Project

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Die Flurnamen des Kantons St. Gallen (TopSG)

English title Local Toponyms of The Canton of St. Gallen
Applicant Rübekeil Ludwig
Number 182626
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.02.2019 - 31.01.2022
Approved amount 421'620.00
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All Disciplines (5)

Discipline
German and English languages and literature
Swiss history
Other disciplines of Earth Sciences
Romance languages and literature
Prehistory

Keywords (10)

Historical Linguistics; Romance Linguistics; Name Studies; Cultural Heritage; German Linguistics; Swiss History; Field Names; Alemannic; Rumansh; Geography of Names

Lay Summary (German)

Lead
Die Erfassung, Darstellung und Deutung der Flurnamen als Teil des menschlichen Lebens- und Arbeitsraums macht diesen Teil der Kultur erst wirklich fassbar. Die historisch dokumentierte Namensammlung in St. Gallen ist eine wichtige Grundlage für die lokale, regionale und überregionale Forschung im Bereich der Sprach- und Kulturgeschichte. Das gilt besonders für die Flurnamen, die aufgrund veränderter Lebensformen (Katasterbereinigungen, andere landwirtschaftliche Nutzung, Überbauungen) einen «bedrohten» Namentyp darstellen, der dokumentiert werden sollte.
Lay summary

Inhalt und Ziele

Das Projekt ist in seiner Anlage onomastisch orientiert, d. h. im Vordergrund steht die linguistische Analyse der Namen, begleitet von verschiedenen kulturwissenschaftlichen Informationen. Aus diesem Grund müssen im Projekt verschiedene Faktoren genau abgeklärt werden: die mundartliche Lautung der Namen, wie sie von alteingesessenen Sprecherinnen und Sprechern realisiert wird, festgehalten in phonetischer Transkription; die Lokalisierung der Namen und die Feststellung ihres räumlichen Geltungsbereichs durch Notation der Koordinaten aus der Landeskarte; die topographische Beschreibung der Örtlichkeit (Geländeform, Bodenbeschaffenheit, frühere Nutzung, Hinweise auf frühere Besitzer, auf die Nachbarschaft usw.); die Erfassung historischer Belege aus gedruckten und ungedruckten Schriftquellen, die Hinweise auf das Alter der Namengebung sowie frühere Lautformen geben und auf frühere Besitzverhältnisse und historische Nutzung der Örtlichkeiten schliessen lassen. Auf dieser Grundlage erfolgt dann eine Namendeutung ? sowohl von durchsichtigen wie auch undurchsichtigen Namen. Ziel des Projekts «Die Flurnamen des Kantons St. Gallen» ist es, die auf der Landeskarte 1:25000 ca. 4’500 bezeugten Flurnamen zusammenzustellen und nach den oben genannten sprachwissenschaftlichen Kriterien zu analysieren und zu deuten, sowie eine kulturwissenschaftliche Auswertung im Hinblick auf die sprachliche Aneignung der Landschaft durch die Menschen zu leisten. Durch das Webportal www.ortsnamen.ch werden die Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Erfassung der Flurnamen eines Siedlungsraumes ist eine grundlegende Voraussetzung, um die sprachlichen Aneignung der Umwelt durch den Menschen zu analysieren. Diese Aneignung drückt sich gerade in der lokalen Namengebung aus und wird nur bei einer möglichst umfassenden Erhebung deutlich. Zweifellos sind Ortsnamen und ihre Motiviertheit sowie ihre Bedeutung für die Geschichte einer bestimmten Landschaft für eine breitere Öffentlichkeit von Interesse. Das Projekt stellt aber auch Grunddaten für verschiedene weitere Disziplinen zur Verfügung wie die Sprachgeschichte, Dialektologie, Siedlungsgeschichte, Naturgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, Kulturgeschichte oder auch die Religionsgeschichte.

