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Passaggi linguistici: maiorens al spartavias. Sprachbiografien junger Erwachsener aus Romanisch- und Italienischbünden

English title Language journey: of age and on a crossroad. Language biographies of young adults from the Romansh and Italian areas of Grisons
Applicant Grünert Matthias
Number 179426
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Domaine d'études Sciences du plurilinguisme et didactique des langues étrangères Université de Fribourg
Institution of higher education Pädagogische Hochschule Graubünden - PHGR
Main discipline Romance languages and literature
Start/End 01.03.2019 - 28.02.2023
Approved amount 502'328.00
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Keywords (6)

Sprachbiografie; Transition; Italienisch; Identitätskonstruktion; Rätoromanisch; Sprachminderheit

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt untersucht das individuelle Erleben der Sprachen bei mehrsprachigen jungen Erwachsenen aus dem rätoromanischen und italienischen Gebiet Graubündens. Im Zentrum steht die Frage, wie die Informantinnen und Informanten ihre sprachliche Situation beim Übergang von der Mittelschule oder Berufslehre an eine Hochschule oder in den Berufsalltag erleben, reflektieren und kommentieren.
Lay summary

Der (sprach-)biografisch wichtige Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter ist für viele junge Bündnerinnen und Bündner mit einem Wechsel des Sprachgebiets verbunden. Die volljährig gewordenen jungen Menschen (maiorens) stehen in mehr als einer Hinsicht an einem „Scheideweg“ (spartavias). Nicht nur in Bezug auf die Ausbildungs- und Berufswahl, sondern auch hinsichtlich ihres Sprachalltags sind sie mit Übergängen (passaggi) konfrontiert.

Die Daten werden mittels biografisch-narrativer sowie ergänzender problemzentrierter Interviews erhoben. Sie sollen darüber Aufschluss geben, welche sprachlichen Deutungs- und Orientierungsmuster und welche Sprachwahltendenzen in der ausgewählten Bevölkerungsgruppe verbreitet sind. Ausserdem soll in Erfahrung gebracht werden, inwiefern Sprachrepertoires und sprachliche Identifikationsmuster die Gestaltung der Transitionsphase beeinflussen und welche Rückwirkungen die Bewältigung der Transitionsphase auf die Identitätskonstruktion hat.

Das Projekt ist sowohl von wissenschaftlicher als auch von sprach- und bildungspolitischer Bedeutung. Die sprachlichen Identifikationsmuster der untersuchten Altersgruppe prägen im Kontext der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit die Wahrnehmung und den Fortbestand der rätoromanischen und italienischen Varietäten in Graubünden mit und sind im Hinblick auf zu treffende sprach- und bildungspolitische Entscheide von Interesse.

Direct link to Lay Summary Last update: 14.01.2019

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
101220 Leben mit mehreren Sprachen.Sprachbiographien im mittel- und aussereuropäischen Kontext. 01.09.2003 Publication grants
108647 Rätoromanische Sprachbiographien. Sprache, Identität und Ideologie in Romanischbünden 01.07.2006 NRP 56 (Language Diversity and Linguistic Competence in Switzerland)
40502 Gelebter Sprachkontakt in einer Schweizer Stadt: Die Präsenz einer Minderheitensprache im Sprachrepertoire der Mehrheit (am Beispiel der italienischen Sprache). 01.03.1995 Project funding (special)
105396 Funzionamento del trilinguismo nel cantone dei Grigioni 01.10.2004 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das Projekt „Passaggi linguistici: maiorens al spartavias“, nachfolgend „Spartavias“ genannt, will das individuelle Erleben der Sprachen bei mehrsprachigen jungen Erwachsenen untersuchen, die im rätoromanischen und italienischen Gebiet Graubündens aufgewachsen sind. Im Zentrum steht die Frage, wie die Informantinnen und Informanten aus gemischtsprachigen Familien - mit einem rätoromanisch- oder italienischsprachigen und mit einem anderssprachigen Elternteil - ihre sprachliche Situation beim Übergang von der Mittelschule oder Berufslehre an eine Hochschule oder in den Berufsalltag erleben, reflektieren und kommentieren. Die hierbei fokussierte Transitionsphase, die den (sprach-)biografisch wichtigen Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter markiert, ist für viele junge Bündnerinnen und Bündner mit einem Wechsel des Sprachgebiets verbunden. Die volljährig gewordenen jungen Menschen (maiorens) stehen in mehr als einer Hinsicht an einem „Scheideweg“ (spartavias). Nicht nur in Bezug auf die Ausbildungs- und Berufswahl, sondern auch hinsichtlich ihres Sprachalltags sind sie mit Übergängen (passaggi) konfrontiert. Diese für sprachliche Identitätskonstruktionsprozesse wichtige Lebensphase wurde bei Angehörigen autochthoner Sprachminderheiten bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht.Methodisch orientiert sich das Projekt an der qualitativen Sprachbiografieforschung, wobei auch sozialpädagogische Perspektiven integriert werden. Die Daten werden mittels biografisch-narrativer sowie ergänzender problemzentrierter Interviews erhoben. Dabei erzählen die 19-21-jährigen Gewährspersonen ihre Lebensgeschichte in Bezug auf Sprachalltag und Spracherlebnisse. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Sprachbewusstsein und den sprachlichen Identifikationsmustern sowie deren Bezügen zum Ausbildungs- und beruflichen Lebensverlauf. Die Auswertung der Daten erfolgt im Rahmen eines konstruktivistischen Ansatzes und soll darüber Aufschluss geben, welche sprachlichen Deutungs- und Orientierungsmuster und welche Sprachwahltendenzen in dieser Bevölkerungsgruppe verbreitet sind. Ausserdem soll in Erfahrung gebracht werden, inwiefern Sprachrepertoires und sprachliche Identifikationsmuster die Gestaltung der Transitionsphase beeinflussen und welche Rückwirkungen die Bewältigung der Transitionsphase auf die Identitätskonstruktion hat.Das Projekt „Spartavias“ basiert auf zwei koordinierten Dissertationen (je eine Dissertation zu Informantinnen und Informanten aus Romanischbünden und aus Italienischbünden).Das Projekt ist sowohl von wissenschaftlicher als auch von sprach- und bildungspolitischer Bedeutung. Die sprachlichen Identifikationsmuster der untersuchten Altersgruppe prägen im Kontext der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit die Wahrnehmung und den Fortbestand der rätoromanischen und italienischen Varietäten in Graubünden mit und sind im Hinblick auf zu treffende sprach- und bildungspolitische Entscheide von Interesse.
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