachangebote im Netz so platziert sein, dass sie überhaupt gefunden werden können. Es stellen sich hier also für die Sprachwissenschaft neue Herausforderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen und in diesem Fall die Konzeption, Diffusion und Nutzung von Online-Nachschlagewerken zum Deutschen (z.B. zu grammatischen Zweifelsfällen) betreffen. Im geplanten Projekt soll die Frage untersucht werden, wie solche Sprachangebote benutzer-freundlich konzipiert und im Netz sichtbar dargestellt werden können und wie die für die Nutzung dieser Ressourcen erforderlichen Recherche-Kompetenzen vermittelt werden können. Das Projekt startet mit einer Fallstudie, in der auf der Basis eines im November 2018 erscheinenden Online-Nachschlagewerkes (siehe unter www.variantengrammatik.net) mittels Log-Files und im Rahmen eines Laborexperiments untersucht wird, wie dieses Angebot genutzt wird und wie es optimiert werden könnte (z.B. hinsichtlich Aufbau, Mikrostruktur, Makrostruktur, Verweisstruktur). Die Ergebnisse sollen dem Projektteam als Grundlage dafür dienen, um über den Einzelfall hinaus Optimierungsmöglichkeiten für den Aufbau digitaler Sprachressourcen zu erarbeiten. Parallel dazu werden ausgewählte Zielgruppen (Lehrpersonen/Journalisten) dazu befragt, welche Sprachressourcen sie kennen, wie sie diese nutzen und welche Desiderata aus ihrer Sicht bestehen. Die Antworten aus dieser Online-Befragung fliessen in die Ausarbeitung von Unterrichtsmodulen zur Nutzung digitaler Sprachressourcen ein, die in Zürcher Schulen (in Zusammenarbeit mit Philippe Wampfler vom Institut für Erziehungswissenschaft der UZH) und in der Journalistenausbildung im ZHAW-Bachelorstudiengang Kommunikation (in Zusammenarbeit mit Daniel Perrin, Leiter Departement Angewandte Linguistik) erprobt werden sollen. Im Anschluss daran folgt die Evaluation der Module und die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Vermittlung von Recherche-Kompetenzen in Schule und Ausbildung. Das Projekt möchte also, ausgehend von einer exemplarisch ausgewählten Sprachressource, Analysen zur Nutzung digitaler Sprachressourcen durchführen und Perspektiven aufzeigen, wie solche Ressourcen von verschiedenen Zielgruppen optimal genutzt werden können. Ein weiteres Ziel wird sein, herauszuarbeiten, wie die Existenz solcher Nachschlagewerke besser bekannt gemacht werden kann. Die Ergebnisse werden in einem Leitfaden zusammengestellt, der Forschergruppen nützliche Hinweise zur Konzeption, Diffusion und Sichtbarmachung von digitalen Sprachressourcen im Open-Access geben soll. Die Entwicklung des Leitfadens geschieht in enger Kooperation mit Mitarbeiterinnen aus der Abteilung Lexik am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim, die im Bereich der Internetlexikographie forschen. Langfristig ist geplant, über die Projektkooperationen hinaus ein CH-D-Netzwerk zur Nutzung digitaler Sprachressourcen aufzubauen.
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