Direct link to Lay Summary Last update: 09.01.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
160249 Die Siedlungsnamen des Kantons Zürich (TopZH) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)
162591 Die Flurnamen des Kantons St. Gallen (TopSG) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Ziel des Projekts «Die Flurnamen des Kantons St. Gallen» ist es, die auf der Landeskarte 1:25000 (2008) ca. 4’500 bezeugten Flurnamen zusammenzustellen und nach sprachwissenschaftlichen Kriterien zu analysieren und zu deuten, sowie eine kulturwissenschaftliche Auswertung im Hinblick auf die sprachliche Aneignung der Landschaft durch die Menschen zu leisten. Das in den Räumen des Deutschen Seminars an der Universität Zürich beheimatete Projekt ist auf insgesamt sechs Jahre angelegt, wofür nun die nötigen Mittel zur Durchführung der zweiten, ebenfalls dreijährigen Etappe beantragt werden. Am Ende der ersten Phase werden 2’200 Namenartikel, davon ca. 270 romanische Namen, fertiggestellt und die historischen Quellenarbeiten abgeschlossen sein. In der beantragten zweiten Phase werden die restlichen Namen gedeutet. Um die Daten für weitergehende Forschungen zu nutzen und den wissenschaftlichen Nachwuchs einzubinden, ist ein sprachwissenschaftliches Dissertationsprojekt als integraler Bestandteil der zweiten Laufzeit geplant, welches - in die sprachwissenschaftlichen Analyse der Verlängerungsphase integriert - das erarbeitete Namenmaterial für Querschnittstudien auswertet. Die Doktorandin des bereits laufenden geographischen Teilprojekts B wird ihre Arbeit abschliessen (4. Jahr). Ross Purves betreut dieses Teilprojekt als Projektpartner.Die Grunddaten zu den St. Galler Flurnamen sind bereits in der Internet-Datenbank des SAGW-Projektes «Datenbank der Schweizer Namenbücher» öffentlich zugänglich (www.ortsnamen.ch). Die nötige Feldforschung zur Ermittlung der Namen sowie zu einem grossen Teil die historische Recherche in den Archiven ist in Vorgängerprojekten geleistet worden. Hauptaufgabe des aktuell laufenden wie auch des zur Verlängerung beantragten Projekts ist die sprachwissenschaftliche Bearbeitung dieser Daten; im Zentrum stehen dabei die etymologischen Deutungen, die ebenfalls auf der Plattform ortsnamen.ch veröffentlicht werden (vgl. Data Management Plan). Der Transfer wird gemeindeweise durchgeführt. In der ersten Jahreshälfte 2018 werden rund 580 Namendeutungen der Gemeinden Walenstadt, Quarten, Uznach, Schmerikon, Gaiserwald, Zuzwil, Rorschach und Rorschacherberg auf die Online-Plattform transferiert.Da auch die breitere Öffentlichkeit Interesse an Ortsnamen als Ausdruck kultureller Identität hat, ist die Ortsnamenforschung in der Schweiz traditionell kantonal organisiert und wird in der Regel auch kantonal mitfinanziert. Für das vorliegende Projekt ist die Mitfinanzierung insbesondere durch den Kanton St. Gallen sowie verschiedene Stiftungen gesichert. Die Arbeiten am Projekt werden von einer Steuergruppe des Kantons unterstützt und begleitet. Was die inhaltliche und sachliche Begründung der Projektarbeit als Ganzes angeht, so gelten die Ausführungen im Antrag zur ersten Projektphase unvermindert. Sie sollen nicht mehr in aller Ausführlichkeit wiederholt werden. Ortsnamen sind, als sprachliches Universale und als Sonderwortschatz der Sprache, ein zentrales Forschungsobjekt für die Linguistik, ausserdem aber für verschiedenste Disziplinen über die Linguistik hinaus. Ausgangspunkt und Grundlage aller weiterführender Forschung bildet dabei die namenkundlich-sprachhistorische Aufarbeitung inklusive der Zuordnung historischer Namenbelege; weiterführende Schritte befassen sich mit der etymologischen Analyse und der semantisch-pragmatischen Auswertung der Beleggeschichte. Der wissenschaftliche Nutzen von Orts- und Flurnamen beschränkt sich jedoch nicht auf die philologische und linguistische Analyse, er erstreckt sich auch in die Geographic Information Science (GIS), die den Zusammenhang von Sprache und Geographie untersucht. Die erste Phase des Projekts wurde daher in Kollaboration mit einer geographischen Forschergruppe (Leitung Ross Purves) durchgeführt.
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